Freitag, 05.03.2021

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Spalter Stadtbrauerei wird unbeabsichtigt zum Internet-Star

Eine Anzeige aus der Faschingszeitung "Razet-Bote" geht viral - 18.02.2021 17:25 Uhr

Wegen der Corona-Pandemie suche man eine Aushilfe war dort zu lesen. Weil notfalls Lagerbestände ausgetrunken werden müssten – einige Brauereien müssen Bier wegschütten – ist Trinkfestigkeit von Vorteil.

Diese Anzeige aus dem Razet-Boten ging in den sozialen Netzwerken viral und bescherte der Spalter Stadtbrauerei unbeabsichtigt bundesweit Aufmerksamkeit.

18.02.2021


Ein Foto-Ausschnitt der Anzeige ging in den sozialen Medien durch die Decke. "Unzählige Anrufe" seien in den letzten Tagen seitdem eingegangen, heißt es aus dem Rathaus – die Stadtbrauerei ist ja die letzte Kommunalbrauerei Deutschlands und damit in Bürgerhand.


Aushilfstrinker gesucht: Fränkische Brauerei nach Spaßanzeige überrannt


Spiegel Online, Bayerischer Rundfunk, Radiosender und sogar das Fernsehen sprangen auf den viralen Zug auf. Zu zweit habe man Anrufe annehmen und E-Mails beantworten müssen, so Markus Böhm von der Stadtbrauerei. Man sehe, wie sich Influencer auswirkten.

Lebensläufe mitgeschickt

Denn etliche schickten tatsächlich Bewerbungen – auf dem Fotoausschnitt ist ja nicht zu sehen, dass es sich um eine Faschingsanzeige handelt, somit waren auch einige ernst gemeint. "In der Regel wurde das aber schon richtig verstanden", sagt Böhm. Einige "Interessenten" hätten sich aber auch richtig Mühe gegeben und Lebensläufe mitgeschickt. In den Bewerbungen wurde auf die Eignung verwiesen: "Wir sind zehn Freunde und wollen nicht, dass Bier verdirbt", lautet beispielsweise die Begründung.


Brauereien: Bier wird teilweise weggeschüttet


Die Brauerei antwortete mit einem kleinen Dankeschön, lehnte jedoch auch augenzwinkernd ab: Gerade suche man eben niemand für den Bereich. Denn (wie berichtet) hat die Stadtbrauerei zwar, wie alle anderen Brauereien auch, unter dem Lockdown gelitten, aber eben auch vorgesorgt, sodass Wegschütten von Fassbier kaum eine Rolle spielt.

Vollkommen ungeplant

Tatsächlich suchen die Spalter gerade eine Aushilfe, allerdings ohne Trinkfestigkeit über einen normalen Brauerei-Job hinaus. Sie hatte als Beitrag für den Razet-Boten einen Fließtext in der Druckerei Fuchs abgegeben, der wurde dann jedoch umgewandelt in einen "charmanten Beitrag", so Böhm – sprich die Anzeige.

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Die Werbe-Rakete kam damit ungeplant, der Effekt ist enorm. Die Brauerei dürfte nun bundesweit bekannt sein. Falls sie es durch den Spalter Hopfen und den alten Werbespruch nicht sowieso schon ist: "In Spalt, in Spalt, dou wern die Leit gor alt. Sie kenna nix dafier, dös macht ös goute Bier".

Bier aus Franken gesucht: Quizrunde Nr. 2

© Montage: Sabine Schmid

Erkennen Sie fränkische Landbiere am Wappen? Machen Sie den Test!

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Frage 1/10:

Hier sitzt es sich gut. Ein Prost auf welche Brauerei?

Die Brauerei Schleicher ist in der Gemeinde Itzgrund daheim, eingebettet in eine Hügellandschaft, links und rechts des Flüsschens Itz, zwischen Bamberg und Coburg. 1880 von Andreas Schleicher gegründet, hat sich die Brauerei in den vergangenen Jahren auch einen Namen für Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung gemacht und ist inzwischen Forschungsstelle für Malz und innovative Getränke. So gibt es beispielsweise auch ein glutenfreies Demeter-Bier im Sortiment, das Schleicher "Natural". Aber warum ein Storchen-Pils? Ganz einfach: Seit vielen Jahren lebt und nistet auf dem Dach der Brauerei ein Storchenpaar, das inzwischen weit über Itzgrund bekannt ist.

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Frage 2/10:

Ritter mit Flügeln: Wer braut denn den?

