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Thalmässing: Baumriesen nutzen 1500 Tierarten

Wie eine Eiche und Apfelbäume in Ruppmannsburg der Friedhofspflege zugute kommen - 15.05.2020 11:55 Uhr

Zur Blüte der Apfelbäume bekamen die Streuobstwiesen bei Ruppmannsburg es Informationstafeln. © Foto: Landschaftspflegeverband Mittelf


Eine alte Eiche ist ein ganzer Lebensraum für sich: Man nimmt an, dass ungefähr 1500 Tierarten von Eichen abhängen oder einen Nutzen von dieser Baumgattung haben. Der Erhalt des Lebensraums Eiche ist daher für den Erhalt der Artenvielfalt von besonderer Bedeutung.

Im Rahmen des Biodiversitätsprojektes "Erhalt von Alteichen im Landkreis Roth" arbeiten Landschaftspflegeverband, Regierung, Untere Naturschutzbehörde, Gemeinde, Dorfgemeinschaft und Landwirte zusammen.

So wie hier in Ruppmannsburg oder auch in Eysölden engagiert man sich für den langfristigen Schutz dieser Baumriesen und setzt ein Zeichen für den landesweiten Biotopverbund. Im Markt Thalmässing liegt einer der landkreisweit bedeutsamsten Alteichenbestände.

"Friedenseiche"

Die Ruppmannsburger Eiche ist im Dorf besser unter dem Namen "Oichareis" bekannt. Dies bedeutet so viel wie "Eichenpflanze". Aus historischen Karten geht eine uralte Wegkreuzung auf der Fläche hervor. Vermutungen zufolge könnte die Eiche daher als Wegweiser gepflanzt worden sein. Denkbar wäre auch die Pflanzung als Symbolik zum Ende eines Krieges als sogenannte "Friedenseiche".

Ebenso bedeutsam für den Arten- und Insektenschutz ist der Erhalt der landschaftstypischen Streuobstwiesen. Doch nur selten interessiert sich heute jemand für deren Pflege.

Anders in Ruppmannsburg: Äpfel unterstützen den Friedhof in Ruppmannsburg. Wie das geht? Im Jahr 2009 überließ der Markt Thalmässing der Dorfgemeinschaft Ruppmannsburg die Obstbäume und die alte Eiche zur Nutzung. Seitdem kümmert diese sich um den Erhalt und die Pflege des Grundstücks.

Patenschaft für Obstbäume

Historische Obstbaumsorten wurden in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Mittelfranken nachgepflanzt. Gleichzeitig übernehmen Familien des Dorfes eine Patenschaft für die Obstbäume. Für die Ernte der Äpfel zahlen die Baumpaten einen kleinen Beitrag in die Ortschaftskasse, dieses Geld fließt als Spende in die Pflege des Friedhofs.

Zur Blüte der Apfelbäume fand jetzt die Einweihung der Informationstafel statt. Gefördert wurden die Arbeiten vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und dem Bezirk Mittelfranken.

hiz

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