Roth plant ein Kinderhaus an der Grundschule Kupferplatte

9.8.2018, 06:00 Uhr
An die Grundschule Kupferplatte soll ein Kinderhaus mit drei Krippen- und vier Kindergartengruppen angebaut werden. Wo der Bau am geschicktesten stehen könnte, ohne eine Schulerweiterung zu verbauen, stellte der Nürnberger Architekt Andreas Baum dem Rother Bauausschuss vor.

© Foto: Carola Scherbel An die Grundschule Kupferplatte soll ein Kinderhaus mit drei Krippen- und vier Kindergartengruppen angebaut werden. Wo der Bau am geschicktesten stehen könnte, ohne eine Schulerweiterung zu verbauen, stellte der Nürnberger Architekt Andreas Baum dem Rother Bauausschuss vor.

Etliche Machbarkeitsstudien hat die Stadt Roth schon in Auftrag gegeben – alle mit dem einen Ziel: Wo könnten Kitas gebaut, angebaut oder erweitert werden? In einer dieser Untersuchungen hat das Nürnberger Architekturbüro Baum Kappler Ideen für ein Kinderhaus auf dem Gelände der Grundschule Kupferplatte eruiert. Denn direkt gegenüber soll auf der Abenberger Höhe ein großes Wohngebiet für viele Familien entstehen. Die brauchen dann nicht nur die Grundschule, sondern auch Krippe und Kindergarten.

Sporthalle müsste weichen

Aber auch die Schule selbst müsste dann eventuell erweitert werden, deshalb schlägt Architekt Andreas Baum vor, ein zweistöckiges Kinderhaus für vier Kindergarten- und drei Krippengruppen östlich von der Schule mit Zugang von der Marie-Curie-Straße zu bauen. Für Freiflächen (und eine Spielterrasse auf dem Dach) wäre genug Platz und eine Schulerweiterung würde man sich damit "nicht verbauen".

Eine Erweiterung der clustermäßig angelegten Schule sei dann gut machbar, allerdings müsste dafür die bisherige (nicht erweiterbare) Ein-Feld-Sporthalle abgerissen werden. Statt dessen würde eine Zwei-Feld-Halle im Südosten der Schule neu gebaut – auf dem Gelände des Verkehrsübungsplatzes, wie Baum zugestand. Für diesen Platz sei bis dahin aber vielleicht ein neuer Standort zu finden.

Als weiterreichenden Plan bei noch stärker wachsendem Bedarf nannte Baum, die Schule etwas weiter nördlich komplett neu zu bauen – in jedem Fall aber könne das Kinderhaus an der jetzt geplanten Stelle bleiben.

Dass eine Kita auch gleich auf der anderen Straßenseite auf der Abenberger Höhe gebaut werden könne, wie Andreas Buckreus (SPD) vorschlug, verneinte Stadtbaumeisterin Lydia Kartmann: Der Bedarf sei früher da, als die Planung dafür nachkomme.

Und ob man eventuell gleich an ein drittes Kinderhaus-Stockwerk denken könne? Auf diese Frage von Bürgermeister Edelhäußer blieb der Architekt zurückhaltend: Wenn man nicht mit massiven Platzproblemen, wie etwa in Großstädten zu kämpfen habe, sei die zweigeschossige Bauweise für Betreuungsablauf und Personal deutlich sinnvoller. Die Empfehlung an den Stadtrat, die Pläne dafür weiter zu verfolgen, fiel einstimmig aus.

Keine Gegenstimme gab es auch bei dem Empfehlungsbeschluss an das Gesamtgremium, die Pläne für Kinderbetreuungseinrichtungen in einer Prioritätenliste anzuordnen. Denn der Bedarf ist nicht nur rund um die Abenberger Höhe groß, sondern überall im Stadtgebiet.

Hochbauamtsleiter Stefan Hofmann hatte die Maßnahmen in kurz-, mittel- und langfristig sortiert, als realisierbar schon in einem Jahr nannte er vier Projekte: "Schon am Laufen" sei die ab September geplante vorübergehende Unterbringung von einer Krippengruppe des Waldkindergartens am Awo-Sozialzentrum (weil sich der Abschluss der Kita-Erweiterung verzögert). Ebenfalls interimsmäßig will die Stadt das evangelische Gemeindehaus ab März 2019 für eine neue Krippengruppe nutzen, Details müssen laut Hofmann aber noch "intensiv abgestimmt werden".

Eine "Schutzhütte" am Kindergarten Villa Regenbogen in Eckersmühlen sei in Planung: Der kleine Raum mit 22 Quadratmetern Fläche soll eine Art Waldkita in der Kita sein und mit zehn bis 15 Kindern im nächsten Frühjahr starten. Auch der geplante Waldkindergarten Buchenzauber, für den gerade ein alternativer Standort untersucht wird, soll bis spätestens September 2019 an den Start gehen.

Unter die Überschrift mittelfristig stellt Hofmann den soeben vorgestellten Plan eines Kinderhauses an der Grundschule Kupferplatte, ein Kinderhaus an der Mehrzweckhalle in Eckersmühlen (wo ebenfalls ein großes Wohngebiet an der Zwillach entstehen soll), eine Großtagespflege für zehn Kinder im früheren Eckersmühlener Rathaus (laut Hofmann "eigentlich zu teuer", aber notwendig) sowie die Erweiterung der Kita Arche Noah an der Sigmund-Freud-Straße um zwei Krippengruppen.

Erst auf der Liste für die langfristigen Projekte erscheint der Hort, der gegenüber der Grundschule Nordring auf dem Friedhofsparkplatz gebaut werden soll. Außerdem die Erweiterung der Villa Regenbogen in Eckersmühlen um zwei Krippengruppen und ein Kinderhaus mit Hort an der Grundschule Gartenstraße.

Keine kommunale Pflicht

Elisabeth Bieber (Freie Wähler) zeigte sich enttäuscht von der hinteren Platzierung des Nordring-Horts, der doch so wichtig sei. "Kann man den nicht früher angehen?" "Dann muss aber eines der mittelfristigen Projekte nach unten rutschen", entgegnete Hofmann und ergänzte, dass "wir nie all das schaffen, was wir schaffen wollen". An erster Stelle stünden Krippen- und Kita-Plätze, erklärte auch der Bürgermeister. Der Bau von Hortplätzen sei (noch) keine Pflichtaufgabe der Kommune – gleichwohl könne sich das in den nächsten Jahren ändern, weil das Vorhaben im Koalitionsvertrag vereinbart ist.

Keine Kommentare