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Spalt: Hopfenhohe Biergaranten sind eingeschwebt

Dank neuer Drucktanks hält die Stadtbrauerei Spalt 365 Hektoliter mehr Gerstengenuss bereit. - 10.11.2020 10:04 Uhr

Ein seltenes Schauspiel: Per Kran werden die über sieben Meter hohen Drucktanks an ihren Bestimmungsort verfrachtet.

09.11.2020 © Foto: Jürgen Leykamm


"Eine richtige Drehscheibe im Bierfluss", erläutert Braumeister Uwe Schulz, während die Behälter installiert werden. Davor haben sie für Höchstspannung gesorgt. Denn per Kran galt es, die beiden in der für sie eigens erbauten Erweiterung des Drucktankkellers zu platzieren. Bei einem Abstand mit wenigen Fingerbreiten zu den Wänden, die im Falle des Altbaus auch nicht so ganz lotgerecht sind. "Das war echte Millimeterarbeit", so Schulz.

Und das auf einer Höhe, die der ausgewachsenen Hopfenpflanze entspricht. Platz ist überhaupt die Währung, mit der im gesamten Keller bezahlt wird: "Da fühlt man sich wie in einem U-Boot", scherzt der Braumeister. Allein das Anbringen des Probenhahns kann so Kopfzerbrechen bereiten.


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Dass hier eine dezidierte Planung im Vorfeld nötig ist, versteht sich von selbst. Ihrer angenommen hat sich Architekt Helmut Lederer aus Geiselhöring: "Kein Tank ist hier gleich – jeder ist eine Maßanfertigung!" Das muss auch sein – auch in der Höhe: "Wir wollen keinen Hektoliter verschwenden!" sagt Schulz.

Das passgenaue Platzieren eines über sieben Meter hohen Behälters per Kran zwischen Wände, die nur minimal breiter sind, sorgte bei der Anlieferung für Hochspannung.

09.11.2020 © Foto: Jürgen Leykamm


Gefertigt wurden die beiden neuen Edelstahlbehälter bei der Firma Gresser in Regensburg. Insgesamt verfügt die Brauerei nun über acht solcher Tanks. Mit erstaunlicher Bandbreite: Vom kleinsten mit 40 Hektoliter bis zum größten, der stolze 500 fasst und über mehrere Stockwerke reicht. Er ist für den Klassiker Vollbier reserviert.

Die beiden neuen fassen jeweils 178,5 Hektoliter. In ihnen wird vor allem das Mutterbier für die alkoholfreien Biersorten zwischengepuffert. Zur Premiere aber fließt erst einmal das Winterbier in die beiden Behälter. Das Gesamtfassungsvermögen hat sich nun um ein Viertel vergrößert.

"Somit ist die Produktion des Vollsortiments gesichert und die Nachfragespitzen sind im wahrsten Sinn des Wortes abgepuffert", wie Bürgermeister Udo Weingart als Geschäftsführer betont. Hohe Qualität und Lieferfähigkeit seien durch diese Optimierung der Betriebsabläufe gleichermaßen gewährleistet. Und das, ohne den Gesamtraum zu verknappen, was eine Herausforderung darstellte.

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Denn die Fahrspur für Stapler- oder Lkw-Fahrer schließt direkt an den Drucktankkeller an. Raumsparen war hier also das Gebot der Stunde: "Da ging es um jeden Zentimeter", so Weingart. Nun aber ist alles bestens in den Altbau integriert, wozu viele regionale Firmen beitrugen: Das heimische Bauunternehmen Engelhard bezüglich der Baumeisterarbeiten, Metallbau Wegerer aus Stirn trug mit der Sandwich-Dämmung sein Scherflein genauso bei wie Fliesen Wolf aus Pleinfeld.

Die ersten Planungen reichen ins Jahr 2019 weit vor Corona zurück. Richtig los ging es heuer. Zwischen August und November war "die heiße Phase". Dank Lederer hätten dabei alle beteiligten Firmen optimal zusammengearbeitet, so das Lob des Geschäftsführers. Auch das Bullauge wurde nicht vergessen – bei Brauereiführungen besonders reizvoll.

Abfüllung staufrei

Insgesamt schlägt die Maßnahme mit rund einer Viertel Million Euro zu Buche. Wie nötig sie war, verdeutlicht Schulz: "Bei uns werden bis zu 130 Hektoliter Bier stündlich filtriert". Da könne in Richtung Abfüllung schon mal Staugefahr bestehen, der nun die neuen Tanks begegnen. Abgefüllt selbst wird an drei Stationen: in Containern, Fässern und Flaschen. Einen Flaschenhals zwischen den beiden elementaren Produktionsschritten hat man nun gar nicht erst entstehen lassen.

