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Schulamt Roth: Schullandschaft im Bezirk ist gut aufgestellt

Schulamtsdirektorin Ingrid Dröse erkennt ausgeprägtes Stadt-Land-Gefälle — Lernentwicklungsgespräche haben sich durchgesetzt - 11.09.2017 16:38 Uhr

Ganz frisch im Berufsleben sind die 25 Lehramtsanwärter, die am Montagmorgen im Sitzungssaal des Landratsamtes begrüßt und vereidigt wurden. Der Lehrer-Nachwuchs wurde auch von Landrat Herbert Eckstein und dem für die Schulen zuständigen Referenten der Stadt Schwabach Frank Klingenberg willkommen geheißen. Die neuen Lehramtsanwärter werden heuer überwiegend in den Schulen des Landkreises tätig sein.

11.09.2017 © Foto: Steffi Graff


Nicht nur über 1400 Abc-Schützen, sondern auch das Schulamts-Team blickte am Montag noch mit einiger Spannung auf den ersten Schultag des Schuljahres 2017/18. "Die Zahlen, die uns heute vorliegen, sind Stand Ende Juli. Wie es in den Schulen tatsächlich aussieht, wissen wir erst, wenn der erste Schultag vorbei ist." Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Klassenbildung noch kurzfristig ändert.

1113 Schulanfänger werden heuer im Landkreis Roth erwartet. 331 sind es in der Stadt Schwabach. Hier wie dort sind die Schülerzahlen leicht angestiegen. Mit deutlich unter einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr wirkt sich dies aber nicht spürbar aus. Im Landkreis Roth verteilen sich 4362 Grundschüler auf 198 und 2001 Mittelschüler auf 99 Klassen. Die 60 Grundschulklassen der Stadt Schwabach erwarten 1361 Mädchen und Buben. Für 721 Mittelschüler gibt es dort 34 Klassen.

Durchschnittlich sitzen im Schulamtsbezirk zwischen 20 und 23 Kinder in einer Klasse. Im Schulalltag sind die Klassenstärken aber recht unterschiedlich. Es gibt ein ausgeprägtes Stadt-Land-Gefälle. Sitzen in den ländlichen Grundschulen oft nur 15 Kinder im Klassenzimmer, haben es die Lehrkräfte in den städtischen Bereichen der Kreisstadt und der Stadt Schwabach oft mit deutlich größeren Klassenstärken knapp unterhalb der Teilungsgrenze von 28 Schülerinnen und Schülern zu tun.

Zahlreiche neue Gesichter gibt es zu Schuljahresbeginn in den Kollegien, einige auch in den Schulleitungen. 26 Grundschullehrkräfte, 14 Mittelschullehrkräfte und zwei Fachlehrer wurden dem Schulamtsbezirk neu zugewiesen. "Besondere Freude" herrscht im Schulamt darüber, dass auch zwei junge Förderlehrer dazugekommen sind. Die beiden sind der Johannes-Kern-Schule in Schwabach und der Grundschule Hilpoltstein zugeteilt worden. In Sachen Schulleitungen ist in diesem Jahr vergleichsweise wenig zu vermelden. "Langsam runderneuert" seien diese Posten im Schulamtsbezirk, so Ingrid Dröse. In der Mittelschule Allersberg rückt der vormalige Konrektor Christian Funk auf den Posten des Schulleiters auf, während die Konrektorenstelle wegfällt. Stellvertretende Schulleiterin der Allersberger Grundschule wird Susanne Klemm. Die Grundschule Büchenbach hat die Schwelle von 180 Schülern wieder überschritten, um wieder eine stellvertretende Schulleitung zu bekommen. Susanne Kraetsch wird diese Stelle übernehmen. Neu formiert ist das Leitungsteam der Grund- und Mittelschule Greding: Der neue Schulleiter heißt Gerhard Schuster, stellvertretende Schulleiterin wird Christina Schmidtlein-Mauder. An zwei Schulen, die ein halbes Jahr ohne Schulleitung auskommen mussten, endet mit Beginn dieses Schuljahres die Vakanz: Leiterin der Grundschule Kammerstein wird Edith Katheder. Die Grundschule im Wendelsteiner Ortsteil Röthenbach St. Wolfgang leitet nun Andrea Schmidt. Neu besetzt wurde auch die stellvertretende Schulleitung an der Grundschule Schwanstetten mit Ulla Nerreter.

