Rother Stadthalle bekommt noch eine "Schonfrist"

29.9.2016, 17:12 Uhr
Ob und wann die Rother Stadthalle nun abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird, ist unklar.

© Foto: Archiv/Scherbel Ob und wann die Rother Stadthalle nun abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird, ist unklar.

Vor vier Jahren habe der Stadtrat den Neubau einer Festhalle beschlossen, erinnerte Andreas Buckreus (SPD) die Stadträte. Und vor eineinhalb Jahren habe das Gremium Architekten mit Plänen dafür beauftragt. „Was ist inzwischen passiert?“, fragte Buckreus Richtung Bürgermeister Ralph Edelhäußer und Stadtverwaltung. Denn vor wenigen Tagen habe der Rathauschef bei der Bürgerversammlung davon gesprochen, dass die Stadthalle wohl weitere fünf Jahre stehen bleibe. „Sind damit unsere Beschlüsse hinfällig?“, wollte der SPD-Sprecher wissen. Und: „Was ist jetzt der Stand?“

Von der Schließung der Halle habe das Landratsamt damals tatsächlich gesprochen, machte Bürgermeister Ralph Edelhäußer auf Buckreus‘ „berechtigte Frage“ hin klar: „Wir mussten handeln.“ Deshalb wollte man damals „schnell in die Puschen kommen“, also einen Ersatzbau beschließen und beauftragen.

Eine „glückliche Fügung“ sei es dann aber gewesen, dass im Staatsarchiv eine Art Baugenehmigung für die Halle gefunden wurde, sodass „der Druck zu handeln nicht mehr so groß war“.

Die Stadthalle könne nun zwar vorerst weiterbetrieben werden, allerdings, so ergänzte Hochbauamtsleiter Stefan Hofmann, nur unter bestimmten Umständen. So fordert etwa ein Brandschutzgutachten von der Stadt mehrere Einbauten, „die aber finanziell machbar sind“. Deutlich teurer werde eine Brandmeldeanlage, die an die Integrierte Rettungsleitstelle gekoppelt werden müsse, außerdem eine Entrauchungsanlage, sodass die Fenster automatisch geöffnet werden. Hofmann: „Wir müssen erst sehen, was das alles kostet.“ Dann wolle die Verwaltung dem Stadtrat die neuen Entwicklungen vorstellen.

Die ungewisse Zukunft der Halle ergänzte der Bürgermeister dann noch um einen weiteren Aspekt: Bisher sei immer klar gewesen, dass auch eine neue Stadthalle beim Festplatz stehen müsse, aber nun stehe ja der Leoni-Umzug vor der Tür. Die Überlegung, ob ein Stadthallen-Neubau auf dem Noch-Leoni-Gelände Platz finde, dürfe wiederum erst dann starten, „wenn Leoni im Industriegebiet wirklich loslegt“. Aus all diesen Gründen habe man, so Edelhäußer, bei Thema Stadthallen-Neubau „erstmal einen Gang rausgenommen“.

Trotzdem erinnerte Elisabeth Bieber (Freie Wähler) daran, dass in der jüngeren Vergangenheit bei Veranstaltungen in der Stadthalle immer wieder Alarm ausgelöst worden sei, „weil es geraucht hat“. Wenn die Halle geräumt werden müsse, sei das „schon sehr peinlich“. Stefan Hofmann versicherte ihr jedoch, das schuldige Gerät sei mittlerweile ausgebaut. Und Jutta Scheffler (Grüne) sah in der Schonfrist für die Halle schon das „positive“ Signal, „dass wir um einen Neubau herumkommen“.

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