Schnelltests für Einsatzkräfte: Feuerwehr im Landkreis Roth stellt Expertengruppe auf

19.1.2021, 19:00 Uhr
Kurz vor Weihnachten übten die First Responder der Rohrer Feuerwehr in voller Schutzausrüstung an zwei Abenden, wie man einen Abstrich macht.

Kurz vor Weihnachten übten die First Responder der Rohrer Feuerwehr in voller Schutzausrüstung an zwei Abenden, wie man einen Abstrich macht. © Foto: FF Rohr

Die letzte Schneekatastrophe in Ostbayern liegt zwei Jahre zurück und hat gezeigt, dass bei so einem Großeinsatz schnell alle lokalen Ressourcen erschöpft sind, eine interne Unterstützung der Einsatzkräfte deshalb mehr als wünschenswert wäre. "Die oberste Priorität ist die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehren", so das Credo von Bundesfeuerwehrarzt Klaus Friedrich. Er ist Eibacher sowie Mitglied der BRK-Bereitschaft Schwabach und so ist es kein Wunder, dass das Projekt in der Nachbarschaft angeschoben wurde. Zur Unterweisung der Rohrer kurz vor Weihnachten war er selbst vor Ort.

Kreisbrandrat Werner Löchl hat die Feuerwehr Rohr herausgepickt, weil sie durch ihre "First Responder" schon medizinische Qualifikation haben. Nach dem Segen durch Bürgermeister Felix Fröhlich und nach Rücksprache von Kommandant Roland Betsch mit den Ersthelfern haben sich 13 Mädls und Jungs freiwillig für den Dienst bereiterklärt. Fachliche Unterstützung leisten Dr. Bernd Zaunseder (Roth) und Dr. Matthias Holzmann (Greding), beide längst in Feuerwehren des Landkreises verwurzelt. Ebenfalls mit dabei ist die Atemschutzstrecke mit technischer Ausrüstung, wie zum Beispiel speziellen Schutzanzügen.

Dank der Sanitätsausbildung ging die Zusatzschulung flott vonstatten. "An zwei Abenden haben die eifrig in den Nasen rumgebohrt", beschreibt Löchl flapsig die Szenerie. Und jetzt hofft man eigentlich, dass man nicht benötigt wird.

Das ist aber eher unwahrscheinlich. Bevor die Dispo-Gruppe San in Erscheinung tritt, sollten die offiziellen Teststationen angesteuert werden. Doch das kann im Notfall gerade die ungünstigste Lösung sein. Ein Szenario, das der Kreisbrandrat beschreibt: "Die Feuerwehr soll ein Seniorenheim oder ein Krankenhaus räumen. Da werden 30 bis 40 Schnelltests fällig, um Bewohner und Patienten zu schützen."

Da ist es natürlich sinnvoll, wenn der Test vor Ort durchgeführt wird. Gleiches gilt für Verkehrsunfälle, wo Insassen aus Autos geschnitten werden, also viel Körperkontakt entsteht. Da ist es für Helfer beruhigend, wenn man schnell Klarheit bekommt, ob der Gerettete infiziert ist oder nicht.

Pure Theorie ist das nicht. Kreisbrandrat Werner Löchl berichtet von einem Zimmerbrand, der sich jüngst ereignet hat. Einer der Bewohner hat sich nach dem Einsatz als Corona-positiv zu erkennen gegeben.

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