12°

Donnerstag, 22.04.2021

|

Spalt: Lebensrettender Lückenschluss

In der Bier- und Hopfenstadt ist ab sofort tagsüber Rettungswagen stationiert - 22.03.2021 16:51 Uhr

Ehrengäste und die Geistlichkeit waren dabei, als die neu geschaffene Rettungswache in Spalt ihrer Bestimmung übergeben wurde.

22.03.2021 © Foto: Jürgen Leykamm


Täglich von acht bis 20 Uhr ist dort nun ein Zweier-Team in ständiger Einsatzbereitschaft. Im Falle eines Falles kann es mit einem Rettungswagen ausrücken. "Damit gewinnt die gesamte Region ein Mehr an Sicherheit", zeigte sich der Verbandsvorsitzende Knut Engelbrecht bei der Feierlichkeit im kleinen Rahmen zufrieden. Es habe zudem "ein schöner, zentraler Standort gefunden werden können". Es sei gelungen, das Projekt schnell auf den Weg zu bringen.

Die Hürden waren dabei nicht allzu hoch: Denn nach dem Bekanntwerden des Prüfungsergebnisses galt es die Suche nach einem Betreiber im September europaweit auszuschreiben, wie Engelbrecht erläutert. Das beste Angebot habe der Kreisverband Südfranken des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) abgegeben. Den Zuschlag erhielt das BRK Mitte Dezember.

Raum entspricht DIN-Normen

Nun hieß es, den passenden Standort zu finden. Ein günstiger Wink des Schicksals kam dabei zuhilfe: Eine Pizzeria in der Hopfen- und Bierstadt hatte sich verkleinert. Sie begnügte sich fortan mit einem Teil ihres bisher genutzten Gebäudes neben dem besagten Supermarkt. Der Rest des einst gastronomisch genutzten Hauses stand seither leer und dient nun den Lebensrettern. Ein Teilbereich, "der bis auf eineinhalb Meter genau den DIN-Normen für eine Rettungswache entspricht", so BRK-Kreisgeschäftsführer Rainer Braun.

Zu einer solchen Wache (um als solche bezeichnet zu werden, braucht es eine Besetzung rund um die Uhr) könne der Stellplatz überdies noch ausgebaut werden. Mit drei Toiletten für ein Zweier-Team ist er in dieser Hinsicht schon jetzt recht üppig ausgestattet, was der Gebäudevergangenheit als Pizzeria geschuldet ist.

Die einstige Küche ist mittlerweile übrigens zu einer großen Dekontaminationsschleuse umfunktioniert.

Innerhalb von zweieinhalb Monaten wurde der Umbau gestemmt – inklusive des Baus der beheizten Garage. Braun lobte bei der Einweihung die Zusammenarbeit mit den betreffenden Stellen: "Die Stadt Spalt hat unseren Bauantrag innerhalb eines einzigen Tages bearbeitet und auch das Landratsamt kooperierte sehr gut mit uns."

Seit Anfang März einsatzbereit

Einige Feinarbeiten bleiben natürlich noch. Die Einsatzbereitschaft aber ist schon seit 1. März sichergestellt. Alle Helfer kommen aus einem gemeinsamen Personalpool der neuen Einrichtung mit der Georgensgmünder Rettungswache, der im Zuge der Stellplatz-Installation aufgestockt wurde. "Der Pool besteht aus 13,7 Stellen", so Braun, "der ehrenamtliche Anteil beträgt dabei zehn Prozent." Beide Standorte stehen unter der gemeinsamen Leitung von Dominik Gruber.

Das neue Angebot stellt laut Braun im Prinzip ein Pendant zum Pleinfelder "Seenlandretter" dar, der seit 2003 am südlichen Brombachseeufer unterwegs ist. "Und was für dieses gilt, muss auch für das nördliche gelten", stellte der Geschäftsführer klar. In jedem Fall aber sei mit dem neuen Stellplatz "eine Versorgungslücke geschlossen worden", betonte der BRK-Kreisverbandsvorsitzende Wolf-Dieter Ueberrück. "Ich wünsche unfallfreie und erfolgreiche Einsätze. Dass Sie gebraucht werden, ist eh keine Frage."

"Echter Glücksfall"

Etwas deutlicher wurden der katholische Pfarrer Josef Mederer und sein evangelischer Kollege Dietmar F. Schuh während der Segnung. Sie wünschten den Helfern bei ihrem Handeln "wenig Unverbesserliche mit Handy beim Einsatzort und keine SUV-Falschparker", so Schuh. Und Mederer wusste aus seiner Zeit als Ferienvertreter zu berichten, als er als Geistlicher im Rettungswagen den Sanitätern beim Umgang mit einem Schwerverletzten den Vortritt ließ – "sonst hätte er die Fahrt nicht überlebt". Die Hilfe aber geschehe letztendlich immer "im Namen des Herren, war Jesus doch zu Lebzeiten auf der Erde ein Freund der Notleidenden und Kranken".

Die neue Einrichtung selbst sei "für Spalt ein echter Glücksfall", so Bürgermeister Udo Weingart. Auch was die Standortwahl anbetrifft, die bei der engen Bebauung keine einfache gewesen sei. Als Geschenk gab es von ihm für das Team ein Set Kaffeetassen.

JÜRGEN LEYKAMM

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Spalt