Dienstag, 13.04.2021

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Rother Bauausschuss verweigert einem Wohnbauprojekt sein Einvernehmen

Obwohl Wohnraum benötigt wird - 08.10.2020 15:29 Uhr

Zwei drei- bis viergeschossige Wohnblocks will ein Investor in der Münchener Straße bauen. Der Bauausschuss findet die Gebäude zu hoch und nicht passend.

08.10.2020 © Foto: Carola Scherbel


Zwei Gebäudekomplexe will das Unternehmen an der Ausfallstraße Richtung Kiliansdorf dort errichten, wo früher eine Tankstelle stand. Doch nicht nur dort, sondern noch ein gutes Stück nach Norden und nach Westen Richtung Rednitzgrund, wo bisher noch zwei Gebäude stehen.

Das vordere Haus quer zur Straße ist mit drei Stockwerken geplant, das zweite, weiter Richtung Rednitzgrund und Landschaftsschutzgebiet parallel zur Straße ausgerichtete Gebäude soll nach hinten sogar viergeschossig gebaut werden.

Wohnraum werde zwar benötigt, aber die beiden Riegel seien "zu hoch" und "nicht eingepasst" in die Bebauung in der Nähe, werteten bei der Sitzung die Vertreter mehrerer Fraktionen. Zudem würden sich die Anlieger "nicht richtig informiert" fühlen, gab Jutta Scheffler (Die Grünen) die schriftlich geäußerte Kritik von Nachbarn weiter.

Laut Stadtbaumeister Wolfgang Baier war der Grund für die späte Information jedoch der, dass der Bauherr von seinem Recht Gebrauch gemacht habe, die Nachbarn nicht selbst zu benachrichtigen, sondern damit die Stadt Roth beauftragte. Was nach Eingang des Bauantrags auch so geschehen sei.

"Es ist auch wuchtig"

Außerdem wies Baier bei der Sitzung darauf hin, was man in Beratungsgesprächen bereits erwirkt habe: Aus zunächst drei geplanten Wohnblöcken seien zwei geworden. Und die erste Planung habe auch für das vordere Haus an der Straße noch vier Stockwerke vorgesehen. Auch da habe man eine Reduzierung auf drei Geschosse erreicht.

Von den rechtlichen Vorgaben her – es besteht kein Bebauungsplan, und gegenüber auf der anderen Straßenseite existiert bereits ein vierstöckiges Wohnhaus – sei das Projekt zulässig. "Aber", so Baier: "Es ist auch wuchtig." Ob der Bau die Abstandsflächen zu den Nachbarn einhalte, prüfe dagegen nicht die Stadt, sondern das Landratsamt als Genehmigungsbehörde. Auch das Prüfen von Altlasten von der Tankstelle sei Sache der Landkreisbehörde.

Die Stadt Roth schaue lediglich auf die Einhaltung der Grundflächenzahl und ob ein Bau ins Bild der Umgebung passt. Dann erteile sie ihr Einvernehmen – oder eben nicht. Allerdings setze sich das Landratsamt in der Regel nicht über die städtische Bewertung hinweg.

Allein Andreas Buckreus, der als 2. Bürgermeister Ralph Edelhäußer vertrat – und damit die Sicht der Verwaltung repräsentierte – votierte dann für das Einvernehmen. Die anderen zehn Ausschussmitglieder verweigerten dem Antrag ihre Billigung.

car

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