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Von poppig bis herzig

Volles Haus: Konzert mit A-Cappella-Chor „vocalipur“ - 09.10.2011 17:09 Uhr

Auch den Rap beherrschen die Jungs von „vocalipur“ begeisternd. © Klier


Bürgermeister Markus Mahl freute sich über diesen Höhepunkt der  Veranstaltungsreihe, wobei vocalipur das zehnjährige Bestehen feierte. Aber ihm gefielen auch die schwarz-gelben Farben Hilpoltsteins an der Kleidung der 40 Chormitglieder. Fantasiereich trugen sie zu den schwarzen Anzügen gelbe Blumen, Krawatten oder Schals.

Chorleiter Wolfgang Kellendorfer fragte: „Was wäre schöner, als gemeinsam zu singen?“ Also gab es zuerst ein Einsingen. Aber nicht für den Chor, sondern für die Zuhörer, die im Stehen zusammen mit Lockerungsübungen  Elvis Presleys „Can't Help Falling In Love“ durchaus melodisch intonierten.

Dann aber trat der Chor voll in Aktion. Saubere Einsätze und harmonischer Zusammenklang, wobei auch der Spaß nicht zu kurz kam, begeisterten die Zuhörer. Mit sichtlicher Freude am Gesang folgten die Sängerinnen und Sänger den präzisen Vorgaben ihres Dirigenten, mal leise und verhalten, dann wieder voller Dynamik.

Über einem schwebenden Grundton erklang mehrstimmig  „Only You“ von den Flying Pickets. Als siebenstimmiger Chorsatz wurde Leonard Cohens „Hallelujah“ angekündigt. Doch Handygeklingel unterbrach den Hymnus. Das war allerdings das Signal für die kabarettistische Einlage über Telefonieren und Warteschleifen: „Ich bin die Warteschleife, ich bin endlos lang und Sie sind sch…e dran“. Dann wurde das Hallelujah in bewährter Form zu Ende geführt.

Während manche Chöre händeringend Mitglieder suchen, besteht hier bei manchen Stimmen sogar Aufnahmestopp, denn der Chor bietet nach eigener Aussage „fetzige, peppige, rockige, rappige, schmalzige, herzige, poppige, exotische, spaßige und träumerische Chormusik“.

Beim sentimental-wehmütigen „Kiss from a Rose“ waren nur die „Moidla” gefragt, ihnen folgten die 15 „Buam“ als rappende BackstreetBoys mit „Quit Playing Games“.

„Oans, zwoa, drei“, dann ging es — gewollt oder nicht — nach einigem Ringen um den rechten Ton,  mit dem Gstanzl „Springt der Hirsch übern Bach“ weiter. Vielleicht hatte auch die Stimme aus dem Publikum „Singt halt was anderes“ dazu beigetragen. Der Metallica-Titel „Nothing Else Matters“ wurde in origineller Form von vier Männerstimmen interpretiert, unterstützt von der Sopranistin Anita.

Mit homogenem Klang folgte das Spiritual „He’s always close to you“, wobei der Chor seine stimmlichen Qualitäten bis hin zu einem Fortissimo voll auskostete und mit einem Pianissimo endete. „Alkohol“ von Herbert Grönemeyer hatte der Chor schon in Büchenbach bei cantamus 2010 erfolgreich aufgeführt. Nachdenklich machende Zahlen über Alkoholmissbrauch wurden dazu aufgezählt. „Wer zu Lebzeit gut auf Erden, wird nach dem Tod ein Engel werden“ von der Gruppe Rammstein erklang fugenartig in einem gewaltigen Schlusschor.

Wer sich erfolglos um Eintrittskarten für das Konzert bemüht hatte, hat am 12. November eine neue Chance: Dann findet das Konzert an selber Stelle noch einmal statt. 

MANFRED KLIER

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