Mittwoch, 20.01.2021

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Wiehern, Weihwasser, Hufgeklapper: Stephansritt in Spalt

Ross und Reiter wurden in Spalt am Stephanstag gesegnet - 26.12.2016 15:15 Uhr

Segen für ein neues Pferdejahr: Beim Stephansritt in Spalt wurden, Rosse, Reiter und Kutscher gesegnet.

26.12.2016 © Jürgen Leykamm


Knapp 130 Teilnehmer sind mit Pferden und Kutschen aus allen Himmelsrichtungen herbei kommen, um sich nach dem Ausritt nach Wasserzell dort den Segen für Ross und Reiter abzuholen. Ein Pflichttermin für viele – "egal, wie das Wetter ist."

Zum Aufwärmen vor dem Ritt gibt es in der Langen Gasse erst einmal einen stärkenden "Bügeltrunk" aus den Reihen des Spalter Heimatvereins gereicht. Da greift auch Jörg Meiler aus Roth gerne zu, der mit Waiki ein schweres Warmblut unter dem Sattel hat. Bis aus Greding kommen Markus Bezold und Alex Korber angereist, letzterer sogar in kurzer Lederhose, "wie es sich gehört!"

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Segen für Ross und Reiter: Stephansritt in Spalt

Der Stephansritt in Spalt ist eine lange gepflegte Tradition. Immer am zweiten Weihnachtsfeiertag kommen Rösser und Reiter aus dem nahen und fernen Umland nach Spalt, um sich den Segen des Heiligen Stephan, dem Schutzpatron der Kutscher und Reiter, spenden zu lassen. Es geht von Spalt nach Wasserzell, zum Auftakt gibt es einen wärmenden Trunk von den Gastwirten, zum Abschluss den Segen und ein stärkendes Mahl.


Der Tross mit den knapp 130 Reitern samt einigen Kutschen folgt der Standarte und den Vorreitern. Unter den Mensch-Tier-Duos befindet sich so manches, das farblich perfekt abgestimmt ist: von den Stutzen der Pferde über die Satteldecke bis zu Hosen und Hut des Reiters. Auch als Rudolf, das Rentier, ist ein Tier verkleidet. Alle werden mit Glockenklängen in Wasserzell empfangen, wo die Zuschauer sich bereits an Bratwurstsemmeln und Glühwein laben.

Dreimal umrundet man die Kirche samt der benachbarten Häuserzeile. Währenddessen spendet Stadtpfarrer Josef Mederer den Segen, vielfach bekreuzigen sich die Reiter dabei. Im Wechsel ist es mal das Weihwasser, mit dem der Geistliche segnet, mal der Weihrauch. Es folgt das Loblied auf die edlen Vierbeiner. Es ist ein Phänomen, dass nach dem "Vater unser" ein großes Wiehern wie ein tierisches "Amen" einsetzt.

Jürgen Leykamm

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