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Spalter lassen sich Feierlaune nicht verderben

Beim Hopfenzupferfest – erstmals am Kornhaus – wurde an die Sturmschäden und die große Hilfsbereitschaft untereinander erinnert. - 25.08.2019 14:27 Uhr

Erstmals wurde das Spalter Hopfenzupferfest vor dem Kornhaus gefeiert, in dem das Museum HopfenBierGut untergebracht ist. © Foto: Tobias Tschapka


Werner Wolf, der Direktor des Rother Amts für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, ließ es sich trotzdem nicht nehmen, speziell den vom Unwetter betroffenen Hopfenbauern alles Gute zu wünschen. "Es ist wirklich schlimm, wenn einem die ganze mühevolle Arbeit in wenigen Sekunden zerstört wird", so Wolf.

Immerhin sei die Hilfsbereitschaft untereinander riesengroß, darauf könne man stolz sein, "ebenso wie auf Euren wunderbaren, grasgrünen Hopfen". Auch Spalts Bürgermeister Udo Weingart sprach den betroffenen Bauern sein Mitgefühl aus. "Wenn dir acht Tage vor der Ernte so was passiert, ist das echt zum Weinen", findet Weingart.

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Der Förderverein "Historisches Kornhaus" lud auch dieses Jahr alle Freunde und Liebhaber des Spalter Hopfens am Samstag zu seinem Hopfenzupferfest nach Spalt ein. Das Fest fand in diesem Jahr erstmals am alten Kornspeicher und Museum "HopfenBierGut" statt. Natürlich durfte trotzdem der allseits beliebte Hopfenpflück-Wettbewerb nicht fehlen.


Dauergäste des Spalter Fests rund um das "Grüne Gold" wissen natürlich, dass es noch bis zum vergangenen Jahr "Hopfengartenfest" hieß und – wie der Name schon sagt – im Museums-Hopfengarten gleich neben der Spalter Brauerei stattfand. Heuer war neben der Namensänderung auch der Veranstaltungsort ein anderer, direkt am Kornhaus, das das Museum "HopfenBierGut" beherbergt.

Grund für die Standortverlegung war, dass man gerade auf der Suche nach einem anderen Standort für den Museums-Hopfengarten ist. In Zukunft soll das Fest wieder dort stattfinden, "denn mitten in so einem Garten ist es doch am schönsten", fand Weingart.

Dem konnte Anton Schmidpeter, der Vorsitzende des Fördervereins Historisches Kornhaus, nur zustimmen. Ob schon im nächsten Jahr das Hopfengartenfest wieder in einem Garten gefeiert wird, hänge damit zusammen, ob man einen bereits bestehenden Garten findet, oder ob man einen neuen anlegen muss.

Hopfen braucht drei Jahre

"Sonst feiern wir nochmal hier, denn der Hopfen braucht drei Jahre, bis man ihn zupfen kann", so Schmidpeter. "Unsere Museumsleiterin Stefanie Bojko und ihr Team waren jedenfalls sofort einverstanden, dass wir heuer unser traditionsreiches Fest hier feiern, vielen Dank dafür", freute sich Weingart.

Und daher gehörten zum diesjährigen Programm auch Führungen durch das hochmoderne Museum im rustikalen Schick — ebenso wie eine hopfenarchitektonische Stadtbesichtigung durch die Gassen der Spalter Altstadt. Im HopfenBierGut fand zeitgleich eine Hochzeit statt, auch wenn das eher zufällig war. "Bis gestern habe ich von dem Fest gar nichts gewusst", gestand Bräutigam Andreas Walter, der seine Lucia dort ehelichte. Er selbst sei auch Hopfenpflücker, allerdings nur hobbymäßig.

Apropos zupfen, natürlich durfte auch in diesem Jahr der beliebte Hopfenzupfwettbewerb nicht fehlen. Die meisten der 19 Teilnehmer hatten sich bereits im Vorfeld angemeldet und erhielten dafür als kleines Präsent eine Hopfenpflück-Seife, die in der Erntesaison nicht fehlen darf. Für alle Teilnehmer winkten – wie sollte es anders sein – überwiegend flüssige Preise, und für den Gewinner ein Zwei-Liter-Weizenglas inklusive passendem Inhalt. Es erfolgte ein kurzer Einmarsch der teilnehmenden "Hopfenbloder", der musikalisch von Otto Schmidpeter mit seinem Akkordeon begleitet wurde, dann konnte es losgehen.


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Es fand sich auch jede Menge "blaues Blut" unter den Zupfern. Neben der Spalter Bierkönigin Johanna Merkenschlager beteiligten sich die amtierende Hopfenkönigin Katharina Thomas sowie ihre Amtsvorgängerin Karin Heckel. Zwölf Minuten dauerte das Zupfen, danach wurde die jeweilige Leistung nach Qualität, Sauberkeit und Gewicht von der Fachjury beurteilt. In der Zwischenzeit konnten sich auch alle anderen Besucher "außer Konkurrenz" an den restlichen Dolden versuchen, wobei der älteste Zupfer stolze 95 Jahre alt war.

Schließlich stand das Ergebnis fest, und siehe da, Vorjahressiegerin Ursula Heckel aus Mosbach konnte erfolgreich ihren Titel verteidigen und darf sich erneut "Spalter Meisterin im Hopfenzupfen 2019" nennen. Sie durfte anschließend sogar ein Fass mit Freibier für alle anzapfen. "Denn Freibier ist schließlich das schönste Bier", fand Bürgermeister Weingart, und Musiker Otto Schmidpeter begleitete den erfolgreichen Anstich mit einem lustigen Liedchen: "Der schönste Hahn ist der Zapfhahn…"

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TOBIAS TSCHAPKA E-Mail

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