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Freitag, 19.04.2019

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Showdown nicht nur in Westfalen

Finale der 2. Bundesliga Tischtennis: Hilpoltsteiner brauchen eigenen Erfolg und Schützenhilfe im Kampf gegen den Abstieg - 12.04.2019 17:36 Uhr

 

Der Dortmunder Erik Bottroff und der Hilpoltsteiner Kapitän Alex Flemming traten bei den deutschen Meisterschaften als Doppelpartner auf. Am Sonntag sind sie wieder Gegner. In der Hinrunde dominierte das „Zauberhändchen“ aus Westfalen in 3:1 Sätzen.


Eigentlich ist Dortmund ein gutes Pflaster für Flemming und Co. Seit sie mit den Borussen zusammen in der eingleisigen 2. Bundesliga spielen, haben die Mittelfranken noch nie in der Westfalen-Metropole verloren. Doch von der Statistik kann man sich nichts kaufen – jetzt geht es ans Eingemachte, und die Wahrheit liegt auf den Tischen.

Die beiden deftigen Niederlagen zuletzt gegen die Mitkonkurrenten aus Passau (2:6) und Hamm (0:6) sprechen nicht gerade für die Hilpoltsteiner. Die müssen nicht nur ihre Nerven besser im Zaum haben, sondern auch auf den Punkt topfit sein, wenn sie das Unmögliche noch möglich machen wollen. Und sie brauchen Schützenhilfe.

Die Tabellenkonstellation ist komplex: Fulda (zu Hause gegen Tabellenführer Mainz) und Passau (in Hamm) müssen verlieren, und Hilpoltstein muss in Dortmund mindestens einen Punkt holen, um überhaupt noch eine Chance zu haben. Ein Sieg würde bei gleichzeitigen Niederlagen von Fulda oder Passau in jedem Fall reichen, um den Klassenverbleib zu sichern.

Auf dem Papier ist Dortmund klarer Favorit. Die Einzelbilanz (66:47 gegenüber 51:66 bei Hilpoltstein) spricht ebenso für Dortmund wie die Doppelbilanz (22:12 gegenüber 17:17). Doch gerade in Doppeln ist immer alles möglich – auch dass man im dort möglichen Aufstellungspoker Glück hat. In den Einzeln muss man darauf hoffen, dass alle Hilpoltsteiner Akteure ihren besten Tag haben. Dann sind Erik Bottroff (21:10 Siege), Alberto Mino (21:9), Krisztian Nagy (16:10) und Evgeny Fadeev (8:16) durchaus für Alexander Flemming (11:20), David Reitspies (15:16), Dennis Dickhardt (15:15) und Francisco Sanchi (10:12) schlagbar. Doch dazu ist bei allen eine Topleistung notwendig. Die Frage ist: Sind die Hilpoltsteiner wirklich fit und nervenstark genug, um im "Schicksalsspiel" ihre beste Leistung auf den Tisch zu bringen?

Am ehesten kann man das noch David Reitspies zutrauen. Der 21-jährige Tscheche ist von seinem Verband als einer von nur vier Nationalspielern für die Weltmeisterschaften Ende April in Budapest nominiert worden – der bisher größte Erfolg in der Karriere des Hilpoltsteiner Sympathieträgers. Er dürfte ihm Auftrieb geben. Auch Alexander Flemming hat sich bestens vorbereitet. Wenn er jetzt noch daran glaubt, dass er die knappen Spiele wieder gewinnen kann, ist er selbst gegen die besten Spieler der Liga nicht chancenlos.

Die Entscheidung dürfte dennoch im hinteren Paarkreuz fallen, und auch da werden die Nerven eine Hauptrolle spielen. Die vielen Hilpoltsteiner Tischtennisfans werden am Sonntag jedenfalls gebannt auf den Liveticker schauen und verfolgen, ob es das vorerst letzte Spiel der Mittelfranken in der 2. Bundesliga wird. Ein Schicksalsspiel wird es auf jeden Fall. 

bb

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