Tag des offen Denkmales: Keller, Burgen und Kirchen

9.9.2016, 08:00 Uhr
Der Museums- und Heimatverein Hilpoltstein hat anlässlich seines 40-jährigen Bestehens den Ochsenwirtskeller, einen Bierkeller aus dem 17. Jahrhundert, entschuttet, vermessen und gesichert und macht ihn nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich.

Der Museums- und Heimatverein Hilpoltstein hat anlässlich seines 40-jährigen Bestehens den Ochsenwirtskeller, einen Bierkeller aus dem 17. Jahrhundert, entschuttet, vermessen und gesichert und macht ihn nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich. © Foto: Museums- und Heimatverein

Burg Abenberg. Haus fränkischer Geschichte: Vorsicht Baustelle! Mitbauausstellung zu alten Bautechniken. Von 11 bis 17 Uhr gibt es auf der Burg viele Aktionen zum Thema „Bauen im Mittelalter“. Um 15 und 16 Uhr führt Kuratorin Dr. Birgit Friedel durch die Sonderausstellung, in der alte Bautechniken, Materialien und Werkzeuge zu sehen sind. Ab 14 Uhr gibt es eine „offene Bauhütte“ im Burghof: Kinder können selbst Baumeister sein, ein Dach decken, Fachwerkhäuser bauen, in einer Steinmetz-Werkstatt arbeiten. Innungs-Zimmerer zeigen, wie früher Holz bearbeitet wurde und wie wichtig ihr Beruf war und ist. Der Heimatverein Abenberg unterstützt alle Ausstellungen auf der Burg.

Allersberg: Gilardihaus. Gabriel de Gabrieli, Baudirektor des Hochstifts Eichstätt, plante für den Drahtfabrikanten Jacob Gilardi und seine Ehefrau Sybilla das ortsbildprägende Palais am Marktplatz. Ab 1728 gab es im Ost-, West- und Südflügel Drahtzug. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Produktion auf Christbaumschmuck umgestellt. Von 11 bis 17 Uhr geöffnet ist das Gilardi-Palais. Um 11 und 14.30 Uhr lädt der Förderverein Gilardi-Anwesen zu Führungen ein. Um 11 und 14.30 Uhr gibt es im Obergeschoss einen Lichtbildervortrag zur Geschichte des Hauses, ab 13 Uhr im Erdgeschoss nach Bedarf jeweils einen Lichtbildervortrag zu den Aktivitäten des Fördervereins und Erläuterungen zu den Sanierungsarbeiten. Auch bietet der Förderverein Kaffee und Kuchen an. Der Verein Gilardi-Anwesen gründete sich, nachdem die Marktgemeinde das Anwesen gekauft hatte, um Leben in den Innenort bringen zu können. Auf vielfältige Weise unterstützt er die Sanierung, beispielsweise durch Schaufertigung und Verkauf von Christbaumschmuck oder Kaffeebetrieb an Markttagen.

Zu einem Schmuckstück gemausert hat sich die Gastwirtschaft „Zur goldenen Sonne“ in Allersberg.

Zu einem Schmuckstück gemausert hat sich die Gastwirtschaft „Zur goldenen Sonne“ in Allersberg. © F.: Dr. Annett Haberlah-Pohl

Allersberg: Gasthaus „Zur goldenen Sonne“. Hinterer Markt 18. Geöffnet von 11 bis 17 Uhr. Im 18. und frühen 19. Jahrhundert gab es in Allersberg zwölf Wirtshäuser mit eigenen Brauereien. Dieses Gasthaus am Hinteren Markt dürfte das älteste, ununterbrochen als Gastwirtschaft geführte Anwesen Allersbergs sein. Die „Sonne“ wurde in der barocken Blütezeit Allersbergs umgebaut. Der Dachstuhl stammt aus dem Jahr 1731, die Außenmauern sind wesentlich älter. In den 1920er Jahren war das Gasthaus Nobelherberge und Feinschmeckerlokal.

Die derzeitigen Umbauarbeiten sind nahezu abgeschlossen, der erste und zweite Stock nun vermietet. An diesem Tag stehen die Räume des Erdgeschosses zur Besichtigung offen. Die Eigentümer, das Ehepaar Horndasch, erklären anhand von Fotos und Plänen die Umbaumaßnahmen und die Geschichte des Hauses. Außerdem empfängt die Familie die Gäste mit Kaffee, selbst gebackenen Kuchen und Getränken. Der Erlös aus dem Verkauf kommt dem Förderverein Gilardihaus als Spende zu Gute.

Allersberg: Torturm mit Torhaus. Von 11 bis 17 Uhr geöffnet ist der Turm, der im Kern aus dem 14. Jahrhundert stammt. Der dreigeschossige Bau mit Zeltdach und Laterne wurde in den vergangenen beiden Jahren aufwendig in Stand gesetzt. 1754 seitlich angeschlossen wurde ein zweigeschossiger Bau mit Satteldach und Durchfahrt. Im Anbau zu sehen ist die Jahresausstellung der Maler des offenen Malertreffs.

Hilpoltstein: Ochsenwirtskeller. Unter dem Motto „Hilpoltsteiner Bierkeller erzählen Geschichten“ ist der Keller in der Nähe des Gymnasium-Parkplatzes von 10 bis 12 und 14 bis 18 Uhr geöffnet. Mitglieder des Museums- und Heimatvereins (MuH) führen dort nach Bedarf. Vom Parkplatz am Gymnasium aus ist der etwa 200 Meter lange Fußweg ausgeschildert. Der MuH feiert heuer sein 40-jähriges Bestehen. Neben einer Ausstellung hat der Verein zum Jubiläum den 400 Quadratmeter großen Keller im Besitz der Stadt Hilpoltstein gesichert. Nach dem Entfernen von Bauschutt und dem Vermessen ersetzte der Verein das fehlende Tor und baute eine Beleuchtung ein. Den Keller ließ Christoph Heckel, Sohn des Hofbräuers von Palzgraf Johann Friedrich und Gastwirt des Roten Ochsen, errichten, als er 1648 das Recht zur Errichtung eines vierten Bräuhauses erwirkt hatte. 1844 erweiterte der damalige Besitzer, Christian Gerngroß, den Keller und errichtete mit den ausgebrochenen Steinen die Ochsenwirtskapelle (jetzt im Stadtpark).

