Samstag, 22.02.2020

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Mit Schnapszahl zur Meisterschaft

Die Bogenschützen der SpVgg Roth machen mit 222 Ringen im direkten Vergleich vor Erlangen das Rennen in der Bezirksklasse 1. - 09.02.2020 16:27 Uhr

Die Zahl werden sie sich merken können. Mit 222 Ringen knöpften Mohanad Kareem Jasim, Michael Rau, Philipp Bauer, Marcus Seitz, Daniel Seitz und Ersatzfrau Cornelia von Hardenberg den Erlangern den Titel ab.


Der Aufstieg dieser beiden Teams war nach vier der sieben Begegnungen schon perfekt, den Rothern durfte man aber schon den Ehrgeiz unterstellen, in eigener Halle auch Meister werden zu wollen. Da sah es aber zunächst nicht unbedingt danach aus, denn Erlangen beeindruckte mit den besseren Mannschaftsergebnissen. Bis zur vorletzten Runde. Da trumpften die Rother mit 221 Ringen gegen Zirndorf richtig auf und retteten diese Form auch in den direkten Vergleich mit den Erlangern. Nach den ersten sechs Pfeilen war eigentlich schon die Vorentscheidung gefallen. Die SpVgg ging mit 55:45 in Führung, hätte sich also im weiteren Verlauf sogar einen Fehlschuss leisten können, tat sie aber nicht. Mit 57-56-54 hielt sie das Niveau hoch und baute den Vorsprung auf 23 Ringe aus.

Damit war sie nicht nur bei diesem letzten Aufeinandertreffen die beste Mannschaft der Liga, sondern auch in der Summe aller Wettkämpfe. 5980 Ringe bei 50:6 Punkten bedeuteten den Titel vor den Erlangern (5923/48:8). Dramatik gab es auch im Kampf um den Klassenverbleib. Hier rettete sich die SSG Dynamit Fürth mit einem 188:168 gegen den bereits abgestiegenen SV Neuendettelsau. Als zweiten Absteiger erwischte es die punktgleiche SF Tuchenbach, die sich mit einem 183:202 aus der Bezirksklasse 1 verabschiedeten.

Mit Mannschaftsführer Marcus Seitz, seinem Bruder Daniel, Philipp Bauer, Michael Rau und dem Iraker Mohanad Kareem Jasim verfügt die SpVgg über fünf Bogenschützen, die mindestens zur bayerischen Spitze zu rechnen sind. Philipp Bauer schrammte vergangenes Jahr um drei Ringe an der Quali zur Deutschen vorbei und ist der Mr. Vielseitig in der Mannschaft. Vor einem Dreivierteljahr hat er sich erstmals mit dem Compoundbogen versucht, mischt in dieser Disziplin auch in der Bayernliga-Mannschaft der SpVgg mit und ist auf Anhieb dreifacher Vereinsmeister (zusätzlich Blankbogen) geworden.

Ein Ausnahme-Schütze ist in mehrerlei Hinsicht Mohanad Kareem Jasim, der mit Zwölf bei einem Autounfall schwer am Knie verletzt wurde. Mit 18 wurde er Para-Weltmeister mit Junioren-Weltrekord von 620 Ringen auf 50 Meter. Das ist ein Niveau, da möchte er gerne wieder hin, wird aber durch ständige Operationen immer wieder zurückgeworfen (wir berichteten). In der Schwebe ist außerdem sein Asylverfahren. Jedenfalls dürfte er heuer nach der obligatorischen Karenzzeit von vier Jahren im Sommer erstmals an deutschen Meisterschaften teilnehmen. Mit der Bezirksliga ginge es im Herbst weiter.

Am ersten Tag die Klasse gehalten, am zweiten Meister geworden: der Rother Philipp Bauer kann mit dem Ergebnis seines Doppelstarts zufrieden sein. © Foto: Giurdanella


Die SpVgg will bis dahin als Unterbau eine zweite Recurve-Mannschaft auf die Beine stellen, die in der Bezirksklasse 2 beginnt. Da wurden am Tag zuvor die BS Neumarkt 4 mit 48:8 Punkten hauchdünn Meister vor dem BSV Neustadt/Aisch (47:9). Es ging dabei um genau einen Ring, der der finale direkte Vergleich endete 208:208.

Klassenverbleib nicht in Gefahr

Vergleichsweise entspannt endete die Konkurrenz in der Compound Bayernliga Nord, die am Samstag ihre letzte Runde ausschoss. Vorne waren der BSC Reuth und der ATSV Oberkotzau enteilt, den SSV Pegnitzgrund und die SG Diana Hirschau hätte nur noch ein Wundes vor dem Abstieg gerettet und die vier Mannschaften des Mittelfeldes machten die restlichen Ränge unter sich aus. Die SpVgg Roth bot Oliver und Sabine Fünfgelder auf, Andreas Huß, Gerhard Renner, Michael Traut und Philipp Bauer.

Sie behaupteten sich gegen die direkten Konkurrenten ganz gut, unterlagen aber gleich zum Auftakt gegen Boxdorf und hätten dann schon das Führungs-Duo schlagen müssen, um sich noch von Platz sechs zu verbessern. Das gelang natürlich nicht. Dafür setzten die Rother zum Abschluss ein Ausrufezeichen mit dem 224:221 gegen den SV Oberdachstetten, ein Ergebnis, das sie in der Nähe der Spitzenmannschaften brachte. Oberkotzau und Reuth ließen es mit einem 226:227 auch noch einmal richtig krachen.

 

PAUL GÖTZ

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