Kleiner Joker

Mit gut 1000 mobilen Lehrerstunden verteilt auf 59 Lehrkräfte startet das staatliche Schulamt in das neue Schuljahr. Das sind ziemlich exakt so viele wie im Vorjahr und wieder deutlich mehr, als mindestens vorgeschrieben sind. Ob der Puffer von rund 300 Stunden aber durch das Schuljahr trägt, wird sich weisen. Einen kleinen Joker hat die Schulamtsdirektorin noch in petto: Ab Oktober rechnet sie noch mit einigen Vertragslehrkräften, die zusätzlich einspringen können.

Insgesamt acht Übergangsklassen in Grund- und Mittelschulen sollen jungen Asylbewerbern den Einstieg in das bayerische Schulsystem ebnen. Bei Bedarf könne, so Dröse, sehr schnell eine weitere in Rednitzhembach geöffnet werden. Mit Vorkursen in den Kindergärten, Deutschförderstunden und speziellen Deutschförderklassen sollen Kinder, die Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben, sprachlich fit gemacht werden für die Anforderungen der Schule. Für Schüler, die als Flüchtlinge nach Bayern gekommen sind, können die Schulen zudem Mittel für "Drittkräfte" beantragen, die die Kinder und Jugendlichen gezielt im Spracherwerb unterstützen können.

Die Einführung des GrundschullehrplanPLUS ist abgeschlossen. Lernentwicklungsgespräche haben flächendeckend die Halbjahreszeugnisse in den Grundschulen abgelöst. "Flexible Grundschulen", in denen die Schulanfänger je nach individueller Leistungsfähigkeit die Jahrgangsstufen eins und zwei in ein bis drei Jahren absolvieren können, gibt es im Schulamtsbezirk mehrere. Neu dazugekommen ist die Schwabacher Luitpoldschule. Vorausssetzung ist, dass die Schulen jahrgangsübergreifende Eingangsklassen haben. Das ist an der Grundschule Eckersmühlen, der Grundschule Heideck und den vier Schwabacher Grundschulen der Fall.

Die Mittelschulverbünde bleiben unverändert bestehen. Die M-Züge an den Mittelschulen umfassen im Landkreis Roth 17 und in der Stadt Schwabach acht Klassen. Bewährt haben sich daneben die sogenannten "V-Klassen" an den Mittelschulen, in denen Absolventen des Quali mit besonders guten Noten in zwei Jahren den Mittleren Bildungsabschluss aufsatteln können. Auch heuer wird es in Rednitzhembach wieder eine Praxisklasse geben.

Berufsorientierung ist und bleibt ein großes Thema an den Mittelschulen, das mit viel zeitlichem und personellem Aufwand auch mit Partnern von außen betrieben wird. Mit dem LehrplanPLUS hat mit Beginn des Schuljahres das Ziel "Kompetenzorientierung" nach den Grundschulen jetzt auch die fünften Klassen der Mittelschulen offiziell erreicht. "Digitale Schule 2020" heißt ein neuer Schulversuch, bei dem Konzepte für die "systematische Nutzung der digitalen Möglichkeiten im Unterricht" erarbeitet werden sollen. Daran ist die Schwabacher Karl-Dehm-Schule als Netzwerkschule beteiligt.

Schulprofil Inklusion

In Sachen Inklusion gibt es im Schulamtsbezirk wenig Neues. Neben 15 Kooperationsklassen gibt es nur noch eine Partnerklasse (eine Kooperation zwischen der Grundschule Heideck und der Comeniusschule) und einige Beispiele für "einzelintegrative Beschulung" mithilfe von Schulbegleitern. Ein spezielles "Schulprofil Inklusion" bieten die mehrfach ausgezeichnete Grund- und Mittelschule Thalmässing und die Luitpold-Schule Schwabach. In Georgensgmünd hat mit Beginn dieses Schuljahres nach der Grund- nun auch die Mittelschule den Status Inklusions-Schule. "

Sehr gut entwickelt" habe sich die Beratungsstelle Inklusion, die seit dem Schuljahr 2014/15 mit Sitz am Schulamt Eltern und Lehrern unabhängige und individuelle Beratung rund um das Thema Inklusion in der Schule anbietet. "Ziel ist es", so Alexander Schatz, "für jedes Kind den richtigen Schulplatz zu finden". Die Beratung ist vertraulich, kostenlos und unverbindlich.

STEFFI GRAFF

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