Stellungnahme der Stadt

Rother Christkindlesmarkt: Ein Hoffnungsschimmer?

Der Rother Christkindlesmarkt könnte nach den neuen Vorgaben vielleicht doch noch stattfinden - zumindest an zwei Adventswochenenden.

Der Rother Christkindlesmarkt könnte nach den neuen Vorgaben vielleicht doch noch stattfinden - zumindest an zwei Adventswochenenden. © Oliver Frank, NN

Der Rother Christkindlesmarkt muss erneut abgesagt werden: Die Meldung aus dem Rother Rathaus ist noch keine Woche alt. Und sie erzeugte viel Unmut in der Stadt. Zum einen hatten andere Kommunen schon angekündigt, ihre Weihnachtsmärkte durchzuführen oder zumindest ein Ersatzprogramm anzubieten.

So wird nicht nur der Nürnberger Christkindlesmarkt (dezentral) stattfinden, auch Hilpoltstein, Spalt, Abenberg oder Allersberg hatten Budenzauber in anderen Formaten angekündigt oder zumindest den Willen bekundet, diesen durchzuführen.

Irritation nach Matthäusmarkt

Der andere Grund: Kurz nach der Rother Absage hatte dort der Matthäusmarkt stattgefunden. In der Fußgängerzone war einiges los, eine Einbahnstraßenregelung war alles, was an Auflagen zu beachten war. Keine Einlassbeschränkungen, Masken auf freiwilliger Basis:

Die Auflagen waren deutlich geringer als beim Christkindlesmarkt, dessen Absage genau damit begründet worden war. "Da reibt man sich schon verwundert die Augen und fragt sich: wieso gelten offenbar für den Matthäus-Markt andere Regeln als für den Christkindlesmarkt?", schrieb eine Rother in der Redaktion.

Nun hat die Stadt mit einer Stellungnahme reagiert. "Wir verstehen den Unmut der Bürger*innen und bedauern ebenfalls sehr, dass der Rother Christkindlesmarkt abgesagt werden musste", lautet der erste Satz. In der Folge wird auf die Schwierigkeiten der Planung hingewiesen, da man von den Auflagen der Staatsregierungen und des Landratsamtes abhängig ist.

Zudem gelte die Erlaubnis für Weihnachtsmärkte nur unter Vorbehalt der Infektionsentwicklung. "Einen zwölftägigen Markt mit rund 50 bis 60 beteiligten Vereinen, Institutionen und 30 bis 40 auftretenden Musikern und Akteuren kann man nicht mit fünf Wochen Vorlaufzeit organisieren."

Gerichtsverfahren läuft

Auch der Festplatz als Ersatzort anstelle der Innenstadt sei natürlich diskutiert worden. "Allerdings läuft für diese Fläche ein Gerichtsverfahren mit einem Anwohner aufgrund der Lärmemissionen durch die bestehenden Veranstaltungen. Solange es hierzu kein Urteil gibt, können keine weiteren zusätzlichen Veranstaltungen auf dem Festplatz / im Stadtgarten durchgeführt werden, da dies evtl. die bestehenden Veranstaltungen (u.a. Frühlingsfest/Kirchweih/Challenge) gefährden würden, wenn eine weitere, und sei es nur ausnahmsweise, hinzu käme."

Für den Matthäusmarkt wiederum gelten im Rahmen der Infektionsschutzverordnung andere Regeln als für den Christkindlesmarkt. Bühnenprogramm und Alkoholausschank sind demnach hier die Knackpunkte. "Als Alternative wäre ein Markt ausschließlich mit Verkaufsständen (z. B. Kunsthandwerk) möglich - der Ausschank von Glühwein und ein Besuch des Christkindes wären dann jedoch nicht möglich", so die Stadt in ihrer Stellungnahme.

"In Roth bieten die meisten bewährten Standbetreiber Essen und Getränke an, das Angebot müsste ein komplett anderes sein, damit sich die Auflagen ändern", schreibt Pressesprecherin Viola DeGeare.

Glühwein, Schmankerl, Rahmenprogramm

Wegen Kontaktdatenerfassung und 3G-Kontrolle wäre es auch nicht möglich, den Markt zu entzerren, schließlich kann man schwer die Innenstadt einzäunen. Ob die Vorgaben unter den strengen Regelungen durchführbar sind, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab und ob Glühweinausschank und Rahmenprogramm zurückgefahren werden.

Die Absage in Schwabach und Wendelstein zeige, das dies auch andere Kommunen treffe. Allerdings hat mittlerweile auch Schwabach ein Ersatzprogramm angekündigt.

Nürnberg wiederum könne sich als kreisfreie Stadt den Christkindlesmarkt quasi selbst genehmigen, für einem Landkreis zugeordnete Kommunen trifft dies aber nun nicht zu.

Nun hat Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger Weihnachtsmärkte ohne Zaun und Maske in Aussicht gestellt. Mittlerweile ist das fest, offen sind die genauen Vorgaben, die dann gelten sollen. In Roth wartet man gespannt darauf, denn: "Wir werden prüfen, ob mit den neuen Vorgaben eine kleinere Alternative des Christkindlesmarktes, ggf. an einem oder zwei Wochenenden, umsetzbar ist."

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