Wegen Corona: Hilpoltstein und Greding sagen Fasching ab

21.8.2020, 05:58 Uhr
Die Hilpoltsteiner Flecklasmänner haben den Brauchtumsumzug etabliert. Jahr für Jahr kommen mehr Zuschauer, die Gruppen aus weitem Umkreis. Doch Corona-bedingt hat man sich für das Jahr 2021 für die Absage entschieden.

Die Hilpoltsteiner Flecklasmänner haben den Brauchtumsumzug etabliert. Jahr für Jahr kommen mehr Zuschauer, die Gruppen aus weitem Umkreis. Doch Corona-bedingt hat man sich für das Jahr 2021 für die Absage entschieden.

So wird es im kommenden Jahr es keinen Brauchtumsumzug in Hilpoltstein geben. "Es geht einfach nicht, es ist unmöglich", sagt Katrin Schade, Vorsitzende der Hilpoltsteiner Flecklasmänner.

Die Auflagen sind hoch: Nichts zu Essen oder zu Trinken, Abstände, Zäune in der Innenstadt, Fragezeichen hinter der Kooperation mit den Hilpoltsteiner Wirtschaften in Sachen Toilettengang, die Finanzierung über das Sponsoring des Umzugs-Heft auf unsicheren Beinen: Schweren Herzens haben sich die Flecklasmänner für 2021 gegen den Umzug entschieden. "Wir wissen ja auch nicht, was noch kommt", sagt Schade. Dann lieber kein (Gesundheits)-Risiko: "Wir wollen niemanden in Gefahr bringen."

Es wäre der siebte Umzug gewesen, in den vergangenen Jahren ist er immer weiter gewachsen, hat tausende Besucher nach Hilpoltstein geholt. Nach Corona soll es weitergehen: "Wir wollen das auf keinen Fall untergehen lassen", sagt Schade. "Es hat ja sehr gut funktioniert und viele Leute begeistert."

Kein Schunkeln, kein Gesang

Das gleiche ist es in Greding: Die Gredonia hat den Saalfasching für die kommende Saison abgesagt – im Gredoniaheim können die derzeitigen Auflagen nicht eingehalten werden. "Ein unbeschwerter Fasching mit Tanz, Schunkelrunden, Gesang, vielen Gastauftritten und guter Laune ist aktuell nicht denkbar", so die Gredonia in einer Pressemitteilung. Die Absage gilt auch für den Faschingsumzug.

Die Brauchtums-Umzüge (hier in Greding) erfreuen sich großer Beliebtheit, der Fasching im Landkreis Roth ist weit über seine Grenzen hinaus bekannt. Doch Corona prägt auch die fünfte Jahreszeit.

Die Brauchtums-Umzüge (hier in Greding) erfreuen sich großer Beliebtheit, der Fasching im Landkreis Roth ist weit über seine Grenzen hinaus bekannt. Doch Corona prägt auch die fünfte Jahreszeit. © Foto: Tobias Tschapka (Archiv)

"Es ist einfach ein zu großes Risiko", so der Vorsitzende Alexander Hill über das Faschingstreiben. In der letzten Vorstands-Sitzung wurde demnach aus Solidarität und Loyalität den anderen Vereinen und Bürgern der Stadt Greding gegenüber einstimmig die Absage beschlossen. "Schweren Herzens", betont die Gredonia.

Aber die Vorbereitungen sind zu aufwändig, das finanzielle Risiko ist zu groß, zudem sagt Geschäftsstellenleiter Bastian Koller: "Wir wollen nicht der Auslöser für eine zweite Welle im Landkreis sein!"

Ganz abschreiben will man den Fasching aber noch nicht, die Gredonia hofft, kurzfristig eine kleinere Veranstaltung, zum Beispiel im Freien, durchführen zu können. Auch das Gredoniaheim öffnet im September wieder. Dann können Kinder wieder auf der Basis eines Hygienekonzeptes trainieren.

Entscheidung im Oktober

In Thalmässing steht die Entscheidung noch aus. Beim Brauchtumsumzug wechseln sich Greding und Thalmässing ab, nun wären die Faschingswächter an der Reihe, würden am Rußigen Freitag, dem 12. Februar, durch die Straßen ziehen. "Wir werden uns im Oktober zusammensetzen", sagt Erwin Schneider, Vorsitzender der Faschingsfreunde Thalmässing.

Mit 90 teilnehmenden Gruppen hatte der Umzug im 2019 erste einen Größen-Rekord aufgestellt. Doch die Tendenz für 2021 scheint nicht so gut: "Mit den Auflagen fast unmöglich", sagt Schneider – entschieden wird aber erst später.

Flexibel bleiben

Auch in Allersberg wird später entschieden, wie die Session und der Faschingsumzug aussehen sollen. Klar ist bisher nur: "Wir wollen nicht alles pauschal absagen", sagt Alexander Böck, Präsident und stellvertretender Vorsitzender des Allersberger Faschingskomitees. Auch mit einem allumfassenden Verbot durch die Politik rechnet er nicht.

Aber die Allersberger Veranstaltungen werden anders ablaufen, als bisher – sowohl Umzug als auch Bälle und Prunksitzungen. "Wir wollen möglich machen, was möglich ist", sagt Böck. Flexibel will man bleiben: Nicht die "Mega-Events" wie sonst auf die Beine stellen, sondern verantwortungsbewusst gefahrlose Veranstaltungen anbieten. "Mit Gewalt werden wir nichts machen."

Wegen der Veranstaltungen im Kolpinghaus macht sich Böck wenig Hoffnung – baulich ist der Saal für Einbahnstraßenregelungen oder ähnliche Auflagen kaum geeignet. "Ich hoffe, dass uns was einfällt, um eine Kleinigkeit auf die Beine zu stellen." Zu Beginn des Winters wird man sich in Allersberg zusammensetzen. Auch in Hilpoltstein wird man nochmal zusammenkommen.

Denn am Unsinnigen Donnerstag lässt der Flecklasmo in der Grundschule und auf dem Marktplatz die Peitsche knallen. Im vergangenen Jahr hatte Josef Brunner erstmals Verstärkung durch die Flecklasmänner erhalten. "Das hat uns sehr gut gefallen", sagt Schade. Zur Situation am 11. Februar kann man noch nichts sagen, aber die Flecklasmänner stünden bereit – der Rahmen wäre deutlich kleiner als beim Brauchtumsumzug. "Es wäre schön, wenn es nicht ganz tot wäre", sagt Schade über den Fasching in Hilpoltstein – wahrscheinlich wird man nach einem Gespräch mit der Stadt und Josef Brunner kurzfristig entscheiden.

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