Samstag, 26.09.2020

|

"Wetterfrosch" Georg Stengl mit Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet

Der Heidecker betreut seit 40 Jahren die Wetterstation - 05.08.2020 11:40 Uhr

Georg Stengl (l.) wird von Detlef Aßmann vom Deutschen Wetterdienst mit Urkunde und Verdienstmedaille geehrt. Der Heidecker Bürgermeister Ralf Beyer (M.) verfolgte die Auszeichnung im Bürgersaal des Rathauses.

© Eva Schultheiß


Eine besondere Ehrung wurde dem ehrenamtlichen Wetterbeobachter Georg Stengl zuteil: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlieh ihm zum Dank die Bundesverdienstmedaille.

"Seit 1980 erfasst und notiert Georg Stengl als ehrenamtlicher Wetterbeobachter im Auftrag des Deutschen Wetterdiensts (DWD) das Wetter in Heideck", erläuterte Detlef Aßmann, der Leiter der Regionalen Messnetzgruppe des DWD in München, bei einer Feierstunde, an der auch Bürgermeister Ralf Beyer teilnahm. "Das Amt habe ich von meinem Vater übernommen, nachdem ich ihn schon länger unterstützt habe", erzählte der Geehrte. Das Wettergeschehen habe ihn schon immer interessiert.



Aßmann überbrachte Georg Stengl den Dank des Präsidenten des DWD und würdigte die außerordentliche Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft des Geehrten. ,"Georg Stengl betreut seit 40 Jahren die Station, misst täglich den Niederschlag und beobachtet und notiert das Wetter in Heideck gewissenhaft. Und er sorgt für Vertretung, wenn er verhindert oder weggefahren ist."

Von Gewitter bis Schneetreiben

Registriert wird das Wetter vom Verlauf von Gewittern und Hagelschauern bis zum winterlichen Schneetreiben. Die Wettermeldungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Wettervorhersage und Klimaüberwachung. "Davon profitieren alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland, denn die Auswirkungen des Wetters und Klimas betreffen jeden von uns," ergänzte Aßmann.

Bilderstrecke zum Thema

Zwölf Dinge, die der Klimawandel in Bayern verändert

Der Klimawandel macht auch vor Bayern nicht Halt. Bis zum Jahr 2100 soll es bis zu 4,5 Grad wärmer werden. Das hat gravierende Auswirkungen auf das Leben im Freistaat.


Für den nationalen Wetterdienst seien Bürger wie Stengl unverzichtbar, die mit Spaß am Wetter, Liebe zur Natur, einer guten Beobachtungsgabe und einem hohen Verantwortungsbewusstsein jahrzehntelang gewissenhaft das Wetter in ihrer Region überwachen.


Wetterdaten vom Fliegerhorst liefern Kurven mit Impuls-Charakter


Der Deutsche Wetterdienst betreibt in ganz Deutschland ein flächendeckendes Mess- und Beobachtungsnetz mit knapp 2000 Messstellen. Dazu gehören rund 180 hauptamtliche Wetterwarten und -stationen, die zum Teil rund um die Uhr mit DWD­Personal besetzt sind.

Bilderstrecke zum Thema

Hochwasser im Landkreis Roth

Der Starkregen hat im Raum Hilpoltstein in der Nacht auf Freitag für überschwemmte Straßen und Keller gesorgt. An der Rezat bei Bernlohe ist inzwischen eine Seenlandschaft entstanden.


Etwa 1800 weitere Messstellen des DWD werden ehrenamtlich von engagierten Bürgern wie Georg Stengl betreut – häufig seit Jahrzehnten. Im Winter melden die ehrenamtlichen Wetterbeobachter Informationen zu den Schneeverhältnissen vor Ort nach Offenbach in die Zentrale des DWD.

Klimawandel wird ebenfalls beobachtet

Die vor Ort gemessenen Daten und die Beobachtungen werden vom nationalen Wetterdienst zum Beispiel für die Wettervorhersage oder Gutachten bei Wetterschäden genutzt. Sie helfen aber auch, den Klimawandel in Deutschland genau zu erfassen und dessen Folgen besser einschätzen zu können.

Zu den Voraussetzungen für die Übernahme der verantwortungsvollen Tätigkeit "Wetterbeobachtung" gehören nicht nur Einsatzbereitschaft und Zeit, sondern auch ein Grundstück, auf dem die Messgeräte des DWD in ausreichendem Abstand zu Gebäuden, Bäumen oder Büschen aufgestellt werden können.

EVA SCHULTHEIß

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Heideck