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Spalts Partnerstadt St. Cloud will "Byedon"

Der Spalter Tobias Peter lebt in den USA und wirft einen Blick auf die Wahl - 02.11.2020 17:12 Uhr

Wahlkampf in den USA: Eine Gruppe junger Biden-Unterstützer nimmt bei einem „Drive-In-Event“ in St. Paul, Minnesota, teil. Die Stadt liegt etwa eine Stunde von St. Cloud, Spalts Partnerstadt, entfernt. Der Bundesstaat im Norden der USA ist demokratisch geprägt. Dort stehen alle Zeichen derzeit auf Joe Biden. Viele Menschen wollen dort endlich „Bye Donald!“ sagen dürfen.

02.11.2020 © Foto; Jim Watson, AFP


WASGHINGTON D.C./SPALT – Es war im Jahr 2005 als der Spalter Bürgermeister Udo Weingart am Weihnachtsmarkt – wohl zwischen Glühwein und Bratwurst – den republikanischen Bürgermeister der Stadt St. Cloud, Minnesota, Dave Kleis kennenlernte. Mittlerweile besteht eine langjährige und enge Städtepartnerschaft.

Tobias Peter aus Washington D.C. über die US-Wahl 2020.

02.11.2020


Initiiert wurde diese von Tobias Peter, dem gebürtigen Spalter, der in Minnesota ein Auslandsjahr absolvierte und später dort studierte. Er arbeitet mittlerweile beim American Enterprise Institute und forscht über den amerikanischen Immobilienmarkt. Wir erreichen Tobias Peter in seinem Homeoffice, wo er sich wegen der Pandemie seit Mitte März befindet.

"Wir hatten auf der Arbeit immer ein sehr gutes Buffet zu Mittag. Selbstverpflegung ist ein wenig aufwendiger. Da vermisst man schon das Essen der Mutter oder den Fleischsalat von den Spalter Metzgern", erzählt er. Doch die Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung hat ihn nicht nur kontaktiert, um über die Spalter Kulinarik (auch das Bier vermisst er), zu sprechen. Schließlich steht die Wahl des US-Präsidenten bevor.

Welches Zitat stammt wirklich von Trump?

© NICHOLAS KAMM / AFP

Hat er das gesagt - oder doch nicht? Testen Sie hier Ihr Trump-Wissen!

© Paul Hennessy, dpa

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Frage 1/20:

"Ich denke, wir haben in der Pandemie vermutlich einen besseren Job als jedes andere Land gemacht."

Ja - das hat US-Präsident Donald Trump am 10. September 2020 bei einem Wahlkampfauftritt in Freeland im Bundesstaat Michigan gesagt.

© Evan Vucci, dpa

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Frage 2/20:

"Ich sehe mich jetzt als Kriegspräsident.“

Ja - auch diese Aussage stammt von Trump. Sie stammt von einer Pressekonferenz zu Corona am 18. März 2020.

© Morry Gash, dpa

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Frage 3/20:

"Jeder dieser Ärzte fragt: 'Warum wissen Sie so viel darüber?' Vielleicht bin ich ein Naturtalent.“

Ja - das hat Donald Trump bei einem Auftritt am 6. März 2020 mit Fachleuten der Seuchenschutzbehörde CDC gesagt.

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© Screenshot

Frage 4/20:

"Es schneit und friert in New York. Wir brauchen globale Erwärmung!"

Ja - das war ein Tweet von Trump vom 7. November 2012.

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Frage 5/20:

"Ich liebe ihren oberen Körper."

Ja - das sagte Trump über das Aussehen von Halle Berry in der "Howard Stern Show" am 6. Februar 2013.

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Frage 6/20:

"Ich will nichts schwabbeln sehen."

Nein - das hat nicht Trump gesagt, sondern Heidi Klum in der 11. Staffel von "Germany's Next Top Model" (GNTM) am 30. März 2018.

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© ANDREW YATES/AFP/Getty Images

Frage 7/20:

"Es wird jetzt interessant - Quietschender-Hintern-Zeit nenne ich das."

Nein - es war Manchester Uniteds Trainer Alex Ferguson, der so den Kampf um die Premier-League-Meisterschaft kommentierte.

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Frage 8/20:

"Das hier ist mehr Arbeit als früher. Ich dachte, es wäre leichter."

Ja – so antwortete Trump in einem Reuters-Interview am 28. April 2017.

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© Electronic Arts/dpa/tmn

Frage 9/20:

"Nur ich kann ewig leben."

