Freitag, 13.12.2019

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Das Kirchweihkarussell dreht sich

Die Feste erleben in den Dörfern eine Renaissance - 11.09.2010 16:14 Uhr

Kirchweih ist inzwischen eine junge Angelegenheit, wie unser Bild aus Schnelldorf beweist. © Meyer


In etlichen Orten ist nicht nur das bestehende Fest zur Weihe des örtlichen Gotteshauses wiederentdeckt und neu belebt worden. Beispiele wie Insingen, wo neben der „normalen“ Kirchweih am zweiten Oktober-Wochenende im August auch noch die Bügelkirchweih mit ihrer Dimension der Pflege des landwirtschaftlichen Brauchtums vorgeschaltet wurde, liegen ganz im Trend. Neuester Beleg in dieser Richtung: das erste Schweinsdorfer Bugfest am Samstag, 11. September. Die Bewohner des sogenannten Bugviertels laden zum zünftigen Fest ein.

Das Bugviertel in Schweinsdorf liegt im Dorf an einem Strang, der im südlichen Bereich in östlicher Richtung an der im Schwung verlaufenden Ortsstraße ansetzt und bis an die Grenze der Flur reicht. Der Anstoß für das Fest, so erzählte uns Willi Ehrmann, einer der Initiatoren, am gestrigen Nachmittag, kam von Musikern, die schon vor 50 Jahren und länger bei der Schweinsdorfer Kirchweih im April aufspielten. Bläser wie Herbert Kamleiter aus Rothenburg und Gerhard Müller aus Burgbernheim wollen gemeinsam mit einem Akkordeonspieler daran erinnern, wie im Ort vor einem halben Jahrhundert Musik gemacht und gefeiert wurde.

„Kirchweih wie vor 50 Jahren“ lautet das Motto und dass in diesem Zusammenhang die „Kirchweihmusikanten von damals“ angekündigt werden, sei alles andere als eine leere Versprechung, meint Ehrmann schmunzelnd. Die Bewohner des Bugviertels werden zu ihrem Fest (Beginn 15 Uhr) ein Zelt aufstellen und sind natürlich auf Gäste eingestellt. Für Speisen und Getränke werde gesorgt sein, kündigt Ehrmann an, der gespannt ist, wie die Premiere ankommen wird. Schnelldorf hat am vergangenen Wochenende seine „ganz normale“ Kirchweih gefeiert und dabei entdecken dürfen, dass das eine richtig junge Angelegenheit ist.

Auffällig viele Kirchweihburschen und Kirchweihmädchen sind dort am Werk und halten das Fest mit seinen Traditionen hoch. Der Ort darf stolz sein auf die junge Riege, die sich in fescher Kleidung gern zum Gruppenbild formiert und fotografieren lässt.

Schillingsfürst rüstet am Wochenende, 10. bis 13. September, zu seiner traditionellen Kirchweih. Zum Auftakt am Freitag ziehen Ehrengäste, Vereine, Organisatoren und Betriebe gemeinsam vom Marktplatz zum Festzelt (ab 19.15 Uhr). Dazu spielt die Stadtkapelle Schillingsfürst auf. Um 20 Uhr sticht Bürgermeister Friedrich Wieth das ers­te Fass an. Im Zelt schließt sich der Abend der Vereine und Betriebe an, den die Stadtkapelle musikalisch ausgestaltet.

Weihnachtsmärkte nahen

Am selben Wochenende wird auch im Insinger Ortsteil Lohr Kirchweih gefeiert. Am Wochenende darauf folgen die Kirchweihen von Burgbernheim, Wildenholz, Gebsattel und Stettberg. Das vorletzte September-Wochen­ende ist reserviert für die Kirchweih in Gattenhofen. Die Kirchweihen in Windelsbach und Habelsee werden am ersten Oktober-Wochenende gefeiert, gemeinsam mit dem Mostfest in Erzberg. In den Tagen danach lockt die Muswiese über die Grenze nach Musdorf und beweist ein weiteres Mal, dass auch ein kleiner Ort einen Riesenmarkt mit allem Drum und Dran ausrichten kann.

Kirchweihen in Diebach, Dombühl, Ohrenbach und Insingen stehen am zweiten Oktoberwochenende an. Eine Woche später folgen Gastenfelden, Stettberg, Kloster Sulz, Geslau und Adelshofen. Mit der Kirchweih in Wörnitz am vierten Oktober-Wochenende klingt der Reigen der Kirchweihen im Rothenburger Land traditionell aus. Schon stehen die Zeichen auf Almabtrieb in Gailroth und auf Herbstmesse in Rothenburg. Einen Monat später geht es dann bereits stark in Richtung Jahresende. Die Zeit der Weihnachtsmärkte beginnt dann.

ww

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