Rother Stadtrat stimmt für Tiefgarage in der Otto-Schrimpff-Straße

31.8.2019, 14:15 Uhr
Es geht eng zu auf dem Parkplatz vor der Firma Bayka. Hier soll gebaut werden.

© Carola Scherbel Es geht eng zu auf dem Parkplatz vor der Firma Bayka. Hier soll gebaut werden.

Der Bebauungsplan für die geplanten Regens-Wagner-Wohn- und Förderstätten in Roth sorgt im Stadtrat weiter für Diskussionen. Trotzdem wurde der Vorentwurf fast einstimmig verabschiedet.

Dabei hat gar niemand Einwände gegen das Projekt der Einrichtung an der Ecke Städtler- und Otto-Schrimpff-Straße: Ein Haus mit 24 Wohnplätzen sowie einer Förder- und Beratungsstätte direkt am Eingang zur Rother Innenstadt, wo damit eine Industriebrache umgewandelt wird – "ein idealer Standort", findet nicht nur der Leiter Hochbauamtes Stefan Hofmann. Aber: Das große Thema, das mehrere Stadtratsmitglieder zum Widerspruch reizt, sind Parkplätze. Besser gesagt: fehlende Parkplätze.

Denn nicht nur das Gebäude von Regens Wagner ist auf diesem Areal geplant, sondern der Bebauungsplan sieht davor noch ein Wohn- und Geschäftshaus vor, direkt an der Städtlerstraße. Dort ist aber bisher ein Parkplatz für 46 Autos. Natürlich solle dieser Bestand an Parkplätzen erhalten bleiben, rechtfertigt Hofmann die Pläne. 

Schon jetzt zu wenig Plätze

Mit einer kritischen Nachfrage in der jüngsten Stadtratssitzung korrigierte SPD-Stadtrat Gerhard Grau schon mal die von Verwaltung genannten 40 Plätze auf 46. Außerdem ging er konform mit seiner FW-Kollegin Elisabeth Bieber: Diese hatte kritisiert, dass das Bauamt auch Parkplätze in der Otto-Schrimpff- und eventuell an der Städtlerstraße (mit Versetzung der Bushaltestelle Richtung Ampel) plant. "Die Otto-Schrimpff-Straße ist sowieso dauernd zugeparkt", schimpfte sie, "und Bayka-Laster stehen da auch".

Für Richard Radle (Die Grünen) bot die Diskussion erneut Anlass, auf seinen Vorschlag des Aufständerns hinzuweisen. Er hatte bereits bei der Beratung des Bebauungsplanes im Stadtplanungsausschuss angeregt, dass das Geschäftshaus mit den "Mikrowohnungen" sozusagen auf Stelzen gestellt wird. Statt des Erdgeschosses stünden dann Parkplätze zur Verfügung.

Bisher ist nichts konkret

"Wir sind doch erst im Stadium des Vorentwurfs", entgegnete Hofmann, alle Anregungen würden auch geprüft und gegebenenfalls eingearbeitet. Aber er würde nicht empfehlen, sich mit einer Verpflichtung darauf jetzt schon selbst Fesseln anzulegen. "Außerdem", so ergänzte Bürgermeister Ralph Edelhäußer, "eine Tiefgaragen-Etage wird sowieso nötig sein. Denn die Bestandsparkplätze müssen ja erhalten und zudem neue Stellplätze nachgewiesen werden." Die Frage sei, ob sas Ausbaggern für ein zweites, teures Deck nach unten nötig sei.

Radle bestand deshalb nicht darauf, die Aufständerung förmlich zu beantragen. Aber für Sonja Möller (Freie Wähler) stellte sich ein grundsätzliches Problem: "Warum muss der Bebauungsplan partout ausgeweitet und ein Wohn- und Geschäftshaus einbezogen werden?" Unverständlich erschien ihr das angesichts der gar nicht konkreten Vorhaben: Für das Geschäftshaus gebe es noch keinen Investor, sondern nur "Interesse", erfuhr sie von Edelhäußer.

Schicksal von Stadträten

Geradezu "schrecklich" finde sie es, wenn dieser Platz, "der sich zur Innenstadt hin öffnet", zugebaut werde. Und ärgerlich sei, dass sie nicht dem Regens-Wagner-Vorhaben zustimmen, die zusätzliche Bebauung aber ablehnen könne. Kommentar des Bürgermeisters: "Tja, das ist das Schicksal von Stadträten".

Bei der Abstimmung hoben dann doch fast alle die Hand für den Vorentwurf – auch Sonja Möller. Nur ihr Fraktionskollege Max Eiber stimmte dagegen.

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