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Freitag, 06.12.2019

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Protest mit Traktor und Transparent - Auch im Landkreis Roth

Große Aktion in dieser Woche in 17 deutschen Städten - 27.10.2019 07:00 Uhr

Mit ihren Traktoren brachten die Landwirte, darunter auch etliche aus dem Landkreis, den Verkehr in mehreren deutschen Städten praktisch zum Erliegen. © Foto: bbv


Unter dem Motto "Land schafft Verbindung – Wir rufen zu Tisch" hatte sich erst vor drei Wochen in den sozialen Medien eine Gruppe von Bauern gegründet, die nun in insgesamt 17 Städten bundesweit einen Aktionstag starteten, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.

Bereits um 5 Uhr trafen sich im Süden an der Landkreisgrenze bei Waizenhofen ein Dutzend Bauern, um über Eichstätt auf der B 13 ins Münchener Zentrum zu fahren. Ob Thomas Bauer aus Eckmannshofen, Friedrich Loy aus Landersdorf, Johannes Christoph aus Kaising oder Josef Walter aus Schutzendorf: "So geht es nicht mehr weiter", war die einheitliche Meinung der jungen Betriebsleiter. "Die Landwirtschaft ist der Buhmann der Nation und der Medien", lautete der Tenor aller Bauern.

Verkehr total lahmgelegt

Im nördlichen Landkreis trafen sich zur gleichen Zeit gleich zwei Dutzend Bauern mit ihren Bulldogs, um, angeführt von Richard Götz aus Günzersreuth, Jürgen Hausmann aus Ottmannsberg und Jürgen Berger aus Obersteinbach, in Richtung Würzburg zu starten. In Würzburg kamen dann aber so viele Bauern aus ganz Franken an, dass der Verkehr total lahmgelegt wurde und die Kundgebung abgesagt werden musste. "Es hat sich dennoch gelohnt, sich auf den Weg zu machen und ein Zeichen für Dialog auf Augenhöhe zu setzen", befanden Thomas Arnold aus Abenberg, Bernd Stöhr aus Enderndorf und Martin Pfeiffer aus Fünfbronn.

In München konnte Obstbauer Manfred Winkler aus Gustenfelden, der mit seinem kleinen Eicher schon früher angereist war, mit den Passanten am Odeonsplatz ins Gespräch kommen. Ebenso wie Milchbauer Rainer Hechtel aus Leuzdorf und Michael Nerreter aus Mittelhembach: "Die Verbraucher sind sehr interessiert und grundsätzlich positiv gegenüber der Landwirtschaft eingestellt. Allerdings werden in den Medien oft Einzelfälle von Schwarzen Schafen verallgemeinert."

Ein Zeichen gesetzt

Bis zum verspäteten Beginn hatten es von der Rother Gruppe dann Thomas Bauer und Josef Walter mit ihren Schleppern tatsächlich bis zum Odeonsplatz geschafft. Die ganze Ludwigstraße war derweil in Dreierreihen von den Fahrzeugen der Bauern zugeparkt. Drei Kilometer weiter hinten auf der Leopoldstraße in Schwabing, in der Nähe der Münchner Freiheit, endete die Fahrt von Friedrich Loy, Johannes Christoph und den anderen Traktoren. Mit so vielen Teilnehmern, die ganz Schwabing zur Fußgänger- und Skaterzone machten, hatte niemand gerechnet. Abends um 22 Uhr zurück in Landersdorf, zog Friedrich Loy ein positives Fazit: "Es war gut ein Zeichen zu setzen."

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