Abschied von 68 Absolventen

Roth: Abitur zwischen Abstandsregeln und abstürzenden Waschbecken

19.7.2021, 07:04 Uhr
Ein Gruppenfoto mit allen durfte es wegen Corona auch diesmal nicht geben. Stellvertretend für den ganzen Jahrgang strahlten zwischen den Fest-Blöcken im Freien die Jahrgangsbesten und Geehrten mit Kollegstufenkoordinator Dieter Wolf in die Kamera.

Ein Gruppenfoto mit allen durfte es wegen Corona auch diesmal nicht geben. Stellvertretend für den ganzen Jahrgang strahlten zwischen den Fest-Blöcken im Freien die Jahrgangsbesten und Geehrten mit Kollegstufenkoordinator Dieter Wolf in die Kamera. © Stefanie Graff, NN

Kein Sektempfang, kein Essen, kein Ball – dafür aber pure Freude und sehr viel gegenseitige Wertschätzung: In festlichem Rahmen hat das Gymnasium Roth seinen Absolventinnen und Absolventen die Abiturzeugnisse übergeben. In zwei Gruppen à 90 Minuten hatten alle Abiturientinnen und Abiturienten einen großen Auftritt in feinem Zwirn und zumindest kurz auch ohne Maske auf dem roten Teppich in der Sporthalle der Schule. 68 Reifezeugnisse überreichte Schulleiter Dr. Rudolf Kleinöder insgesamt. Von Kollegstufenkoordinator Dieter Wolf gab es jeweils eine Rose dazu.

„Genug geheult“ hat der Jahrgang 2021 seine Abi-Zeitung überschrieben und damit das Signal auf Zukunft gesetzt. Aber auch anklingen lassen, dass die Zeit der Vorbereitung unter diesen sehr besonderen Bedingungen oft eine emotionale Achterbahnfahrt war. Maria Heckl und Marten Przybille moderierten die Feier, die Lisa-Marie Bejenaru, Alexander Ruder, Julia Grießmann und Lena Feuchtmann mit Unterstützung von Birgit und Anne Freimut musikalisch gestalteten.

Auch am Rother Gymnasium ist das 21er Abi besonders gut ausgefallen. Zweimal gab es die Traumnote 1,0: Amelie Billmaier und Michelle Turovska (beide aus Roth) heißen die Jahrgangsbesten. Acht weitere Absolventen dürfen sich über einen Einser-Schnitt freuen: Laura Möckel aus Roth hat eine 1,2, Elisa Knittel und Tina Schabenstiel aus Rednitzhembach und Maria Heckl aus Abenberg schlossen mit 1,3 ab. Julia Manlik aus Roth und Kilian Northoff aus Röttenbach erreichten 1,4, Maximilian Flock aus Georgensgmünd und Maximilian Stolze aus Roth die Note 1,5. Sie alle erhielten Buchgutscheine. Dazu gab es Sachpreise.

Besonders ausgezeichnet wurden außerdem Matthias Kalb aus Georgensgmünd mit einem Physik-Preis und Béla Hendrich aus Roth mit einem Mathematikpreis. Julia Manlik und Schülersprecher Marten Przybille erhielten jeweils den Sparkassen-Förderpreis. Für besonderes soziales Engagement bekommt Gabriel Kumar eine Auszeichnung des Lions-Clubs. Dass er die verdient hat, bestätigten die Abi-Rednerinnen, die dem Mitschüler nach dem offiziellen Teil eine goldene Oskar-Figur als „Abi-Retter“ überreichten. Sein Einsatz zur Rettung der Abi-Kasse hatte dem Jahrgang sogar zu einem Auftritt in einer Sendung des SWR verholfen. Mit Erfolg.

Jeder Vierte will Lehrer werden

Die Abiturientinnen und Abiturienten hätten sich als belastbar, flexibel und überaus verantwortungsvoll erwiesen und all die wechselhaften Monate mit sich ständig ändernden Regeln und Abläufen gemeistert. Dafür gab es Lob von allen Seiten. Den Spaß an der Schule scheint die turbulente Abschlusszeit den jungen Leuten dennoch nicht verdorben zu haben: Immerhin ein Viertel von ihnen hat angekündigt, ein Lehramtsstudium beginnen zu wollen.

Die gute Gemeinschaft, so Elisa Knittel und Franziska Schneider in ihrer Abi-Rede, habe sogar das Lüften bei minus 18 Grad ohne Heizung erträglich gemacht. Höhen und Tiefen überwanden sie miteinander, unterstützt von Lehrern, Eltern und „dem besten Hausmeister der Welt“. „Wir haben Lehrer erlebt, die erkannt haben, dass Noten nicht alles sind, und die sich auch für die Person des Schülers interessiert haben.“ Abstürzende Waschbecken, herunterkommende Wandteile und tieffliegende Periodensysteme werden auch zu ihren Schulerinnerungen gehören: „Das Schulhaus fiel ganz ohne unser Zutun auseinander. Die Sanierung ist eine super Idee, auch wenn wir nichts mehr davon haben.“ Für eine letzte schöne Überraschung habe das Mathe-Abi gesorgt, bei dem die Prüflinge sich unter anderem mit veganen und zuckerfreien gelben Gummibärchen beschäftigen duften.

„Respekt für das Geleistete“ zollten Landrat Herbert Eckstein und Bürgermeister Ralph Edelhäußer. Sie wünschten alles Gute auf dem Weg in die Zukunft. „Sie haben unter außerordentlichen Bedingungen bewiesen, dass Sie gerüstet sind für die digitale Welt“, lobte Dr. Walburga Kumar, Vorsitzende des Vereins der Freunde des Gymnasiums. „Ihr seid toll!“ rief Stefanie Jenal-Schmauser als Vertreterin des Elternbeirats den Abiturientinnen und Abiturienten zu. Sie erinnerte nochmals daran, wie besonders verantwortungsvoll alle miteinander und mit der Pandemie-Situation umgegangen seien. „Ein Hammer, dass sich an unserer Schule ausnahmslos alle vor den Abi-Prüfungen freiwillig einem Coronatest unterzogen haben!“ Alle getestet, alle negativ, keiner krank.

Dafür bedankte sich auch Schulleiter Dr. Rudolf Kleinöder ausdrücklich. Die Schulfamilie habe vorbildlich zusammengehalten. Man habe in dieser Zeit viel gelernt - auch, dass der persönliche Kontakt im Klassenzimmer durch nichts zu ersetzen sei. „Aber ihr habt Distanz-, Wechsel-, und Präsenzunterricht sehr effektiv genutzt. Nehmt jetzt das Positive mit und schaut voraus!“ Besonders stolz war Dieter Wolf auf diesen allerersten Jahrgang, den er in seiner neuen Funktion als Kollegstufen-Koordinator auf dem Weg zum Abitur begleiten durfte.