Bier aus Franken gesucht: Quizrunde Nr. 1

© Montage: Sabine Schmid

Sie sind ein Freund der fränkischen Bierkultur? Und schätzen die regionalen Privatbrauereien? Wunderbar. Aber erkennen Sie die Brauerei auch am Kronkorken? Testen Sie Ihr Wissen bei unserem Quiz!

© Achim Bergmann

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Frage 1/10:

Silberner Brauerstern auf Hellblau. Wer ist's?

Die Brauerei Wagner aus Merkendorf, erstmals erwähnt 1797. Rund um Bamberg wird das Wagner sehr geschätzt, besonders das ungespundete Lager und das naturtrübe Kellerbier.

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Frage 2/10:

Diese Kirchtürme deckeln welches Bier?

Brauerei Trunk aus Vierzehnheiligen/Bad Staffelstein, der gute Stoff wird auch Nothelfer genannt. Nothelfer? Die Erklärung ist einleuchtend: Seit 1803 wird das Bier oberhalb der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen gebraut. Und wenn die erschöpften Pilger seit jeher oberhalb des Gotteshauses aus dem nahen Wald kommen, stärken sich nicht wenige erst mal mit einem kühlen Bier, bevor sie dann die Kirche betreten.

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Frage 3/10:

Nicht verkehrt, mit Schild und Schwert.

Seit über 300 Jahren in Familienbesitz zählt Held aus Oberailsfeld schon zu den bekannteren Privatbrauereien in der Region. Besonders das Helle ist beliebt. Seit 1680 wird hier schon gebraut.

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Frage 4/10:

Hier springt der Hirsch - auf welche Brauerei?

1845 übernahm der Müllerssohn Johannes Kraus das damalige "Wirtschaftsguth" in Hirschaid - und seither ist die Brauereigaststätte ohne Unterbrechung im Besitz der Familie.

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Frage 5/10:

Ein grüner Baum, wo steht der?

"Zum Grünen Baum" heißt der Brauereigasthof der Familie Bayer aus Theinheim im Steigerwald. Gefeiert wird hier oft, unlängst erst ein runder Geburtstag: Seit 1718 wird hier schon gebraut.

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Frage 6/10:

Ein bunter Vogel - auf welchem Bier sitzt er?

"Zum Pfau!", heißt es öfter, wenn es nach Frauendorf geht. Seit 1867 ist die Familie Hetzel Herr über die dort ansässige Brauerei.

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Frage 7/10:

Der Zwerg vom Berg, wo braut er sein Bier?

Der markante Zwerg stammt von der Staffelberg-Bräu aus Loffeld. In der sechsten Generation, seit 1856, führt die Familie Geldner-Wehrfritz dort die Brauerei. Zehn Jahre später, 1866, ließ Jakob Geldner ein eigenes Brauhaus folgen, nochmals zehn Jahre später dann eine eigene Faßhalle.

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Frage 8/10:

Raubtier mit Schild und Krone. Wer ist's?

In Untersiemau/Birkach wird seit 1822 das "Eller" gebraut. Als beliebtestes gilt das Rotbier, Christian Eller braut aber auch ein süffiges Pils.

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Frage 9/10:

Schwarzer Adler, wer hat sich den gekrallt?

Adler-Bräu aus Stettfeld ist inmitten der unterfränkischen Haßberge daheim - und das schon seit 1730. Bräustübla, Biergarten, Sudhaus und sogar einen "Bärentrunk" gibt's hier.

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Frage 10/10:

Weißer Löwe - wo kommt der her?

Hier sind Wirths-Leute am Werk! Die nun schon 9. und 10. Generation der Familie Wirth führt das Löwenbräu. Natürlich nicht zu verwechseln mit dem Münchner! "Unser" Löwenbräu stammt aus Neuhaus im Aischgrund und das schon seit 1747. Im Sortiment gibt es hier mehrere Löwen und sogar eine "Karpfen Weisse".

© Montage: Sabine Schmid

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Franken ist die Heimat des Bieres. Kein Wunder, denn die Region wartet mit der höchsten Brauereidichte Europas auf. Rund 300 Brauereien in Mittel-, Ober- und Unterfranken schaffen eine einzigartige Biervielfalt.

Alle Neuigkeiten und Wissenswertes zum fränkischen Bier finden Sie auch in der Facebook-Gruppe Wir lieben Bier aus Franken. In unserem Brauerei-Guide können Sie herausfinden, wer Ihre Lieblings-Biersorte ausschenkt.

Jürgen Leykamm

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