Nein – das sagt Lord Voldemort in dem Harry-Potter-Band "Heiligtümer des Todes".

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Frage 10/20:

“Meine Finger sind lang und schön, wie gut dokumentiert wurde, auch andere Teile meines Körpers."

Ja – das war Trumps Reaktion auf eine spöttische Bemerkung im Spy Magazine, in auf die er am 4. März 2011 in einem Interview mit der Promiseite "Page Six" der New York Post antwortete.

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Frage 11/20:

"Wir können keinen Leuten trauen, die solch schlechtes Essen haben."

Nein – diese Aussage über die Briten machte Frankreichs Präsident Jacques Chirac am Rande des Treffens mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und Russlands Präsident Wladimir Putin in Kaliningrad am 3. Juli 2005.

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Frage 12/20:

"Ich habe ein gewinnendes Naturell. Ich weiß zu gewinnen."

Ja – das sagte Trump beim ersten TV-Duell gegen Hillary Clinton am 27. September 2016.

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© dpa

Frage 13/20:

"Du kommst nie bis zum Gesicht, weil der Body so gut ist."

Ja – das sagte Donald Trump über das Äußere von Paris Hilton in der "Howard Stern Show" am 7. Januar 2004.

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© Screenshot

Frage 14/20:

"Lerne immer von den Fehlern anderer, nicht von deinen eigenen – das ist der viel billigere Weg."

Ja – das ist ein Trump-Tweet vom 23. Dezember 2013.

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© David Giesbrecht/AP/dpa

Frage 15/20:

"Für die von uns, die es bis an die Spitze der Nahrungskette schaffen, darf es keine Gnade geben."

Nein – dieser Satz stammt von Frank Underwood aus der Netflix-Serie "House of Cards".

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Frage 16/20:

"Wenn dich jemand angreift, zögere nicht. Ziele auf die Halsschlagader. Schlage massiv zurück!"

Ja – diesen Rat gibt Trump in einem 16 Seiten langen Kapitel über Rache in seinem Buch "Think Big And Kick Ass".

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Frage 17/20:

"Sich zu entschuldigen ist eine großartige Sache. Allerdings musst du dafür unrecht haben."

Ja – das hat Trump gesagt im Gespräch mit Jimmy Fallon in dessen "Tonight Show" am 12. September 2015.

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© Twentieth Century Fox Film Corporation 2007

Frage 18/20:

"Um beliebt zu sein, muss man nett sein, jeden Tag. Um gehasst zu werden, muss man gar nichts tun."

Nein – das sagt Homer Simpson in der Serie "Die Simpsons".

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© Brendan Smialowski/AFP/Getty Images

Frage 19/20:

"Schwarze Typen zählen mein Geld. Ich hasse das."

Ja – so wird Trump zitiert in USA Today vom 20. Mai 1991. Das Foto zeigt Trump am 27. Februar 2017 bei einem Treffen im Oval Office mit Repräsentanten von Universitäten mit überwiegend schwarzer Studierendenschaft.

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© John Taggart / Pool/BLOOMBERG POOL/dpa

Frage 20/20:

"Ich habe Ideen, die die menschliche Existenz in den nächsten 100 Jahren besser machen kann. Punkt."

Nein – das hat Rapper Kanye West gesagt in der Talkshow von Ellen DeGeneres am 19. Mai 2016. Hier geht es zu unserem Themenarchiv: Alles über Donald Trump

© NICHOLAS KAMM / AFP

Lust auf ein weiteres Quiz?

Dann hier entlang!

In Washington D.C. gingen derzeit fast alle von einem Sieg des demokratischen Kandidaten Joe Biden aus, erzählt Tobias Peter: "Aber ich wäre von einer Trump-Wiederwahl auch nicht überrascht." Der Schock der US-Wahl 2016 sitzt bei vielen US-Bürgern immer noch tief. Damals sahen alle die demokratische Hillary Clinton vorne und trotzdem zog letztendlich Donald Trump ins Weiße Haus. Entscheidend bei der Wahl sind die sogenannten Swing-Staaten, die das Zünglein an der Waage sind.

Die Lage in Minnesota

Minnesota ist ein "starker blauer Staat", sprich ein demokratisch geprägter. Dort setzen sich traditionell demokratische Kandidaten durch. So sieht es auch derzeit aus, berichtet Tobias Peter. "Vor ein paar Monaten war der Staat "in play". Trump hat auch ein paar Wahlkampfveranstaltungen vor Ort abgehalten, aber mittlerweile scheint er dort aufgegeben zu haben. Man sagte mir, dass im Fernsehen kaum noch Trump Werbespots laufen."

