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TV Hilpoltstein übernimmt Spitze der Regionalliga

Mit Siegen im Spitzenspiel gegen Jena und gegen Holzhausen vergoldet der TV den Rückrundenstart. - 02.02.2020 19:55 Uhr

Fünf deutet Frantisek Krcil an, tatsächlich fuhr der Hilpoltsteiner Spitzenspieler am Wochenende aber sogar sechs Siege für den TV ein. Der übernahm die Tabellenführung der Regionalliga – als Aufsteiger.

02.02.2020 © Foto: Tobias Tschapka


Das Duell gegen Jena war eine ganz enge Kiste: Sieben Spiele gingen über fünf Sätze. Nach dem Matchball zum 12:10 im Entscheidungssatz lag sich das Schlussdoppel Frantisek Krcil und Hannes Hörmann in den Armen, die Sensation war perfekt. Hilpoltstein hatte tatsächlich den Drittliga-Absteiger aus Jena bezwungen, der bislang noch keinen einzigen Zähler abgegeben und in allen Kategorien schlichtweg überragend gewesen war. Und das nach einem 1:5-Rückstand im letzten Satz und vergebenem Matchball bei 10:9.

Doch schlichtweg überragend waren diesmal eben auch die Hilpoltsteiner um die drei Talente Hannes Hörmann, Sebastian Hegenberger und Matthias Danzer. Alle drei zeigten wieder einmal ganz starke Leistungen, konnten jedoch nur in Person von Hannes Hörmann an der Seite von Frantisek Krcil in Eingangs- wie eben Schlussdoppel punkten.

Routine setzt sich durch

In den Einzeln gingen alle drei leer aus, zu stark war die Konkurrenz. Hörmann, gerade 17 Jahre alt geworden, zeigte zwar einmal mehr, dass ihn nur noch Nuancen von den Top-Spielern der Liga trennen. Sowohl gegen Pavol Mego als auch Roman Rezetka kam Hörmann in den Entscheidungssatz, zog aber eben den Kürzeren zog.

Hegenberger unterlag gegen den gut aufgelegten Leonard Süß und den fehlerfrei aufspielenden Tibor Spanik den Kürzeren. Gegen Spanik hatte Matthias Danzer zunächst eine sensationelle Leistung aufs Parkett gelegt und einen 0:2-Satzrückstand egalisiert, dann jedoch im Entscheidungssatz verloren. Gegen Leonard Süß fand er anschließend nicht so recht zu seinem Spiel.

Die TV-Verantwortlichen durften sich am Samstag jedoch einmal mehr bestätigt fühlen in ihrer Personalpolitik, nämlich den drei Ausnahmetalenten drei erfahrene Ausnahmespieler an die Seite zu stellen. Und diesmal waren es tatsächlich die drei Routiniers, denen die Schlagzeilen gehörten.

Alle vier Spiele gewonnen

Frantisek Krcil zeigte im Duell der besten Akteure der Liga zweimal im Doppel sowie zweimal im Einzel "unglaubliche Leistungen" (TV-Manager Ulrich Eckert) und hielt die so starken Mego und Rezetka jeweils über die volle Distanz in Schach. Hinten freute sich Eckert über die bisher "beste Saisonleistung" des David Palkovsky, der gegen die für das hintere Paarkreuz enorm spielstarken Nico Müller und Andrei Fiodarau keinen einzigen Satz abgeben musste.

Gegen Fiodarau hatte Palkovskys Paarkreuzkollege Darius Kabacinski lange Zeit große Probleme gehabt, war aber nicht von seinem konsequenten Weg abgewichen und hatte den Rumänen damit zur Verzweiflung gebracht. Gegen Müller hatte Kabacinski dann gar keine Mühe bei seinem glatten 3:0.

Neben den enorm stabilen Routiniers gab es einen weiteren Faktor für den TV-Erfolg im Spitzenspiel: Hilpoltstein gewann drei der vier Doppel – und das gegen eine Mannschaft, die in allen bisherigen Duellen lediglich fünf (!) Doppel verloren hatte.

Eine tolle Leistung der Hilpoltsteiner Regionalligamannschaft. Trotz riesiger Euphorie wurde aber nicht mehr gefeiert – schließlich mussten alle Akteure ein paar Stunden Schlaf bekommen, ehe es am Sonntag gegen Holzhausen weiterging.

