Donnerstag, 28.01.2021

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Roth: Am Westring neues Wohn- und Gewerbegebiet

Städtebauliches Entwicklungskonzept sieht Wohnen und Arbeiten vor. - 02.12.2020 19:00 Uhr

Auf der rot schraffierten Fläche am Westring könnte das neue Wohn- und Arbeitsquartier entstehen.

02.12.2020 © Foto: Ingenieurbüro Christophori und Partner


Die Kreisklinik wird gerade vergrößert, die Sparkasse hat am Westring noch Erweiterungspotenzial, das Landratsamt würde mittelfristig gern die Kfz-Zulassung wieder zu sich holen, der Netto-Discounter an der Ecke zur Abenberger Straße würde gern erweitern, die Staatsstraßenführung an dieser Ecke wurde vor Kurzem abgeändert, auf der Kupferplatte wird ein großes Kinderhaus gebaut, und die Bevölkerung im Landkreis, also auch der Bedarf an Wohnraum, wächst weiter. Dabei soll Wald erhalten werden.

Einige Gründe, um sich das Gelände im Westen von Roth genauer anzusehen. Eine "Rahmenplanung" nennt der Rother Stadtbaumeister Wolfgang Baier das, was ein Zukunftsszenario – angesiedelt zwischen Flächennutzungsplan und Bebauungsplan – schon mal aufzeigen soll.

Oder: Urbanes Wohnen und Arbeiten, wie es Diplom-Ingenieur Jörg Bierwagen vom Heilsbronner Planungsbüro Christofori und Partner beschreibt. Auf zahlreichen Detailansichten ging er vor dem Rother Stadtplanungsausschuss auf die Situation ein – die Erweiterungswünsche der Anlieger und der Bedarf an Wohn-, Arbeits- und Einkaufsraum mit Aufenthaltsqualität.

Dafür beschrieb er die Grundlagen und Möglichkeiten für ein neues Siedlungsquartier nördlich von Kreisklinik, Sparkasse und BRK: Zweite Zufahrt für das Krankenhaus, neuer Standort für den Discounter im neuen Wohngebiet (mit Wohnen über dem Einkaufsmarkt und über den Parkplätzen), Grün- und Waldflächen zwischen Reihen-, Stadt- und Doppelhäusern. Insgesamt könnten dort 250 bis 350 Wohneinheiten – womöglich mit Gründächern und begrünten Fassaden – gebaut werden. Zum Westring hin mit Lärmschutz, außerdem soll laut Bierwagen die Kreuzung zur Abenberger Straße so umgebaut werden, dass die Ortsstraße ins Zentrum auch als solche erkennbar wird.

Mit E-Ladestellen

Die Pläne reichen bis hin zu Fahrradparkplätzen und zu den E-Ladestellen für Autos, außerdem legte er dar, wie gut Boden und Gestein beim Versickern mithelfen. Für die Versorgung mit Strom und Wasser müssten die Stadtwerke ihr Versorgungsgebiet erweitern, aber es könnte eventuell ein ganzes Klimaquartier entstehen.

In Sachen Entwässerung zum Beispiel gebe es, so der Ingenieur, inzwischen schon Wohnprojekte, bei denen das Auffangen und Verwenden von Regen- bis Grau- und Schmutzwasser Siedlungen autark macht.

Für die Präsentation gab es im Ausschuss erst einmal kräftiges Lob: "So weit ins Detail ist noch niemand gegangen", bewunderte Bürgermeister Ralph Edelhäußer das Abarbeiten der vielen Einzelaspekte. Und für Sonja Möller (Freie Wähler) stellte sich der Plan ebenfalls "sehr modern" und "sehr beachtlich" dar. Aber ihrer Meinung nach sei der Umgriff von insgesamt zehn Hektar "einfach zu groß".

Und Richard Radle (Die Grünen) stellte eine so naheliegende wie praktische Frage: "Wie viel davon gehört der Stadt?" Es sind nur zwei Grundstücke, gestand Stadtbaumeister Wolfgang Baier, also stellt sich laut Radle die Frage, ob man dort überhaupt genügend Fläche kaufen könne: "Das ist das gleiche Spiel wie auf der Abenberger Höhe." Im Gegensatz dazu, so Radle, sei das Leoni-Gelände im Eigentum der Stadt. "Dort können wir doch all das machen, was hier vorgeschlagen wird."


Neuer Plan für die Abenberger Höhe


Aber, so der Stadtbaumeister, "darf" dieser Rahmenplan erst einmal Ziele formulieren. "Es soll eine ganzheitliche Planung sein", weil man die Pläne der Nachbarn – Kreisklinik und Landratsamt – ja auch in Baurecht gießen wolle. Und: Beim Leoni-Gelände werde man genauso verfahren.

Frage nach Parkplätzen

Für Franziska Lämmermann (SPD) stellte sich die Frage nach genügend Parkplätzen für die Kreisklinik – bei immerhin 550 Mitarbeitern. Die Not werde mit einer zweiten Zufahrt und eigenen Mitarbeiterstellplätzen behoben, erklärte Bierwagen. "Aber das ist Sache der Kreisklinik", stellte der Bürgermeister klar und verwies bei der Größen-Kritik von Sonja Möller auf den Grundsatz: "Kleiner geht immer."

Bei der Abstimmung darüber, dem Stadtrat das städtebauliche Entwicklungskonzept Westring West" als Konzeptvorschlag zu empfehlen, war das Bild dann doch gespalten: Das Projekt erhielt sieben Ja-Stimmen. Aber mit Richard Radle, Sonja Möller und Franziska Lämmermann stimmte auch Susanne Horn (Die Linke) dagegen. Im Januar wird das Konzept im Stadtrat Thema sein.

CAROLA SCHERBEL

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