Unwetter in Roth: 20 Notrufe in 30 Minuten

3.8.2018, 14:45 Uhr

© Foto: News5/Goppelt

Es war zwar nur eine knappe Stunde, doch die hatte es ganz schön in sich. Geschäfte, Supermärkte und Dönerbuden in Roth wurden kurzzeitig zu so etwas wie Notunterkünften, um sich vor dem Regen und dem Unwetter, das am Donnerstagabend über Roth aufzogen war, in Sicherheit zu bringen.

"Bringen Sie den Regenschirm einfach wieder, wenn Sie mal wieder kommen", sagte der Betreiber einer Dönerbude, der einem Gast kurzzeitig mit einem Regenschirm ausgeholfen hatte. Doch nicht nur die Dame in der Dönerbude war aufgeschmissen. Auch die Passagiere eines Regionalzuges saßen plötzlich fest.

Lichtblitz und lauter Knall

Bei Unterheckenhofen wehte der Wind einen Baum um, – so ungünstig, dass er auf die Oberleitung mitten auf die Zugstrecke zwischen Roth und Georgensgmünd ragte und die Gleise blockierte. Die Strecke war komplett blockiert. Insassen berichten von einem Lichtblitz und einem lauten Knall, ehe der Zug stoppte und die Klimaanlage ausfiel. Auch die Beleuchtung wurde abgeschaltet.

Unruhe oder gar Panik sei aber nicht ausgebrochen. Lediglich einer Person sei wegen der defekten Klimaanlage ein bisschen übel geworden, heißt es bei der Bundespolizei. Sie wurde ärztlich versorgt.

Die knapp 250 Fahrgäste mussten in den Waggons ausharren, bis das Technische Hilfswerk und die Feuerwehren Georgensgmünd, Unterheckenhofen, Barnsdorf, Bernlohe und Roth die Evakuierung sicherstellen konnten. Mittels einer Leiter wurde den Wartenden ins Freie geholfen, dann mussten sie einen Fußmarsch bis an den Rother Stadtrand zurücklegen.

Neben dem Einsatz an der Zugstrecke, hatte die Feuerwehr Roth aber auch noch andere Einsätze. Knapp 20 Notrufe seien innerhalb von 30 Minuten eingegangen, sagt Hansjürgen Patek, der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Roth. Viele Keller standen unter Wasser. Ein Feuerwehrauto musste auch zur Münchener Straße anrücken. Dort war auf Höhe des Gebäudes des Bauernverbandes ein Baum auf die Fahrbahn gefallen.

Keine Personenschäden

Mit Motorsäge und Muskelkraft wurde die Fahrbahn innerhalb von zehn Minuten wieder frei geräumt. "Der Stau hat sich in Grenzen gehalten", sagt Patek, der von heftigen Windböen gerade in der Münchener Straße berichtet. Auch ein etwa vier Quadratmeter großes Blechdach sei dort herabgestürzt, das wieder hergerichtet werden musste. Bis 21 Uhr seien alle Arbeiten aber abgeschlossen gewesen, so Patek. Die Rother Polizei war dagegen nicht so sehr von den Notrufen betroffen, schließlich war bei dem umgestürzten Baum auf der Bahnstrecke die Bundespolizei im Einsatz und beim Wasser auspumpen sei vor allem die Feuerwehr zuständig gewesen, sagt Simone Wiesenberg von der Polizeiinspektion Roth, die mit ihren Kollegen lediglich bei dem umgestürzten Baum in der Münchener Straße und bei zwei Ästen auf der Fahrbahn in der Münchener Straße und in Kiliansdorf anrücken musste. Personenschäden seien ihr nicht bekannt, sagt Wiesmeier.

Um Hilpoltstein hatte das Unwetter dagegen einen Bogen gemacht. Bei der Polizeiinspektion waren keine Notrufe eingegangen. Das Gewitterzentrum war eher in Eckersmühlen, Unterheckenhofen, Kiliansdorf und Roth. Die Feuerwehr musste deshalb nicht eingreifen. "Bei uns war gar nichts", sagt Ludwig Fehlner, der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Hilpoltstein. Die Feuerwehrler mussten stattdessen schon einen Tag zuvor, am Mittwoch, eingreifen, als Gewitterwolken über Hilpoltstein aufzogen und es fünf Einsätze gegeben hatte.

Lediglich die Bauhofmitarbeiter der Stadt Hilpoltstein mussten nach dem Gewitter vom Donnerstag zu Schaufel und Besen greifen. Der heftige Regen der beiden Tage hatte das Bankett am neuen Radweg nach Eckersmühlen unterspült und den Schotter auf den Weg geschwemmt. Da Starkregenereignisse keine Seltenheit mehr sind, müsse eine Lösung her. "Mit Bewuchs wird man nicht weit kommen", sagt Bernhard Kößler vom Bauamt. Es werde demnächst einen gemeinsamen Termin mit dem Staatlichen Bauamt geben.

Mittlerweile ist aber die Sonne zurück – und das sowohl in Roth als auch in Hilpoltstein.

 

2 Kommentare