Spalter Stadtbrauerei wird unbeabsichtigt zum Internet-Star

18.2.2021, 17:25 Uhr
Diese Anzeige aus dem Razet-Boten ging in den sozialen Netzwerken viral und bescherte der Spalter Stadtbrauerei unbeabsichtigt bundesweit Aufmerksamkeit.

Diese Anzeige aus dem Razet-Boten ging in den sozialen Netzwerken viral und bescherte der Spalter Stadtbrauerei unbeabsichtigt bundesweit Aufmerksamkeit.

Wegen der Corona-Pandemie suche man eine Aushilfe war dort zu lesen. Weil notfalls Lagerbestände ausgetrunken werden müssten – einige Brauereien müssen Bier wegschütten – ist Trinkfestigkeit von Vorteil.

Ein Foto-Ausschnitt der Anzeige ging in den sozialen Medien durch die Decke. "Unzählige Anrufe" seien in den letzten Tagen seitdem eingegangen, heißt es aus dem Rathaus – die Stadtbrauerei ist ja die letzte Kommunalbrauerei Deutschlands und damit in Bürgerhand.


Aushilfstrinker gesucht: Fränkische Brauerei nach Spaßanzeige überrannt


Spiegel Online, Bayerischer Rundfunk, Radiosender und sogar das Fernsehen sprangen auf den viralen Zug auf. Zu zweit habe man Anrufe annehmen und E-Mails beantworten müssen, so Markus Böhm von der Stadtbrauerei. Man sehe, wie sich Influencer auswirkten.

Lebensläufe mitgeschickt

Denn etliche schickten tatsächlich Bewerbungen – auf dem Fotoausschnitt ist ja nicht zu sehen, dass es sich um eine Faschingsanzeige handelt, somit waren auch einige ernst gemeint. "In der Regel wurde das aber schon richtig verstanden", sagt Böhm. Einige "Interessenten" hätten sich aber auch richtig Mühe gegeben und Lebensläufe mitgeschickt. In den Bewerbungen wurde auf die Eignung verwiesen: "Wir sind zehn Freunde und wollen nicht, dass Bier verdirbt", lautet beispielsweise die Begründung.


Brauereien: Bier wird teilweise weggeschüttet


Die Brauerei antwortete mit einem kleinen Dankeschön, lehnte jedoch auch augenzwinkernd ab: Gerade suche man eben niemand für den Bereich. Denn (wie berichtet) hat die Stadtbrauerei zwar, wie alle anderen Brauereien auch, unter dem Lockdown gelitten, aber eben auch vorgesorgt, sodass Wegschütten von Fassbier kaum eine Rolle spielt.

Vollkommen ungeplant

Tatsächlich suchen die Spalter gerade eine Aushilfe, allerdings ohne Trinkfestigkeit über einen normalen Brauerei-Job hinaus. Sie hatte als Beitrag für den Razet-Boten einen Fließtext in der Druckerei Fuchs abgegeben, der wurde dann jedoch umgewandelt in einen "charmanten Beitrag", so Böhm – sprich die Anzeige.

Die Werbe-Rakete kam damit ungeplant, der Effekt ist enorm. Die Brauerei dürfte nun bundesweit bekannt sein. Falls sie es durch den Spalter Hopfen und den alten Werbespruch nicht sowieso schon ist: "In Spalt, in Spalt, dou wern die Leit gor alt. Sie kenna nix dafier, dös macht ös goute Bier".

1 Kommentar