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Mittwoch, 21.04.2021

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Roth und Schwabach: Gemeinsam für den Wald

Ein Kooperationsvereinbarung eröffnet neue Möglichkeiten - 02.11.2020 14:42 Uhr

Die Zerreichen im Hintergrund stehen für die „Waldzukunft zum Anfassen“ – ein wichtiges Projekt im Rahmen der Kooperationsvereinbarung, die hier vom FBG-Vorsitzenden Thomas Harrer und AELF-Forstchef Christian Kölling unterzeichnet wird. Der Fichtenstock im Vordergrund zeigt, welche Baumart hier bald der Vergangenheit angehört.

01.11.2020 © Foto: Jürgen Leykamm


"Wir wollen nun noch besser zusammenarbeiten, als wir es ohnehin schon tun!" Mit diesen Worten bekräftigte Christian Kölling als Forstbereichschef des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Roth (AELF) die Kooperationsvereinbarung jener Behörde mit der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Heideck-Schwabach. Gemeinsam mit deren Vorsitzenden Thomas Harrer unterzeichnete er sie standesgemäß auf einer Waldlichtung.

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CO2-Bilanz: So viel leisten Bayerns Wälder für das Klima

In bayerischen Wäldern sind gewaltige Mengen an Kohlenstoff gespeichert. Jahr für Jahr entziehen die Bäume der Atmosphäre Millionen Tonnen von CO2, durch Holzprodukte wird weiteres Kohlendioxid eingespart, weniger Erdöl, Kohle und Erdgas werden verbraucht. Wie viel Bayerns Wald genau für Bayerns CO2-Bilanz leistet, haben wir einer Bildergalerie aufgelistet.


Hintergrund und Grundlage dieser Vereinbarung bildet der im Sommer 2018 geschlossene Waldpakt zwischen der Bayerischen Staatsregierung und den Waldbesitzern sowie ihren Interessensvertretungen. Die entsprechenden Behörden und Selbsthilfeeinrichtungen sollen sich stärker verzahnen, um gemeinsam die "drastischen Herausforderungen" von Klimawandel und demografischen Veränderungen besser bewältigen zu können, heißt es dementsprechend auch in dem jetzt unterzeichneten Papier.


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In ihm bekennen sich die beiden Partner zum Erhalt der "Multifunktionalität der bayerischen Wälder" und der "Sicherstellung einer flächendeckenden, nachhaltigen und zukunftsweisenden Waldbewirtschaftung und -pflege".

AELF und FBG setzten auf intensiveren Informationsaustausch sowie gemeinsame Fortbildungen und Sammelberatungen wie etwa zur Wiederbewaldung nach dem Auguststurm 2019. Man will sich gegenseitig zu diversen Lehrfahrten einladen und die Öffentlichkeitsarbeit miteinander abstimmen. Ferner kann die Forstbetriebsgemeinschaft nun verstärkt auf behördliche Unterstützung bei der Entwicklung neuer Geschäftsfelder über die Holzvermarktung hinaus hoffen.

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Der Klimawandel macht auch vor Bayern nicht Halt. Bis zum Jahr 2100 soll es bis zu 4,5 Grad wärmer werden. Das hat gravierende Auswirkungen auf das Leben im Freistaat.


Ein Beispiel dafür bildet etwa die Einführung eines "Pflege- und Nachlichtungspaketes". Auch kniffligen Fragen will man sich einträchtig stellen – etwa denen in Bezug auf Jagd und Abschusszahlen. Bei Hegegemeinschaften, in denen sie dauerhaft zu tief sind, soll durch fachliche Hilfestellung für die FBG durch das Amt noch stärker für das Eigentümerinteresse eingetreten werden.

Die Rede ist vom "Schaffen eines kritischen Bewusstseins im Themenkomplex Jagd-Waldumbau". Treffen mit Vertretern der Forstbaumschulen oder Forstinfotage in Kooperation mit der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) stehen ebenso auf der Agenda. Dort eigentlich ganz oben befinden sich Exkursionen im Rahmen des Projekts "Waldzukunft zum Anfassen". Dabei begibt man sich in Gebiete dieser Erde, in denen jenes Klima herrscht, das unsere Region in einigen Jahrzehnten erwartet.

Der Zerreiche gehört die Zukunft

Eine entsprechende Frankreichfahrt fiel heuer allerdings Corona zum Opfer. "Stattdessen haben wir Lehrvideos gedreht", so Försterin Katja Walter von der FBG. Außerdem ist derzeit ein Klimaatlas im Entstehen. Er soll je nach Lage zukunftsfähige Baumarten für den Waldumbau empfehlen. Ganz nach dem Motto: "Der Landkreis Roth sucht die Zukunftsbäume!"

Testen Sie Ihr Wissen in unserem Nachhaltigkeits-Quiz

© Patrick Pleul dpa

Finden Sie heraus, wie gut Sie sich in Sachen Umweltschutz, Klimawandel oder Nachhaltigkeit auskennen. Wir haben acht Fragen aus unserem Alltag herausgepickt mit jeweils drei Antwortmöglichkeiten - aber nur eine davon stimmt. Am Ende sehen Sie, wie Sie abgeschnitten haben.

© Julius-Maximilians-Universität Würzburg (dpa)

© Julius-Maximilians-Universität Würzburg (dpa)

Frage 1/8:

Wie lange dauert es, bis ein Kaugummi verrottet?

