Donnerstag, 21.11.2019

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Zum Jubiläum müssen „Promis“ im Krankenbett auf Behandlung warten

Der Förderkreis der Kreisklinik Roth tut seit 20 Jahren Gutes und spricht darüber — Die Benefizveranstaltung in der Kulturfabrik in Roth war ausverkauft - 16.10.2016 16:50 Uhr

„Die Schnitzerneggl“ sorgten mit ihrer Alltags-Komik und Geschichten im ungarischdeutschen Németkér-Dialekt für Heiterkeit im Saal. Bei einem ihrer Sketche stellten sie sich die Kreisklinik vor, wenn es keinen Förderkreis geben würde. © F: tts


Die Jubiläums-Benefizveranstaltung war mit 450 Personen ausverkauft. Geboten wurde ein buntes Programm, das der Seemannschor Thalmässing, das Sketchtrio „Schnitzerneggl“, Bernd Händel, Präsident der Faschingssitzung in Veitshöchheim sowie Magier-Weltmeister Christoph Kuch bestritten. Der kulturelle Abend wurde mit einem Lied von Sarah Dorner, der Tochter einer Krankenschwester der Rother Palliativstation, die seit ihrer Gründung ganz massiv vom Förderkreis unterstützt wird, eröffnet.

Veranstaltung auf DVD

Ganz ohne Reden verlief die große Feier natürlich trotzdem nicht. Der Förderkreis-Vorsitzende Nagel ließ es sich nicht nehmen, die vielen Ehrengäste herzlich zu begrüßen und machte darauf aufmerksam, dass es auch einen Film über die Veranstaltung geben werde. Beim Kauf dieser DVD würde man neben der Palliativstation auch die Sanierung und Erweiterung der Intensivstation der Kreisklinik unterstützen. Auch verwies er auf das Büfett in der Pause, für das die Metzgerei Lutz, der Küchenchef des Krankenhauses sowie der Sternekoch Waldemar Nagel verantwortlich waren.

Nach einigen Liedern des Thalmässinger Seemannschors trat Helmut Mader ans Mikrofon. Das Gründungsmitglied des Förderkreises sowie ehemaliger Chef der Firma Nutrichem hielt einen Rückblick über die vergangenen 20 Jahre. Dieser beschrieb auch, wie es zur Gründung des Vereins im Juni 1996 gekommen war. Der Anstoß kam von Landrat Herbert Eckstein, der mit Anton Nagel „einen hinreichend Besessenen“ gefunden hatte, der bereit war, sein Herz, seine Tatkraft, seine Zeit sowie finanzielle Mittel einzubringen. Inzwischen würde der Förderkreis der Kreisklinik Roth zu den größten Klinikförderkreisen in ganz Deutschland gehören, darauf sei man sehr stolz und glücklich. Ebenso über die Tatsache, dass man inzwischen über rund 1000 Mitglieder verfügen würde, „und wir werden auch weiterhin alles dafür tun, unsere Mitglieder zu binden und neue zu gewinnen“, so Mader. Ganz am Ende des Abends sprach Landrat Herbert Eckstein dann ein kurzes Grußwort, aber bis es soweit war, gingen noch ein paar Stunden wie im Fluge ins Land, denn das noch folgende Unterhaltungsprogramm erwies sich als ausgesprochen kurzweilig.

„Die Schnitzerneggl“ waren zunächst an der Reihe, die Alltagskomik im ungarndeutschen Nemetker-Dialekt zu bieten hatten. Bei einem ihrer Sketche stellten sie sich die Rother Kreisklinik vor, wenn es keinen Förderkreis geben würde. Dabei spielten sie drei „prominente“ Patienten, die gemeinsam in einem wenig komfortablen Krankenhausbett auf ihre Behandlung warteten: Den stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Richard Erdmann, den Schatzmeister Norbert Bickel sowie den Vorstand der Kreisklinik, Werner Rupp. Behandelnder Arzt war – wie sollte es anders sein, Chefarzt Dr. Thomas Strube, und die vier auf der Bühne dargestellten Personen amüsierten sich unten im Publikum köstlich über die Darbietung, und waren froh, dass die wirkliche Behandlung im Rother Krankenhaus nichts mit den Geschehnissen auf der Bühne zu tun hatten.

Anschließend betrat der nicht nur im Fasching gut beschäftigte Bernd Händel die Bühne, aber eigentlich nicht nur er, sondern neben ihm waren da auch noch Helmut Kohl, Gerhard Schröder, Horst Seehofer, Harald Schmidt, Otti Fischer, Michael Mittermeier und noch viele andere, denn der Entertainer aus Nürnberg ist ein begnadeter Stimmenimitator. Später griff dieser zur Gitarre, und dann gesellten sich noch Roland Kaiser, Peter Maffay & Co. der illustren Runde dazu.

Ganz am Schluss wurde es magisch, als Christoph Kuch, Weltmeister der Zauberkunstsparte „Mentalmagie“ was sich ein wenig „nach Hogwarts“ anhört. Aber mit Zauberei a la Harry Potter hatte die Kunst von Christoph Kuch, den Anton Nagel auf einer Reise kennenlernen durfte, wenig zu tun, sondern viel mehr mit Gedankenlesen, Zahlenspielereien und Suggestion. Wirklich verblüffend, wie Kuch es schaffte, jede Zahl und Farbe eines Kartenspiels vorherzusagen, Berührungen mit einer Feder zu suggerieren, die nie stattgefunden hatten, oder die PIN-Nummer eines Besuchers zu erraten.

Apropos PIN-Nummer: Die Mitgliedschaft im Förderkreis kostet im Jahr für Privatpersonen gerade einmal 15 Euro. Mit diesen Beiträgen wird seit 20 Jahren viel Gutes getan, und daher machte Anton Nagel zum Abschied des rund vierstündigen Abends alle (Noch-)Nichtmitglieder des Förderkreises auf die Flyer auf ihren Sitzen aufmerksam, die natürlich auch ein Anmeldeformular enthalten würden. An Spenden selbst kamen an diesem Abend rund 2500 Euro zusammen.

Weitere Bilder unter www.nordbayern.de/roth

TOBIAS TSCHAPKA

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