"Wahnsinn" Bonpflicht: Ausdrucken und wegwerfen

2.1.2020, 18:29 Uhr
Am ersten Vormittag hat kein einziger Kunde seinen Kassenzettel mitgenommen. So kann Friseur Ceyhan Öztürk eine rund 2 Meter lange Papierschlange vorweisen.

Am ersten Vormittag hat kein einziger Kunde seinen Kassenzettel mitgenommen. So kann Friseur Ceyhan Öztürk eine rund 2 Meter lange Papierschlange vorweisen. © Foto: Martin Regner

"Bei uns will keiner einen Bon mitnehmen", sagt Petra Saß in ihrer Bäckerei am Rother Willy-Supf-Platz. Am ersten Vormittag der Bonpflicht hätten gerade einmal vier Kunden ihren Kassenzettel tatsächlich mitgenommen: "Den Rest haben wir weggeworfen".

Ein ähnliches Bild im Lottoladen von Nicole Wiedner am Rother Marktplatz: "Mich nervt das schon nach vier Stunden", meint die Inhaberin. Und: "Das ist auch schlecht für die Umwelt. Das Thermopapier darf ja nicht in die grüne Tonne". Direkt vor der Ladentheke stehen zwei gelbe Mülleimer, darin landen 95 Prozent der ausgedruckten Zettel.

"Die Leute sagen immer ,Umwelt‘ und ,Bio‘ und dann gibt es solche Vorschriften", schimpft Ceyhan Öztürk in seinem Friseursalon am Kugelbühl und zeigt seine am Vormittag ausgedruckte Kassenrolle. Die ist rund zwei Meter lang.

Zu deutlichen Worten greift Diana Brandmeyr, die in Hilpoltstein hinter der Theke ihrer Bäckerei steht: "So ein Schmarrn". Und weiter: "Das ist Wahnsinn, was die da machen. Immer noch mehr Bürokratie." Eher gelassen reagiert dagegen der Rittersbacher Metzger Claus Böbel: "Ich verstehe das Theater nicht." Das Ausdrucken von Kassenbons "ist für uns überhaupt nichts neues."

Es sei im Hause Böbel schon vor 40 Jahren üblich gewesen, jedem Kunden seinen Kassenzettel in die Tüte einzupacken. Denn: "Die Leute sollen sehen, wofür sie ihr Geld da gelassen haben."


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