Freitag, 15.11.2019

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Transalpin-Run: Rother Geschwister den Wolken nah

Sven und Annika Ehrhardt vom Team Memmert meisterten den Transalpine-Run "Run2" - 13.09.2019 05:54 Uhr

Trailrunning ist zwar ein Knochenjob, ab und zu gönnt man sich aber schon noch einen Augenblick, um die atemberaubende Landschaft zu genießen. Vorne Sven Ehrhardt, dahinter seine Schwester Annika. In der Mixed-Wertung kamen die beiden als Siebte ins Ziel.


Aus den Boxen am Start in Obersdorf dröhnte der Rockklassiker "Highway to Hell", das Geschwisterpaar Annika und Sven Ehrhardt erwartete auf ihrer Reise nach Lech am Arlberg aber kein Höllentrip, sondern himmlisches Berglaufwetter beim Transalpine-Etappenlauf, einem der härtesten und zugleich spektakulärsten Trailrun-Events der Welt.

Nach 6:25 Stunden an Tag eins und 4:36 Stunden an Tag zwei erreichten die Traillauf-Novizen erschöpft aber glücklich das Ziel und schlossen den Wettbewerb auf Rang sieben in der Mixed-Wertung ab.

Im Team stellten sich die beiden im Trikot des Team Memmert der Herausforderung in der Einsteiger-Wertung "RUN2". Der Lauf ermöglicht es Athleten, statt der gesamten acht Tage nur die ersten beiden Etappen des originalen Transalpine-Run zu laufen und sich dadurch ein Stück näher ihrem Traum von der Alpenüberquerung zu Fuß anzunähern. Während die Teilnehmer der kompletten Alpenüberquerung an insgesamt acht Tagen 274 Kilometer mit rund 16 000 Höhenmetern bewältigten, mussten die letztjährigen Sieger des hiesigen Läufercups also "nur" knapp 40 Kilometer mit rund 2400 Höhenmetern sowie am darauffolgenden Tag knapp 30 Kilometer mit etwa 1800 Höhenmetern bestreiten.

Ohne Stöcke beim Aufstieg

Kontinuierlich arbeitete sich das Geschwisterpaar während der ersten vergleichsweise flachen Kilometer nach vorne. Mit dem unbeschwerten Lauffluss war es dann aber erst einmal vorbei, denn über alpine Pfade ging es bis zur Rossgundscharte (2005 Meter) steil bergauf.

Während die beiden beim Aufstieg – trotz des Verzichts auf Stöcke – ihre Position noch halbwegs hielten, konnten die Straßenläufer bei den sogenannten "Downhills" – rasanten Gefällen – den geübten Trailläufern nur hinterherschauen.

Auf 2013 Metern über dem Meeresspiegel erreichten die Läufer mit der Mindelheimer Hütte den höchsten Punkt der ersten Etappe, ehe es für einen steilen Abstieg weiter zum Schrofenpass ging. Dort galt angesichts mehrerer mit Seil gesicherter Passagen Vorsicht vor Geschwindigkeit.

Im Wechsel zwischen schnellem Gehen und Laufen ging es für die Memmert-Läufer weiter über den Gehrenberg und großflächige Almwiesen nach Hochkrummbach (1613 Meter) am Hochtannbergpass zu einer weiteren Verpflegungsstation. Die Rast machte sich bezahlt: Auf den folgenden elf Kilometern vorbei am Körbersee über das weite Auenfeld nach Lech am Arlberg (1427 Meter) wurden Annika und Sven Ehrhardt kein einziges Mal überholt und konnten ihre gute Position im vorderen Mittelfeld verteidigen.

Der sechste Platz in der Mixed-Wertung bedeutete gleichzeitig Rang 16 in der Gesamtwertung. Aufgrund der guten Platzierung konnten die Ehrhardts am darauffolgenden Tag in der ersten Startwelle beginnen.

Rauf und runter

Und bei aufgehender Sonne ging es bereits innerhalb von fünf Kilometern über 900 Höhenmeter hoch auf den Rüfikopf (2335 Meter). Beim Abstieg über den Monazabon See hinunter nach Zürs (1718 Meter) mussten die Rother allerdings wieder einige Teams ziehen lassen.

Nach der zweiten Verpflegungsstelle bei Kilometer 13 am Flexenpass (1766 Meter) liefen die Starter durch den Hölltobel und die Flexenmulde zur Alpe Rauz (1679 Meter). Wegen des regnerischen Wetters am Vortag war hier auf den rutschigen Almwiesen besondere Vorsicht geboten. Über den Valfagehrbach erreichten die Geschwister die dritte Verpflegungsstation an der Ulmer Hütte (2253 Meter), ehe es durch das Steißbachtal die Route bergab nach St. Anton (1299 Meter) zügig zum Zielort ging. Diesen erreichten Annika und Sven Ehrhardt nach knapp 30 Kilometern in 4:36 Stunden auf dem siebten Platz in der Tageswertung des Mixed-Klassements.

Für die Läufer im Trikot des Team Memmert war der Trail-Lauf unbekanntes Terrain, doch der Start dort soll nicht der letzte Ausflug in die Berge gewesen sein.

Während Annika Ehrhardt in den kommenden Jahren bei dem einen oder anderen Tagesrennen starten will, verfolgt ihr Bruder Sven schon ein ziemlich ehrgeiziges Ziele: die Bewältigung der kompletten Alpenüberquerung.

st/rhv E-Mail

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