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Donald Trump: Ein US-Präsident wie keiner vor ihm

Am 20. Januar 2017 wurde der Immobilien-Milliardär Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Längst ist klar: Einen solchen Präsidenten hatten die USA noch nie. Ständig gibt es Show und Selbstlob, während Fehler immer auf die Kappe anderer gehen. Und in der Substanz: Abreißen, was seine Amtsvorgänger in 70 Jahren amerikanischer Außenpolitik aufgebaut haben.


Das eigentliche Problem sei aber, dass durch die Briefwahl eventuell lange kein Ergebnis feststehen könnte: "Wenn Gerichte in den Ausgang eingreifen müssten, wäre dies sicherlich ein Horrorszenario." Für Tobias Peter sind die Corona-Pandemie und die Ernennung der Richterin Amy Coney Barrett die Themen der Stunde. "Diese Ereignisse haben auch den Wahlkampf stark beeinflusst und das Land zudem noch mehr polarisiert."

Einschätzung aus Spalter Sicht

Natürlich verfolgt auch Spalts langjähriger Bürgermeister Udo Weingart (CSU) die US-Wahl. Eigentlich wäre er im Sommer 2020 wieder in ein Flugzeug Richtung St. Cloud gestiegen, doch die Pandemie machte dies unmöglich. Die Städtepartnerschaft zwischen Spalt und St. Cloud existiert nicht nur auf dem Papier, sondern wird in der Realität gelebt.

Dabei geht es, auch wenn das Thema "Wahl" momentan überrepräsentiert ist, nicht in erster Linie um Politik. "Es geht um kulturellen Austausch und um die Begegnung mit Menschen", sagt Bürgermeister Weingart. Wenn er in der Vergangenheit mit der Delegation nach St. Cloud reiste, schlief er bei Privatleuten und nicht im Hotel. "So sieht man, wie die Menschen in den USA leben. Die unterschiedlichen Lebensumstände und die Kultur." Mit Dave Kleis verbindet ihn eine Freundschaft, auch wenn die beiden nicht ständig Kontakt haben.

Nicht "America first"

Dave Kleis ist Republikaner – ein Problem? "Dave hat über 100 Länder bereist. Er kennt die Welt, er kennt unterschiedliche Kulturen und ist sehr offen", erklärt Udo Weingart. Man könne sich den 56-Jährigen Amerikaner nicht wie einen Trump 2.0 vorstellen, nur weil er ebenfalls Republikaner ist. "Er denkt nicht ,America first‘, er ist der Welt enorm aufgeschlossen", so Spalts Bürgermeister, der sich nicht mit Vorurteilen über seine amerikanischen Freunde aufhalten will.

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Ob Udo Weingart und Dave Kleis sich im "Spalt Park" in St. Cloud 2021 schon wieder treffen können, ist derzeit nicht abzusehen. Und was sagt der Bürgermeister mit Blick auf den Wahltag? "Man weiß es einfach nicht, man kann es nicht einschätzen."

Für die Städtepartnerschaft sei der Ausgang ohnehin unbedeutend. Die Kooperation werde weiterhin gepflegt. Mit gegenseitigen Besuchen und kulturellem Austausch, über Länder- und Parteigrenzen hinweg.

Das ist St. Cloud

Etwa 65 000 Menschen leben in der Stadt Sankt Cloud in Minnesota, durch welche sich der Mississippi River schlängelt. Die Stadt liegt etwa eine Fahrstunde von der Großstadt Minneapolis entfernt. Seit 2005 ist Dave Kleis dort Bürgermeister. Die St. Cloud State University ist außerdem eine Partnerhochschule der Technischen Hochschule Ingolstadt. Das sogenannte "Minnensota nice" wird in der Stadt im Norden gelebt, die Menschen sind meist sehr zuvorkommend, höflich und nett. Viele Bürger haben deutsche oder nordische Vorfahren.

Die Munsinger Gardens und das Stearns History Museum sind beliebte Sehenswürdigkeiten. Außerdem brachte die Stadt viele erfolgreiche Profi-Eishockeyspieler hervor. In der Stadt gibt es einen Weihnachtsmarkt, eine Art Oktoberfest und eine Maibock-Feier der Beaver Island Brauerei. Popkulturell wurde St. Cloud durch die TV-Show "How I met your mother" bekannt. Die Hauptfigur Marshall Eriksen wuchs in St. Cloud auf, und die Eigenheiten der Stadt wurden in der Sitcom immer wieder thematisiert.

MILENA KÜHNLEIN

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