Hilpoltstein-Mindorf: Kirche St. Stephanus. Von 13 bis 18 Uhr geöffnet ist diese einstige mittelalterliche Wehrkirche. Jeweils zur vollen Stunde führen Stefan Ehrenfried oder Kreisheimatpflegerin Eva Schultheiß. Das Langhaus besitzt eine spätgotische bemalte Bretterdecke vom Ende des 15. Jahrhunderts. Wertvoll ist das historische Gestühl. Im Turm-Untergeschoss überraschen Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert. Die Mindorfer Kirchenstiftung bietet Getränke, Kaffee und Kuchen an, um so Geld zu sammeln für die dringend notwendige Instandsetzung des mittelalterlichen Dachstuhls.

Kammerstein: Informationszentrum Reichsburg. Es ist bereits am Samstag, 10. September, 14 bis 16 Uhr, geöffnet. Die Gemeinde renovierte eine alte Scheune in der Ortsmitte und nutzt sie als Info-Zentrum, das heuer im April eröffnet wurde. Diese neue Nutzung und die LEADER-Förderung der EU für die Ausstellung ermöglichten den Erhalt des nicht mehr benötigten Gebäudes.

Der Freundeskreis Allerheiligenkirche informiert über die spätmittelalterliche Stiftung des Gotteshauses in Kleinschwarzenlohe mit seiner reichen Ausstattung, unter anderem einem Altar von Tilman Riemenschneider.

Der Freundeskreis Allerheiligenkirche informiert über die spätmittelalterliche Stiftung des Gotteshauses in Kleinschwarzenlohe mit seiner reichen Ausstattung, unter anderem einem Altar von Tilman Riemenschneider. © Foto: Eva Schultheiß

Rohr-Regelsbach: Altes Pfarrhaus. Von 11 bis 17 Uhr kann man dieses Gebäude besuchen, in dem Führungen nach Bedarf angeboten werden. Der repräsentative Charakter des 1737 erbauten Hauses wird ersichtlich durch die barocken Türstöcke und die aus der Erbauungszeit stammenden Stuckdekore. Für das heute leer stehende Gebäude wird eine neue Nutzung gesucht. Gedacht wird an die Gründung eines Fördervereins, sodass durch ehrenamtliches Engagement das Denkmal weiterhin dem Dorf zur Verfügung stehen kann.

Schwanstetten: Geführte Radtour zu Gedenksteinen. Treffpunkt ist um 14 Uhr das Rathaus am Rathausplatz 1. Der Museumsverein Schwanstetten besteht seit 2007 und betreibt kein eigentliches Museum, sondern ein virtuelles: In vielen Beiträgen werden unter http://museum-schwanstetten.de viele Facetten der Geschichte Schwanstettens dargestellt. Unter anderem erforschte und beschilderte der Verein die Kleindenkmäler der Gemeinde. Zu einigen führt diese Radtour, die allerdings bei Regen entfällt.

Kleinschwarzenlohe: Allerheiligenkirche. Um 11, 13 und 15 Uhr informieren Kirchenführer des vor einem Vierteljahr gegründeten Freundeskreises Allerheiligenkirche über die spätmittelalterliche Stiftung des 1448 erbauten Gotteshauses. Die Patrizierfamilie Rieter von Kornburg stattete ihre Kirche und Grablege reich aus: Erhalten sind ein Altar von Tilman Riemenschneider und andere mittelalterliche Altäre, Totenschilde und vieles mehr. Das Messnerhaus ist als Kirchencafé geöffnet.

Beeindruckend ist der Raum im „Brückenpfeiler“ des Brückkanals, der 1838 errichtet wurde, um den Ludwig-Donau-Main-Kanal über die Schwarzach zu führen.

Beeindruckend ist der Raum im „Brückenpfeiler“ des Brückkanals, der 1838 errichtet wurde, um den Ludwig-Donau-Main-Kanal über die Schwarzach zu führen. © Foto: Eva Schultheiß

Wendelstein: Brückkanal. Von 10 bis 16 Uhr finden am Brückkanal Führungen nach Bedarf statt. Diese Brücke, auf der der Ludwig-Donau-Main-Kanal über die Schwarzach geführt wird, wurde 1838 errichtet. Sie ist 90 Meter lang und gut sechs Meter breit. Vom Raum innerhalb des Brücken„pfeilers“ ist die Bogenkonstruktion von unten zu besichtigen.

Kostenlose Führung

Greding: Archäologiemuseum.Von 10 bis 17 Uhr ist kostenlos geöffnet. Wer die jahrtausendealte Siedlungs- und Verkehrsgeschichte des Schwarzachtals unter fachkundiger Anleitung entdecken möchte, hat um 14.30 Uhr die Möglichkeit, an einer kostenlosen Führung mit Museumsführerin Bärbel Heinrich teilzunehmen. Die Führung beginnt an der Museumskasse, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Roth: Schloss Ratibor. Von 13 bis 17 Uhr führen Mitglieder des Museums Schloss Ratibor und des Stadtbauamts durch die Sonderausstellung „40 Jahre Städtebauförderung in Roth“.

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