Sonntag, 05.04.2020

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Wegen Corona: Rother Klinikpersonal in Quarantäne

Lage in der Kreisklinik hat sich verschärft - ist aber noch nicht dramatisch - 24.03.2020 06:00 Uhr

Klare Botschaft in der Kreisklinik Roth. Dort, wo Corona-Patienten behandelt und betreut werden, wurden die Schutzmaßnahmen noch einmal hochgefahren. © Foto: Guntram Rudolph


Blicken wir zunächst nach Roth: In der Kreisklinik hat sich die Situation über das Wochenende nicht nur aufgrund der steigenden Fallzahlen verschärft. Denn: Ein Mitarbeiter, der direkten Kontakt zu einem Infizierten hatte, zeigt deutliche Corona-Symptome (der Nachweis stand am Montagvormittag aber noch aus). Vorsorglich wurden über zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit ihm zusammengearbeitet haben, in häusliche Quarantäne geschickt.

Der Betrieb des Krankenhauses ist laut Personalratsvorsitzendem Guntram Rudolph, zuständig auch für die Öffentlichkeitsarbeit der Kreisklinik, dadurch aber nicht gefährdet. Erstens, weil die Personalkapazitäten ausreichend groß seien. Zweitens, weil der sonstige Betrieb, was Operationen angeht, deutlich heruntergefahren worden sei, wodurch wiederum Personal für die Versorgung von Corona-Patienten frei werde. Und drittens, weil auch erwachsene Schülerinnen und Schüler der derzeit geschlossenen Krankenpflegeschule in der Klinik helfen, zum Beispiel am Besucherempfang – wobei man dazu sagen muss, dass Besuche derzeit nur in absoluten Ausnahmefällen möglich sind.

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Grundsätzlich sieht sich die Klinik gut gerüstet für eine größere Anzahl an Corona-Patienten. Laut Hygienefachkraft Manfred Wienziers gibt es für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genügend Schutzausrüstung. Der von der Bundesregierung organisierte Nachschub sei beim Technischen Hilfswerk eingetroffen, würde also derzeit verteilt.

Eine Isolierstation

Innerhalb des Hauses wurde umorganisiert: Die frühere Privatstation 10 wurde zu einer Corona-Isolierstation mit zehn Betten umgewidmet. Sie ist für leichtere Fälle gedacht. Die Station 10 bot sich an, weil sie in einem eigenen Bau untergebracht ist. Sie kann damit vom Haupthaus recht gut abgeriegelt werden. Belegt ist diese Station 10 derzeit mit fünf Patienten: zwei bestätigten Corona-Infizierten und drei Verdachtsfällen. Alle fünf zeigen nur vergleichsweise geringe Symptome.Darüber hinaus wurde vergangene Woche aus der eigentlichen Intensivstation eine reine Corona-Intensivstation. Auch auf dieser Station liegen mittlerweile zwei Patienten: einer mit positivem Befund, ein Verdachtsfall. Beide sind schwerer erkrankt, müssen aber nicht beatmet werden.


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Es gibt in der Kreisklinik natürlich aber auch Intensivpatienten, die nichts mit Corona zu tun haben. Sie werden im früheren Aufwachraum betreut, der jetzt die reguläre Intensivstation ist.

Die Situation in Schwabach

Vom Schwabacher Krankenhaus waren zunächst keine genauen Informationen zu erhalten, wie viele Betten für Corona-Patienten freigehalten werden. Diakoneo-Pressesprecher Thomas Schaller sagte lediglich, dass an der Regelsbacher Straße derzeit drei Corona-Patienten behandelt werden. Man sei weiterhin aufnahmefähig.

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Eine zusätzliche schriftliche Stellungnahme blieb eher vage gehalten. Dort heißt es, dass im Krankenhaus "intensive räumliche und organisatorische Vorbereitungen" getroffen worden seien, um für die Corona-Pandemie gerüstet zu sein. Wie in praktisch allen Krankenhäusern in Deutschland gibt es auch in Schwabach ein Besuchsverbot mit nur ganz wenigen Ausnahmen.

Aktuelle Zahlen

Aktuell – Stand Montagvormittag – gibt es im Landkreis Roth 20 bestätigte Corona-Fälle, in Schwabach steht der Zähler seit einigen Tagen bei 8. Beide Gebietskörperschaften sind damit, gemessen an ihrer Einwohnerzahl, ungefähr gleich stark – besser: gleich gering – betroffen. Experten gehen aber von einer relativ hohen Dunkelziffer aus, da die Zahl der Tests nicht ins Unendliche ausgeweitet werden kann.

Nach wie vor versucht das Gesundheitsamt Roth-Schwabach, alle Personen, die direkten Kontakt mit Corona-Infizierten hatten und deshalb in vorsorglicher häuslicher Quarantäne sind, täglich anzurufen. Die personellen Kapazitäten wurden deshalb ausgeweitet. Telefondienst übernehmen jetzt auch Schülerinnen und Schüler der Krankenpflegeschulen sowie Mitarbeiter des Landratsamtes, beispielsweise aus derzeit weitgehend brachliegenden Abteilungen wie der Touristik.


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Darüber hinaus, so Pressesprecherin Andrea Raithel vom Landratsamt Roth, hätten auch viele Personen, so zum Beispiel etliche Lehrer, ihre Hilfe angeboten.


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ROBERT GERNER/GÜNTHER WILHELM

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