15°

Mittwoch, 30.09.2020

|

Rother "Kirchweih-Shopping" kam nicht an

Nur wenige Besucher zog es zum Kerwa-Ersatz in die Innenstadt - 09.08.2020 18:30 Uhr

Gute Miene zum schlechten Spiel? Die Besucher des „Kirchweih-Shoppings“ waren vom Konzept der Veranstaltung enttäuscht. Stadtmarketing-Beauftragter Mark Bartholl machte auch die Hitze verantwortlich für diese Bruchlandung.

© Foto:Yevheniia Frömter


Gänzlich sollte nicht auf Kirchweihstimmung verzichtet werden: Der Rother Einzelhandel, die Stadtverwaltung und etliche Gastronomen veranstalteten als "Plan B" das "Kirchweih-Shopping". Über den Marktplatz waren auch einige Schausteller verteilt, um zumindest für ein wenig Stimmung zu sorgen. Attraktive Angebote, kostenlose Schmankerl und preisreduzierte Waren ersetzen aber keine Kirchweih. Zu diesem Fazit kamen nicht nur die Händler. Auch die Besucher zeigten sich von diesem Konzept nicht sonderlich überzeugt.

Über mangelnde Kundschaft in seinem Schuhgeschäft konnte Uwe Heyder wahrlich nicht klagen. Doch: "Am Marktplatz selbst herrschte tote Hose. Ich bin enttäuscht." Vor seinem Laden sorgte Heyder für Musik auf der Straße. Ein Alphornbläser sollte für Aufmerksamkeit sorgen und die Menschen unterhalten. "Trotz einer Genehmigung wurden wir von der Polizei sechs Mal kontrolliert. Das muss doch wirklich nicht sein", klagte Heyder.

Bilderstrecke zum Thema

"Kirchweih-Shopping" statt Kärwa

Über das traditionelle Kirchweihwochenende musste wie bereits zum Frühlingsfest auf Riesenrad, Schießbude und Bierzelt verzichtet werden. Am Festplatz herrschte gähnende Leere, wo sonst der Bär für ein verlängertes Wochenende steppt - einmal mehr schob Corona einen Riegel vor. Allerdings musste nicht gänzlich auf Kirchweihstimmung verzichtet werden.


Dass der Stadtbus trotz "Festbetriebes" über den Marktplatz rollte, habe indes keinen interessiert. Große Enttäuschung habe es auch gegeben, als das angekündigte Musikprogramm kurzfristig abgesagt werden musste. Für Heyder sei es darüber hinaus auch nicht nachvollziehbar, warum ein Fahrgeschäft für Kinder im Schlosshof versteckt werden musste: "So etwas gehört ins Zentrum." Noch weniger Verständnis hat Heyder für die unterschiedlichen Meinungen der Behörden: "Das eine Amt genehmigt etwas, das andere widerruft es wieder."

Ein Ehepaar aus Allersberg kam beispielsweise mit dem Fahrrad in die Kreisstadt zum "Kirchweih-Shopping". Man habe sich auf gute Stimmung gefreut. Allerdings habe sich die Stadt Roth nicht mit Ruhm bekleckert, so der Eindruck beider: "Eine Lachnummer."

Kostenlose "Selfies"

Eine von vielen Attraktionen waren kostenlose "Selfies" bei Foto Ganzmann. "Es ist nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten", erklärte eine Mitarbeiterin im Dirndl. Es sei eben keine Kirchweih. "Eine Schießbude oder Entenangeln hätten den Marktplatz bereichert. Es ist eine blöde Situation." Dennoch sei es erstaunlich, dass sich viele Besucherinnern und Besucher in ihre Trachten "gezwängt" hätten. Auch viele Kinder durften begrüßt werden.

"Die Idee an sich ist ganz gut", zeigte sich der Stadtmarketing-Beauftragter Mark Bartholl überzeugt. Die heißen Temperaturen seien seiner Ansicht nach mitverantwortlich, dass nur wenige Leute den Weg in die Innenstadt gefunden hätten. "Es ist schon mau. Gerade bei einer solchen Hitze machen sich die Schwächen unseres Marktplatzes bemerkbar." Ein paar mehr Stände hätten es auch für Bartholl sein dürfen, doch die Rahmenbedingungen ließen dies nicht zu.

Über mehr Besucher hätte sich auch das Museum im Schloss Ratibor gefreut. Dort kann noch bis zum 30. August ein bunter Reigen an Kirchweihexponaten begutachtet werden. Alte Fotografien, Plakate und Unterlagen aus unterschiedlichen Jahrzehnten zeigen, wie die Kirchweih in Roth früher gefeiert wurde.

Trotz aller Kritik sieht Claudia Lux das Positive. "Es ist schön und mehr los als sonst. Auch für die Schausteller ist es eine Chance in dieser schwierigen Zeit", sagte die dritte Bürgermeisterin.

Weitere Fotos unter
www.nordbayern.de/roth

MARCO FRÖMTER

3

3 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Roth