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SV Heuberg: Aus kleinem Dorf wurde Fußball-Nest

Zum Wochenende feiert der Verein sein 50-jähriges Bestehen - 16.07.2019 18:54 Uhr

Aushängeschild des SV Heuberg waren seit jeher die Damen. Unser Bild zeigt die erste Damenmannschaft mit ihren Trainern in den 1980er Jahren. Links im Bild ist der ehemalige Clubspieler Reinhold Schöll zu sehen. © Foto: SV Heuberg


1969 fanden sich in dem beschaulichen Ort Heuberg einige fußballbegeisterte Männer zusammen, um einen Sportverein zu gründen.

Ein beachtliches Unterfangen, wenn man bedenkt, dass das landwirtschaftlich geprägte Dorf gerade einmal 30 Wohnhäuser mit 150 Einwohnern zählte. Gegründet wurde der Verein dann am 7. Dezember im damaligen Gasthaus Decker. Eine Woche später kam es im Gasthaus Winkler – Heuberg hatte damals zwei Gasthäuser — zur großen Mitgliedereinschreibung. Am Ende konnte eine bemerkenswerte Zahl von 62 Gründungsmitgliedern notiert werden.

Am Wochenende 20./21. Juli soll nun das 50-jährige Jubiläum gebührend gefeiert werden. Auftakt für die Feierlichkeiten ist am Samstag ab 16.30 Uhr die 32. Hilpoltsteiner Stadtmeisterschaft der Alten Herren. Ab 18 Uhr geht es mit dem Live-Duo Musik "November" im Biergartenbetrieb zum gemütlichen Teil über.

Am Sonntag findet ab 9.30 Uhr ein Gottesdienst im Festzelt statt. Beim anschließenden Frühschoppen sorgt die "Gänsbach Blousn" für gute Unterhaltung. Ab 12 Uhr wird es wieder sportlich. Dann wird auf der Sportanlage die erste Rother Landkreismeisterschaft der Damen ausgetragen.

Das ist aber noch nicht alles. Ab 17 Uhr folgt das Legendenspiel, bei dem langjährige und ehemalige Fußballer des SV Heuberg gegeneinander spielen. Ab 18 Uhr sorgt die Live Musik "Akustica" im Biergarten für Stimmung und es findet die Ehrung langjähriger Mitglieder statt.

Auf der Suche nach dem richtigen Platz

Ob die damaligen Gründungsväter daran geglaubt hatten, dass der Verein 50 Jahre lang ununterbrochen eine Herrenmannschaft im Spielbetrieb stellen könnte? Jedenfalls hat sich auf Initiative des damaligen Vorsitzenden Sebastian Stadlbauer, Rupert Engelmann und Michael Gerngroß einiges entwickelt. Dabei musste man zunächst mal einen Platz finden. Der damalige Landwirt Heinrich Setzer stellte eine Wiese für 150 Mark jährlicher Pacht zur Verfügung. Im Oktober 1970 kam dann noch das Sportheim hinzu. Hier erfüllte eine alte Holzbaracke, die man von der Stadtbrauerei Roth bekam, ihren Zweck und fertig war das erste Sportgelände des SV 1969 Heuberg.

Der Platz selbst war sehr klein und entsprach nicht den heutigen Normmaßen. Somit wanderte man später Richtung Kanal. Dort konnte 1985 das legendäre Kanalstadion unter der Regie des langjährigen Vorsitzenden Klaus Dechet eingeweiht werden. Als Sportheim diente wiederum eine Holzbaracke, die man von der Rhein-Main-Donau-Gesellschaft erwarb.

Duschen im "Milchhaisl"

Heute kaum vorstellbar waren die technischen Gegebenheiten. Das Wasser für die Toilette pumpte man vor jedem Heimspiel aus dem Main-Kanal in einen Wasserbehälter auf den Dachboden der Baracke und nach dem Spiel fuhr man in das zum Duschraum umfunktionierte ehemalige "Milchhaisl". Anschließend ging es dann ins nebenstehende Vereinslokal Winkler. Der große Wurf gelang 1995. Hier wurde am Ortsrand das unter großer Eigenleistung erbaute neue Sportheim mit Gymnastikhalle – und mit Duschen – eingeweiht.

Aus sportlicher Sicht gestaltet sich die Historie des SVH als kleine Achterbahnfahrt. Fand man sich in den ersten zehn Jahren meist in den hinteren Tabellenregionen der Tabelle wieder, konnte man sich zu Beginn der 1980er nach oben kämpfen.

1985 verlor man mit der Neugründung der DJK Göggelsbuch viele Fußballer und in der Tabelle ging es wieder bergab. Dank des unermüdlichen Einsatzes vieler engagierter Mitglieder ging es Mitte der 1990-er steil nach oben. Der langjährige Spieler Georg Decker und sein Spielleiter Günter Tauschek bauten ein Team auf, das 1999 mit dem Aufstieg in die Kreisklasse den größten Erfolg in der bisherigen Vereinsgeschichte erreichte. Aktuell findet man sich in der B-Klasse wieder und ist trotzdem stolz, eine konkurrenzfähige Mannschaft zu stellen.

Erfolge im Frauenfußball

Wenn man über Erfolg und Heuberg spricht, dann kommt einem vor allem der Damenfußball in den Sinn. Auf Initiative von Johann Gerngroß und Karl Brandl gegründet, spielten die Heuberger Damen immer eine sehr gute Rolle im Ligabetrieb. Höhepunkt war der Aufstieg in die Bezirksliga. Heute steht der Verein unter dem Vorsitzenden Christian Karg auf soliden Beinen. Neben dem Fußball gibt es mit Tischtennis und Damengymnastik noch weitere Abteilungen, die den Verein mit Leben füllen. Dass der SVH im Rahmen seines 50-jährigen Bestehens sowohl alte Freunde im Zuge der AH-Stadtmeisterschaft und Legendenspiel einlädt, als auch mit der ersten Rother Damenlandkreismeisterschaft für ein Novum sorgt, unterstreicht den Sinn des Vereinslebens. 

MARKUS SEITZ

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