Donnerstag, 12.12.2019

|

600 Schlittenhunde liefen die Rennstrecke in Oberndorf

150 Hundeführer starteten in sieben Klassen - Zusammenhalt im Dorf ermöglicht das Großereignis - 08.11.2011 11:58 Uhr

150 Schlittenhundeführer starteten in Oberndorf mit 600 Tieren in verschiedenen Klassen. © sse


Schirmherr Rudolf Schwemmbauer bezeichnete Oberndorf als „das Mekka für Hundeschlittenfreunde“. In seiner Ansprache lobte er, stellvertretend für alle Oberndorfer, Elmar Bamberg den Vorstand des Vereins, für den tatkräftigen Einsatz der Dorfgemeinschaft, um dieses über die Grenzen von Deutschland bekannte Rennen auszutragen.

In diesem Jahr sind Besucher aus Deutschland, Schweiz, Österreich und der Tschechei der Einladung der Sleddogs Friends nach Oberndorf gefolgt. Teilweise sind die über 130 Musher (Hundeschlittenführer) mit knapp 600 Hunden angereist. Auch die Hunde werden in verschiedenen nordischen Rassen eingeteilt.

Die weitverbreitetste Rasse ist die Siberian Husky. Beliebt sind auch Malamute, die Lokomotive des Nordens genannt werden, Grönländer, ein wolfähnlicher Vierbeiner, Samoj­den, die weißen „Plüschhuskys sowie Alaskan Husky die, die schnellsten ihrer Art sind.

Das Herbstwetter bescherte zwar den zahlreichen Besucher einen herrlichen Sonnentag, jedoch an beiden Tagen musste das Rennen auf die Hälfte der Strecke, die über 7,3 Kilometer durch den Wald der Frankenhöhe geht verkürzt werden. Ideal für Höchstleis­tungen von Rennhunden sind maximal 15 Grad.

Ralf Gotthardt, ein Musher aus Markt Bibert, hat gemeinsam mit seiner Frau Christine sein Hobby zum Beruf gemacht. „Hundeschlittenincentive sind derzeit der große Renner“, so Gotthardt, der eigentlich Fachkaufmann für Organisation und Informatik ist, sich aber weitergebildet hat und Hundeverhaltenstherapeut ist. Mit über 20 Hunden ist er gekommen. Das Ehepaar bietet neben Hundeausbildungen auch professionelle Kurse im Bereich Teambildung und Konfliktmanagement an. Viele der Musher kommen bereits von Anfang an in die Gemeinde Geslau. Für Oberndorf steht vor allem die gute Organisation und die hervorragende Bewirtung, so die Stammteilnehmer.

Beim 16. Hundeschlittenrennen herrschte Hochbetrrieb

Am letzten Wochenende herrschte in Oberndorf wieder Hochbetrieb beim 16. Hundeschlittenwagenrennen. Elmar Bamberger, der vor vielen Jahren nach Oberndorf zog, war früher selbst aktiver Musher (Hundeführer). Nachdem das Rennen im nahegelegenen Mönchsondheim nicht mehr durchgeführt werden konnte, kamen die Veranstalter auf Bamberger zu und fragten ihn, ob ein Rennen auf der Frankenhöhe nicht ebenfalls sehr reizvoll wäre.

Doch was steckt hinter dem Ereignis, das über 130 Hundeführer mit knapp 600 Huskies und andere Hunderasen sowie unzähligen Besuchern nach Oberndorf lockt? In erster Linie viel Organisation und Arbeit. Oberndorf hat 70 Einwohner, der Hundeschlittenverein hingegen 82 Mitglieder im Alter von fünf bis 85 Jahren, inklusive vielen Gönnern und Freunden. Unter anderem galt es die sieben Kilometer lange Strecke durch den Wald auszuweisen. Für den Notfall stehen Helfer des Roten Kreuzes bereit.

Viele Oberndorfer nehmen sich Urlaub für die Vorbereitungen

Viele Oberndorfer nehmen sich eine Woche Urlaub, um dieses Ereignis mit zu gestalten. Schon Tage vorher geht es in den Küchen der Oberndorfer Frauen rund. Um die Gäs­te aufs Beste zu Versorgen, werden über 200 Küchle gebacken und Torten spendiert.

Vielleicht ist einfach in dem früheren landwirtschaftlich geprägten Ort der Zusammenhalt noch groß genug, um soetwas auf die Beine zu stellen. Wer einmal im Küchenzelt oder auf der Strecke mitgeholfen hat, kommt immer wieder gern. So gibt es jeden Tag zwei große Einmachtöpfe voll Kartoffeln zu kochen, um daraus Kartoffelsalat zu zaubern. Es werden 400 Knödel gerollt und im Kessel gekocht. Eine Landmetzgerei versorgt die Veranstaltung mit Braten, Fleisch und Würstchen und ist seit vielen Jahren selbst Mitglied bei den Oberndorfern, weshalb auch Geschirr und Spülmobil zur Verfügung gestellt werden.

Erlös aus dem Festbetrieb wird in neue Ausstattung investiert

Jedes Jahr treffen sich die langjährigen Freunde des Vereins zum Helfen. Das Rennen hat einen festen Platz im Kalender der Oberndorfer sowie der Hundeschlittenbesitzer. Nicht zu vergessen sind die Männer am Ausschank und als Zeltbedienung. Lustig geht’s hinterm Tresen zu, der Jahr für Jahr neu durchdacht und effektiver aufgebaut wird.

Auch für die Unterhaltung der Gäste aus nah und fern ist gesorgt. Dank langjähriger heimischer Sponsoren kann man mit Pokalen und schönen Preisen locken. Mit dem Erlös des Festes werden neue Küchengeräte und Hilfsmittel gekauft, eine große Herausforderung wird im Jahr 2012 der Bau eines neuen Vereinsheimes sein. Auch hier setzt man auf die Mithilfe der großen Gemeinschaft.

sse

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Oberndorf