Mittwoch, 25.11.2020

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Röttenbacher Metzgermeister Andreas Knäblein ausgezeichnet

Es zählte dabei nicht nur Geschmack - 21.10.2020 10:43 Uhr

Preisgekrönter Metzger. Aber Andreas Knäblein geht es nicht um Medaille und Urkunde, sondern darum, „ob bei uns wirklich alles passt“.

20.10.2020 © Foto: Yevheniia Frömter


Bei Andreas Knäblein geht es um die Wurst: Um die hohe Qualität der Fleisch- und Wurstwaren seiner Metzgerei regelmäßig überprüfen zu lassen, nimmt er seit Jahren an einer "freiwilligen Selbstkontrolle" teil. In sporadischen Abständen wird eine Auswahl seiner Leckereien in einem Augsburger Labor von Fachleuten untersucht.

Das Engagement des 33-jährigen Metzgermeisters dankt nicht nur die treue Kundschaft, die von weit über den Landkreis hinaus zum Einkaufen in seine Filialen in Röttenbach und Georgensgmünd kommt.

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Auch das bayerische Landwirtschaftsministerium zeigte sich von den Resultaten überzeugt und händigte dem leidenschaftlichen Metzger den Staatspreis als "Anerkennung für dauerhaft herausragende Ergebnisse bei der Qualitätsprüfung des Bayerischen Metzgerhandwerks" aus.

"Darauf sind wir besonders stolz"

Unter zahlreichen Teilnehmern wurden zehn Metzgereien aus dem Freistaat prämiert – in Mittelfranken war die Metzgerei Knäblein übrigens der einzige Betrieb, der sich über Medaille und Urkunde freuen durfte. "Darauf sind wir besonders stolz", freut sich Knäblein. Es sei bereits die zweite Auszeichnung dieser Art: "Und zwar in Folge."

Lob und Dank gab er an seine gut 20 Mitarbeiter weiter: "Ohne mein Team wäre so ein Erfolg überhaupt nicht möglich." Schummeln könne man bei diesem "Wettbewerb" übrigens nicht. Nur einen Tag vor Abholung der zu prüfenden Lebensmittel von einem Kurier erhalte Knäblein eine Mitteilung. "Man kann sich also nicht darauf vorbereiten."

Es wird viel getestet 

Besonders gilt dies für seinen "Röttenbacher Bauernschinken", der drei Monate reifen muss. Im Labor werde der Schinken genau unter die Lupe genommen. Dabei zähle nicht nur "Biss" und Geschmack. "Es wird sensorisch, mikrobiologisch und analytisch getestet", erklärt Knäblein. Nicht zuletzt esse bei der Begutachtung das Auge mit: "Bei einem Loch oder Riss im Leberkäse gibt es Punktabzug."

Auch da könne nicht manipuliert werden, da nicht nur eine Scheibe nach Augsburg geschickt werden würde, sondern ein kompletter Leberkäse: "Niemand weiß, ob sich doch eine Luftblase eingeschlichen hat."

Regionale Produkte 

Solche "Kleinigkeiten" passieren aber hie und da. "Wir sind ein klassischer Handwerksbetrieb und keine Großfabrik." Zutaten, Geschmack und Geruch würden aber auch wichtige Punkte bringen. Und davon hat Knäblein ordentlich Ahnung. Besonderen Wert legt er auf die hauseigene Schlachtung und der Verwendung regionaler Produkte.

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Darüber hinaus verfüge er über Erfahrung. Seine Ausbildung habe Knäblein nicht im Familienbetrieb angetreten. Und bevor er vor drei Jahren die Geschäftsleitung in Röttenbach übernahm, arbeitete der Familienvater bei fünf Metzgereien zwischen Nürnberg und Ingolstadt. Den Rat seines Vaters nahm er sich nämlich zu Herzen: "Suche dir aus jedem Betrieb das Beste aus und mach’s noch besser."

Mit vielen Auszeichnungen in der Tasche wollte er sich aber nicht auf Lorbeeren betten: "Es ist ein Ansporn, unser hohes Niveau zu halten und darauf weiter aufzubauen." Dabei gehe es nicht um eine Urkunde. Im Gegenteil: "Damit lasse ich kontrollieren, ob bei uns wirklich alles passt. Dann haben wir es schwarz auf weiß."

 

MARCO FRÖMTER

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