Dienstag, 19.11.2019

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50 Sorten Kürbisse für wenig Geld

Familie aus Schweinsdorf baut als Nebenerwerb den Herbst-Klassiker an - 13.09.2012 10:59 Uhr

Willi Schmieg selbst ist im Sommer jeden Tag vor Ort, betreut Kunden, achtet auf die Felder und jätet Unkraut © clk


Der Herbst rückt näher. Selbst die Temperaturen von über 20 Grad können nicht darüber hinwegtäuschen. Nachts ist es kalt. Viele Bäume verlieren bereits ihre Blätter. Der Herbst ist die Zeit der Ernte, speziell auch die Zeit der Kürbisse. Pünktlich zum Sommer­ende werden sie reif und können geerntet werden.

Familie Schmieg legt nun schon seit gut zwölf Jahren über 50 verschiedene Sorten an Kürbissen per Hand und verkauft sie im Herbst neben ihrem Erdbeer- und Blumenfeld für wenig Geld.

Damit lässt sich nicht viel Geld verdienen, sagt Senior-Chef Willi Schmieg, mit Glück und gutem Wetter kommt man mit einem kleinen Plus raus. Für viel Geld kaufen die Schmiegs die Samen bei einem Großhändler. Aber zumindest ein Teil wird in einer aufwändigen Prozedur selbst gewonnen.

Aus den großen Gemüse- und Suppenkürbissen löst man die Samen in stundenlanger Kleinstarbeit einzeln heraus. Danach müssen sie gewaschen und getrocknet werden.

Willi Schmieg selbst ist im Sommer jeden Tag vor Ort, betreut Kunden, achtet auf die Felder und jätet Unkraut mit Hilfe seiner Frau. Auf der Hängerladefläche hat er Kürbisse aller Varianten ausgelegt. Das reicht vom großen Halloween-Kürbis über den blutroten Hokkaido-Kürbis, der sich gut für Suppen eignet, bis hin zu kleinen bunten Zierkürbissen.

Überhaupt kann der Kürbis vielfältig verarbeitet werden: für Suppen, Kuchen, Marmelade, eingemachtes süß-saueres Gemüse oder sogar für selbst­gemacht­es Kürbiseis und Kürbisbrot. Auf insgesamt 2,5 Hektar baut die Familie Schmieg Kürbisse, Erdbeeren und Blumen an.

Dabei wird immer zwischen zwei Feldern hin- und hergewechselt. An guten Sommertagen kommen bis zu 50 Kunden, die sich entweder für die Blumen oder saisonal bedingt für frische Erdbeeren oder Kürbisse interessieren. Sie kommen bis aus dem Dinkelsbühler Raum und auch aus Baden-Württemberg.

Die Schweinsdorfer Familie, der Junior-Chef ist Rettungs­assistent beim Roten Kreuz, betreibt den Anbau im Nebenerwerb als Ausgleich zum Berufsleben. Es ist mehr eine Freizeitbeschäftigung, als dass es sich lohnt. Die Kürbisse benötigen nachdem sie Mitte/Ende Mai gelegt werden, viel Aufmerksamkeit und Pflege. Unkraut muss entfernt und die Samen müssen vor Raben geschützt werden, später sind dann Mäuse für die jungen Pflanzen eine Gefahr.

Die Schmiegs können nie mit Sicherheit sagen, ob es eine gute Ernte wird. Ein Risikogeschäft ist der Anbau der größten Beerenart der Welt.

Botanisch gesehen gehört der Kürbis, wie die Gurke und auch Tomaten, zu den Beerenfrüchten, und ist sogar eine „Panzerbeere“, der harten Schale wegen. Im Normalfall sind die großen und kleinen Panzerbeeren erst Ende Oktober reif, was gut am holzigen Stiel zu erkennen ist. Doch heuer ist alles anders wegen des extrem trockenen Sommers. Seit ein paar Tagen schon liegen die Kürbisse in voller Pracht bereit am Rande des Feldes.

Montags bis freitags ist immer jemand von der Familie Schmieg von 10 bis 18 Uhr vor Ort an den Feldern und steht beratend zur Seite. Am Samstag sind sie von 10 bis 16 Uhr vertreten und sonntags kann man lediglich selbst Blumen pflücken.

clk

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