Freitag, 16.04.2021

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Aufatmen nach Reihentestergebnis in Klinik Rothenburg

19 Beschäftigte und elf Schüler in Quarantäne – Neun Patienten stationär behandelt - 05.03.2021 14:01 Uhr

Blick auf den Bettentrakt (links) und den normalen Zugangsbereich (wegen Corona verlegt) des  Krankenhauses Rothenburg. Foto: Dieter Balb

05.03.2021 ©


Die Häufung von Corona-Fällen an der Rothenburger Anregiomed-Klinik hatte Ende Februar zu Reihentests geführt, deren Ergebnis vor dem Hintergrund der Ereignisse eher erfreulich ausfiel, denn es kann nicht von einem Massenausbruch die Rede sein. Und die Zahlen sinken. Gestern waren vom Krankenhaus Rothenburg nur noch 19 Beschäftigte und elf Schüler des Pflegeberuf-Schulzentrums aufgrund positiver Tests in Quarantäne, wie auf aktuelle Nachfrage mitgeteilt wird. Es werden derzeit neun Covid-positive Patienten in Rothenburg stationär behandelt.

Pressesprecher Rainer Seeger verweist im Gespräch darauf, dass die vergleichsweise hohe Anzahl erster positiver Testungen, die dann zur Reihentestung geführt hatten, ja kein Einzelergebnis war, sondern vielmehr „die Summe von Testungen der vorausgegangenen zwei Wochen darstellte“. Wie Rainer Seeger auf Anfrage sagte, seien derzeit im gesamten Anregiomed-Verbund 40 mit Covid-19 infizierte Patienten an den Standorten isoliert. Also in Ansbach und Dinkelsbühl sowie Rothenburg.

Der Normalbetrieb am Rothenburger Krankenhaus mußte bereits Ende letzter Woche eingeschränkt werden, nachdem zunächst 27 Patienten und 25 Mitarbeiter positiv auf Covid-2 getestet worden waren. Daraufhin hatte das Staatliche Gesundheitsamt in Ansbach die umfassende Reihentestung angeordnet, die zu Wochenbeginn abgeschlossen wurde. Somit wurden alle knapp 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Covid getestet. Im Moment sind in der Klinik achtzig Betten belegt.

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Studie zeigt: Das sind die sieben Corona-Symptome

Ein Forschungsteam der Medizinischen Universität Wien kam zu dem Ergebnis, dass es eine Covid-19-Infektion mit mildem Verlauf offenbar in verschiedenen Verlaufsformen gibt. Bei der Untersuchung von 200 Erkrankten im Rahmen der Studie konnten insgesamt sieben Gruppen mit unterschiedlichen Erkrankungsformen ermittelt werden. Lesen Sie in unserer Bildergalerie, welche Symptomgruppen ermittelt wurden.


Als Covid-19 wird die Infektionskrankheit bezeichnet, die durch den Corona-Virus SARS-Covid-2 ausgelöst wird. Die Abkürzung meint ein schweres akutes Atemwegs-Syndrom. Die Verläufe der Erkrankung reichen von völlig harmlos über erkältungsartige Erscheinungen bis zu schwersten Verläufen mit der Notwendigkeit zur künstlichen Beatmung.

„Wir sind sehr froh, dass sich der Verdacht eines Massenausbruchs an der Klinik Rothenburg nicht bestätigt hat”, sagte Anregiomed-Vorstand Dr. Gerhard M. Sontheimer, der sich bei allen Beteiligten der großen Testaktion bedankte. Leider hätten Klinik-Beschäftigte und sogar deren Angehörige im „erweiteren beruflichen und privaten Umfeld” erfahren müssen, dass man sie ausgrenze. Einige würden wohl nicht begreifen, dass selbst bei allen erdenklichen Hygienmaßnahmen kein hundertprozentiger Schutz vor einer Ansteckung gegeben sein könne, unterstreicht der Vorstand.

Zugleich wird eine Lanze für das Impfen gebrochen, denn dies sei die wirksamste Vorsorgemaßnahme. Wenn dennoch einige der Geimpften erkrankt seien, weil auch die beste Impfung nicht hunderprozentig Schutz biete, dann ändere dies nichts daran. Und gestern betonte man den weiter erfreulichen Rückgang der Erkranktenzahlen, unter den Infizierten seien viele Verläufe sehr harmlos. Personell garantiere Anregiomed auch unter Corona-Bedingungen die nötige Versorgung aller Patienten.

Reduzierter Betrieb und ambulante Angebote

Wie die kaufmännische Direktorin der Klinik Rothenburg, Amelie Becher, informierte sind die üblichen Quarantänemaßnahmen bei den positiv Getesteten am Laufen und man versuche auch die Infektionsketten nachzuvollziehen. Bis auf Weiteres gilt der eingeschränkte Krankenhausbetrieb. Vor allem sollen keine Maßnahmen oder Operationen ausgeführt werden, die medizinisch nicht sofort notwendig sind. Die Notaufnahme bleibt ebenso in Betrieb wie der Kreißsaal. Nicht zuletzt stehen die chirurgische und die gynäkologische Praxis des Anregiomed MVZ im Eingangsbereich des Krankenhauses „vollumfänglich für die Versorgung ambulanter Patienten zur Verfügung”, heißt es in der aktuellen Mitteilung. Natürlich seien auch dort die Beschäftigten getestet worden und zwar alle mit negativem Ergebnis.

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Das Coronavirus Sars-CoV-2 hat die Welt verändert wie wohl kein anderer Erreger vor ihm. Über zwei Millionen Menschen weltweit starben bisher an oder mit dem Virus. Die Chronik der Pandemie vom Ausbruch bis zum Impfstoff.


Im Landkreis Ansbach wurde am 5. März eine 7-Tage-Inzidenz von 43,3 gemeldet, die nächtliche Ausgangssperre ist schon länger aufgehoben, der Schulbetrieb findet eingeschränkt statt, ebenso bei Kindertagesstätten. Mit Stand vom 4. März sind laut Statistik Dinkelsbühl (479), Feuchtwangen (457) und Rothenburg (386) die kreisangehörigen Städte mit den meisten Corona-Fällen. Die Zahlen sind oft irreführend und müssen in Relation gestellt werden. Im gesamten Landkreis sind seit März 5223 Infektionsfälle bekannt, die Zahl der Genesenen wird mit 4722 angegeben und ist gegenzurechnen. Über 16.000 Personen sind bereits erstgeimpft, wie das Landratsamt weiter meldet.

Was die Krankenhausversorgung anbelangt, so zeigt sich in der Ausnahmesituation wie gut die Präsenz vor Ort im Klinikverbund Anregiomed ist. Das betont auch der kommunale Träger, nachdem zum Jahreswechsel Politik und Klinikleitung ein Konzept zur Standorterhaltung vorgelegt hatten.

Dieter Balb

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