Mehrere Jahre - wenn überhaupt. Denn damit Kaugummi so schön gummiartig ist, braucht es sogenannte Polymere - und die basieren auf Erdölbasis. Zusammen mit Zucker oder Zuckerersatzstoffen, künstlichen Farbstoffen, Verdickungsmitteln und Geschmacksverstärkern kauen wir am Ende auf einer Substanz, die biologisch nur schwer abbaubar ist. Die ökologisch bessere Alternative sind also Lutschpastillen.

© Lukas Schulze, NZ

© Lukas Schulze, NZ

Frage 2/8:

In welche Mülltonne gehören leere Tiefkühl-Verpackungen?

In die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack - wenn nichts anderes auf dem Karton steht. Denn oft ist die Verpackung mit Kunststoff beschichtet.

© dpa

© dpa

Frage 3/8:

Und wohin gehören Kassenbons?

Kassenbons (wie auch Lotteriezettel, Automatenbelege oder manche Kontoauszüge) bestehen aus sogenanntem Thermopapier, bei dem die Farbe durch Hitze erzeugt wird. Für die dafür nötige Beschichtung wird meistens Bisphenol A (BPA) verwendet, ein Weichmacher, der als krebserregend gilt. Deshalb dürfen Kassenbons nicht in den Recycling-Kreislauf gelangen.

© Colourbox.de

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Frage 4/8:

Ein Vollbad verbraucht ungefähr 140 Liter Wasser. Und eine Dusche?

Es sind im Schnitt 15 Liter. Inzwischen gibt es aber energiesparende Duschköpfe, bei denen z.B. Luft beigemischt wird. In der Anschaffung sind sie zwar teurer als herkömmliche Duschköpfe. Je nachdem, wie oft und wie viele Menschen in einem Haushalt duschen, kann sich so ein Kauf aber schnell rechnen.

© Ina Fassbender/dpa

© Ina Fassbender/dpa

Frage 5/8:

Wie viele Einweg-PET-Flaschen werden in Deutschland pro Stunde verbraucht?

Fast zwei Millionen! Laut Deutscher Umwelthilfe sind Einweg-Flaschen aus Plastik immer noch das am häufigsten verwendete Material bei Getränken. Weil für die Herstellung oft neuer Kunststoff verwendet wird, ist so viel Rohöl nötig, wie fast 400.000 Einfamilienhäusern genügen würde, um ein Jahr lang beheizt zu werden.

© Britta Pedersen/Archiv (dpa)

© Britta Pedersen/Archiv (dpa)

Frage 6/8:

Wo ist die Umweltbilanz beim Smartphone am schlechtesten?

In der Herstellung liegt der Verbrauch an Energie und CO2 immer noch 5 bis 10 Mal so hoch wie in der Nutzung. Das liegt vor allem an Rohstoffen (Erze, Gold oder seltene Erden), die energieintensiv abgebaut werden müssen. Laut Greenpeace verschlang die Smartphone-Produktion in den letzten zehn Jahren so viel, wie ganz Indien pro Jahr für die Energieversorgung braucht.

© Bodo Marks/Archiv (dpa)

© Bodo Marks/Archiv (dpa)

Frage 7/8:

Wir bestellen immer öfter Kleidung online. Wie viele Pakete gehen im Schnitt zurück?

Fast jedes Zweite! Laut Verbraucherzentrale macht das rund 800.000 Pakete - jeden Tag. Der Kohlendioxid, der dadurch entsteht, entspricht 255 Autofahrten von Frankfurt nach Peking.

© colourbox.de

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Frage 8/8:

Ein Flug nach Teneriffa ist so schädlich wie ??? Autofahren.

Etwa ein Jahr lang. Diese Angabe stammt von der Umweltorganisation Germanwatch und beruft sich auf eine Studie internationaler Forscher (The carbon footprint of global tourism).

© Patrick Pleul dpa

Lust auf ein weiteres Quiz?

Dann hier entlang!

Einem solchen hat vor mehreren Jahrzehnten bereits der schon verstorbene Vorgänger von Gredings Revierförster Josef Adam buchstäblich den Boden bereitet. Johann Meyer war es einst, der eine stattliche Menge an Zerreichen im ehemaligen Rechtlerwald bei Kraftsbuch ansiedelte. Heute stehen im "südlichen Grasöd" des Stadtwalds Greding rund 60 Exemplare jenes Baumes, der im nordöstlichen Mittelmeerraum beheimatet ist. Nächstgelegene, heimische Vorkommen finden sich in Niederösterreich.

"Für die Zerreichen gibt es in Sachen Waldzukunft eine bessere Prognose als für die hier noch bestimmenden Trauben- und Stileichen", so Kölling.

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Für den Waldumbau seien die Exoten, die bislang im Landkreis nur hier zu finden seien, ebenso interessant wie für die wirtschaftliche Nutzung. Der Baum verfügt über eine rissige Borke, ledrige Blätter, Fähnchen an den Knospen und stachelige Fruchtbecher. Die Zerreiche, so war man sich einig, steht symbolisch für die Zukunft des hiesigen Waldes – ein Fichtenstock erinnerte während des Setzens der Unterschriften daran, dass eine noch prägende Baumart hier bald der Vergangenheit angehören wird.

Jürgen Leykamm

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