Gegen den Tabellenletzten kam Hilpoltstein schwer aus den Startlöchern, einzig Kabacinski und Palkovsky konnten ihr Doppel gewinnen. Die Bilanz des perfekt harmonierenden Duos liegt damit bei 11:1, Bestwert in der Liga. Teammanager Ulrich Eckerts Warnung vorab, vor einem nicht zu unterschätzenden Gegner, schien sich zu bewahrheitete.

"Die Liga ist so gut", so Eckert mit Hinweis auf das Holzhausener Ergebnis gegen den Tabellendritten Windsbach (8:8) am Vortag und die Resultate Fürstenfeldbrucks oder Gräfelfings: Ebenfalls abstiegsbedroht, immer wieder für Punkte gegen vermeintliche Favoriten gut.

Hinten extrem stark

Hilpoltstein fing sich nach den Doppeln aber sofort. Krcil baute mit seinem ersten von zwei Einzelsiegen gegen Stanislav Chornobaiev seine Bilanz als bester Spieler der Liga aus, Hannes Hörmann setzte sich 3:1 gegen den ehemaligen Zweitligaspieler Hendrik Fuß durch und Sebastian Hegenberger in drei Sätzen gegen Robert Janke.

Anschließend spielte der TV seine große Stärke aus: "Wir sind hinten die besten", stellte Eckert fest. "Wir haben vier Spieler, die in die Mitte gehören." Kabacinski spielte dort noch in der Vorrunde, Palkovsky war eigentlich für Vorne geholt worden. Hegenberger und vor allem Danzer, nun in der Mitte, haben riesige Sprünge, auch körperlich gemacht. So kann Hilpoltstein zwar mal ein Spiel abgeben, aber eben auch wieder aufholen – und ist ja auf den anderen Positionen durchaus auch für Punkte gut.

Beinahe makellose Bilanzen

Gegen Holzhausen punktete Kabacinski doppelt, bleibt im hinteren Paarkreuz damit ungeschlagen. Palkovsky (15:1) steuerte einen Punkt bei, musste zu seinem zweiten Duell dann gar nicht mehr antreten. Denn Hörmann hatte zwar in fünf Sätzen gegen Chornobaiev abgegeben und Hegenberger gegen Gregor Meinel in vier, doch Danzer hatte in fünf Sätzen gegen Janke den achten Punkt geholt, Kabacinski dann den Sack zugemacht.

Zwei Doppelspieltage hatte der TV nun nacheinander und mit vier Siegen die Spitze von Jena übernommen – auch wenn der SV nun ein Spiel weniger hat, bei einem Punkt Rückstand. Das Restprogramm ist ähnlich.

Fragt man Ulrich Eckert nach dem Ziel vor den beiden Wochenenden, kommt wie aus der Pistole geschossen: "Sicherer Zweiter zu sein." Nach hinten dürfte Hilpoltstein keine Probleme bekommen. Windsbach hat zwar Topmann Gaston Alto noch kaum eingesetzt, aber auch neun Punkte Rückstand.

Rein tabellarisch müsste der Blick eigentlich nach oben gehen. Hilpoltstein könnte in dieser Saison schon wieder einen Durchmarsch feiern. Natürlich lassen sich die eigenen Talente besser binden, wenn sie eine gewisse Klasse spielen können. Trotzdem: Der Aufstieg "ist nicht unser Ziel", sagt Eckert. "Wir haben keinen Druck."

Gut aufgehoben

Im Gegenteil: "Die Regionalliga ist die richtige Liga für die Jungs", sagt er. Hier können sie sich entwickeln, an der Seite der Routiniers wachsen – sie rücken ja in den Paarkreuzen nach vorne. Das Niveau schließlich ist nicht zu verachten: "Die Regionalliga ist vorne besser besetzt als die 3. Liga hinten."

Gleichwohl: Auch ein Tabellenzweiter könnte aufsteigen, falls eine andere Mannschaft zurückzieht. Laut Eckert zeichnet sich nichts ab, Jena bleibt sein Meisterschaftsfavorit. Aber falls der TV doch die Option 3. Liga hätte? Würde man das mitnehmen, das wäre es aber auch. Als Karriere-Option steht ja auch das Zweitliga-Team des TV bereit.

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