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Samstag, 25.05.2019

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Perlen der Klassik bei "Musik im Cafehaus" in Hilpoltstein

Reihe läuft seit über zehn Jahren mit großem Erfolg, diesmal war das Esterházy-Quartett aus Nürnberg zu Gast - 16.04.2019 16:26 Uhr

Ungewohnte Töne: Auch Heavy Metal war bei „Musik im Caféhaus“ zu hören. „Nothing Else Matters“ bot das Esterházy-Quartett dem Publikum im Hofmeierhaus in transkribierter Form. © Manfred Klier


Seit mehr als zehn Jahren erfreut sich diese Veranstaltungsreihe großer Beliebtheit. Neben den Senioren der Stadt hatte Monika Bergauer das renommierte Esterházy-Quartett aus Nürnberg eingeladen.

Ihr besonderer Gruß galt der Heideckerin Inge Winter. Elf Jahre lang hatte sie zusammen mit ihrem verstorbenen Mann Lorenz Winter und dem Hilpoltsteiner Ehepaar Elke und Rüdiger Dietel die Veranstaltungsreihe "Seniorenkonzerte" als Vorläufer der Musik im Caféhaus ausgetragen, zuerst im Haus des Gastes und dann in der Grundschul-Aula.

Inzwischen waren die Gäste mit Kuchen und Kaffee von den engagierten Helferinnen und Helfern versorgt worden und das Esterházy-Quartett machte mit einem Satz aus dem ersten Streichquartett des 16-jährigen Mozart den temperamentvollen Auftakt. Vera Lorenz, die Gründerin des Ensembles, führte durch das Programm und spielte die erste Violine. "Vor gefühlten 200 Jahren", wie sie ausführte, sei sie Musiklehrerin an der Realschule Hilpoltstein gewesen. Miryam Nothelfer (zweite Violine), Wolfrun Brandt-Hackl (Viola) und Georg Ongert (Violoncello) heißen die weiteren Mitglieder des Quartetts. Alle sind außerdem in verschiedenen Orchestern und weiteren Ensembles als Profimusiker tätig.

Der Name des Quartetts ist der ungarischen Fürstenfamilie Esterházy geschuldet, bei der Joseph Haydn 30 Jahre lang als Kapellmeister engagiert war. Und Haydn ist es, der eine Vielzahl von Streichquartetten geschrieben hat, also die geeignete Literatur für das Nürnberger Quartett.

Virtuoses Spiel

Der bekannte Kanon aus der Feder des Nürnberger Komponisten Johann Pachelbel wurde von Celloklängen eingeleitet. Die übrigen Instrumente folgten dem Titel entsprechend der Reihe nach mit virtuosem Spiel. Einen musikalischen Krimi versprach Vera Lorenz, als sie fünf Sätze aus der Oper "Carmen" von Georges Bizet ankündigte. Mal temperamentvoll, mal leiser, dann schmachtend und mit Pizzicatoklängen durchsetzt, erklangen die bekannten Melodien, die mit dem in den Kampf marschierenden Torero endeten.

Ihre Kinder hatten Vera Lorenz "gezwungen", sich doch einmal die vier Cellisten der finnischen Heavy-Metal-Band "Apocalyptica" anzuhören. Das gefiel ihr so gut, dass sie den etwas elegischen Song "Nothing Else Matters" in transkribierter Form ins Programm aufgenommen hatte. Im Kontrast dazu folgte Wolfgang Amadeus Mozarts "Kleine Nachtmusik", rhythmusbetont und ganz ohne "Schmäh" interpretiert.

In allen Passagen des Konzerts war die Professionalität der Quartettmitglieder eindrucksvoll zu spüren. Es war ein Vergnügen zuzuhören. Dem wurde auch Mozarts Divertimento in D gerecht, denn Divertimento heißt nichts anderes als Vergnügen. Getoppt wurde das Ganze noch mit einer traumhaft schönen Melodie, nämlich der federleicht dahinschwebenden "Air" aus der 2. Suite in D-Dur von Johann Sebastian Bach. Fritz Kreislers "Liebesfreud" und "Liebesleid" holten wieder aus der musikalischen Träumerei zurück.

Mit der Komposition "Der Mond ist aufgegangen" von Johann Abraham Peter Schulz, der im 18. Jahrhundert einen Text von Matthias Claudius vertont hatte, verabschiedete sich das Esterházy-Quartett unter Applaus der begeisterten Zuhörer im Hofmeierhaus.. 

Manfred Klier E-Mail

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