Die Brauerei Gradl befindet sich in Leups, nördlich von Pegnitz, im Naturpark Fränkische Schweiz/Veldensteiner Forst. Seit 1683 im Familienbesitz, wird hier vor allem das eher dunkle Leupser Bier nach altem Rezept gebraut. Ein Pils gibt es auch, im Mai und zu Weihnachten wird auch ein kräftiger Bock ausgeschenkt.

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Frage 3/10:

Tierisch gut: Wer steckt hinter diesem Verschluss?

Exakt im Jahr 1900 begannen Josef und Maria Reh in Lohndorf, im Ellertal östlich von Bamberg, eine Metzgerei und einen Flaschenbierhandel zu führen. Ein Jahr später bauten sie schon ein Brauhaus, das Bier lagerten sie in einem nahen Felsenkeller am Waldrand. Gut 120 Jahre später wird hier in der vierten Generation erfolgreich gebraut, mit Bergquellwasser aus dem Ellertal.

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Frage 4/10:

Ein Hauch von Afrika: Wer kennt's?

Keller, Lager, Vollbier, Pils: Die Buttenheimer Löwenbräu ist ein Familienunternehmen, das seit 1880 von einer Generation an die nächste weitergegeben wird.

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Frage 5/10:

Ein stolzes Wappen! Wer braut hier seit 1467?

In Zentbechhofen (Höchstadt) wird seit über 550 Jahren gebraut. Vollbier, Landbier, Kellerbier, Hell und Hefeweizen hat Braumeister Timo Baier im Angebot.

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Frage 6/10:

Was sprudelt vor dieser Wehrmauer?

Ein Bier aus Altmühlfranken: Die Brauerei Ritter St. Georg ist in Nennslingen daheim, wenige Kilometer östlich von Weißenburg. Hopfen und Malz stammen aus der Region, das Wasser aus den Tiefen des Jura und der Fränkischen Alb. 1654 gründete der Bierbrauer Georg Engelhardt die Brauerei, 1778 kaufte sie ein Johann Daniel Gloßner, seitdem ist sie im Familienbesitz der Gloßners.

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Frage 7/10:

Seit 1678 an der Quelle: Wer ist's?

Oberlaleida-Obaladara! Eine Brauerei und eine Schankwirtschaft gibt es seit 1687 im Oberleinleitertal bei Heiligenstadt. Die Familie Ott übernahm 1822 das Anwesen Oberleinleiter Nr. 6, und schenkt dort unter anderem auch das süffige "Obaladara" aus. Bergquellwasser, Malzschrot, Hopfen und eine ganz leichte Karamelnote - das passt!

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Frage 8/10:

Hopfen, Malz und Brauwerkzeug: Wer ist's?

Nicht nur Wanderfreunde in der Fränkischen schätzen das "Hetzelsdorfer": Im Gasthaus Penning-Zeißler gegenüber der St. Matthäus-Kirche kehrt man meist länger ein als nur für eine Verschnaufpause. Das liegt auch am süffigen, dunkel-würzigen Bier, das hier in der Privatbrauerei Penning-Zeißler gebraut wird.

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Frage 9/10:

Ein Bier mit Aussicht: Welches ist's?

Die 1872 gegründete Privatbrauerei Schübel liegt im Herzen von Stadtsteinach im Landkreis Kulmbach, südlich der auf dem Verschluss abgebildeten Burgruine Nordeck. In der inzwischen schon fünften Generation wird das Familienunternehmen von Jürgen Münch und Andrea Schübel-Münch geleitet. Insbesondere das "A fränkisch" und das "Drachenseidla" sind auch im Raum Nürnberg keine Unbekannten mehr. Letzteres, ein unfiltriertes Kellerbier, wurde ursprünglich für den Georgimarkt in Presseck gebraut, wenn die Gemeinde im Zeichen des Drachen feiert.

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Frage 10/10:

Zwei gekrönte Löwen - und welche Brauerei?

Im wunderschönen Ahorntal, am Tor der Fränkischen Schweiz zu Bayreuth, begann im Jahr 1866 der Landwirt Bernhard Stöckel mit dem Bierbrauen - und das mit anhaltendem Erfolg. Die Stöckels integrierten über Jahrzehnte die Brauerei mit viel Erfindergeist in den Bauernhof in Hintergereuth, der heutige Brauereichef Georg Stöckel schenkt vor allem Pils, Helles Lager, Landbier und Premium Weisse aus.

© Montage: Sabine Schmid

Lust auf Brauerei-Quiz, Runde 1?

Dann hier entlang!


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bga

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