Sonntag, 17.11.2019

|

Gemeinde Neusitz baut Kläranlage Schweinsdorf um

Abwasserprojekt kostet viel Geld - 12.09.2012 21:20 Uhr

Die Gemeinde Neusitz lässt sich den Umbau der Kläranlage in Schweinsdorf viel Geld kosten. © ww


„Für uns ist das derzeit ein Schwerpunkt unter all unseren Investitionen,“ betont Bürgermeister Rudolf Glas. Im vergangenen Jahr war damit begonnen worden, einen Teil des Vorhabens anzugehen und abzuarbeiten. „Die Biologie wurde erneuert,“ sagt das Gemeindeoberhaupt und meint damit das Umrüsten der Reinigungsstufe. Über ein Schlauchsystem abgestufter Querschnitte wurde dort Sauerstoff ins Schmutzwasser gepumpt, um im Belüftungsbecken die Vorgänge, die auch bei der Selbstreinigung eines Gewässers ablaufen, zu beschleunigen.

Aerobe Kleinstlebewesen wie Bakterien und Hefen bauen unter ständiger Luftzufuhr die im Abwasser noch enthaltenen biologischen Verunreinigungen ab. Mikroorganismen bauen hier die organischen Stoffe des Abwassers ab und anorganische Stoffe werden in diesem Abschnitt teilweise oxidiert. Dieser Teil der Kläranlage war noch in den 90-er Jahren eingebaut worden, hatte aber schon bald Probleme bereitet und wollte einfach nicht mehr so recht funktionieren.

Schwierigkeiten bei Fehlerbehebung

Die Behebung der Fehler gestaltete sich schwierig. Wesentlicher Grund: Die Firma, die das System einst eingebaut hat, exisistierte inzwischen nicht mehr. Mit neuem System Angesichts dieser Misere und der gleichzeitigen Erfordernis, die Kläranlage leistungsfähiger auszulegen, entschied sich der Neusitzer Gemeinderat für die große Lösung. Das heißt, die Reinigungsstufe wurde mit einem effektiveren System ausgestattet. Im vergangenen Jahr nahm ein frisch montierter Scheibentauchkörper in der Schweinsdorfer Kläranlage seine Arbeit auf. Rund 200000 Euro kostete dieser Bauabschnitt.

Auch beim Absetzbecken wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Dort war Grundwasser ins Klärbecken eingedrungen und hatte Schäden verursacht. Es wurde überlegt, wie das zu beheben sei und ob eine Sanierung überhaupt in Frage kommen könnte. Drei Varianten standen zur Debatte. Man entschied sich schließlich für die große Lösung mit Neubau des (rund 220 Kubikmeter fassenden) Klärbeckens in Beton. Die Tiefbauarbeiten, durchgeführt von der Firma Stein aus Wachsenberg, begannen Ende Mai dieses Jahres. Am 31. Oktober soll das Projekt, zu dem auch noch die bereits durchgeführte Erneuerung des Sieb­rechens (für das Herauslösen fester Bestandteile) gehört und das in diesem zweiten Abschnitt weitere 400000 Euro kostet, abgeschlossen sein.

Weitere Kapazitäten

„Dann haben wir wieder etwas Luft bei der Abwasserreinigung in Schweinsdorf,“ freut sich der Neusitzer Bürgermeister. Die Kläranlage in ihrer bisherigen Ausführung war auf 400 Einwohnergleichwerte ausgelegt und damit zuletzt ausgereizt. Im Hinblick auf die nach wie vor leicht steigende Zahl der Bewohner und auch auf die Gewerbebetriebe war es höchste Zeit, noch etwas nachzulegen und etwas Kapazität zu schaffen, auch für zukünftige Erfordernisse.

Nach Fertigstellung des gesamten Projektes, zu dem schließlich auch neue Geländer und Co. gehören, wird die Schweinsdorfer Kläranlage auf 500 Einwohnergleichwerte ausgelegt sein und damit um immerhin ein Viertel leistungsfähiger sein als in ihrer bisherigen Ausführung. Bei den Überlegungen zum Schweinsdorfer Kläranlagen-Projekt spielt auch der Anschluss des nahegelegenen Flugplatzes eine Rolle. Der nennt sich offiziell Verkehrslandeplatz Rothenburg, rechnet sich von der Bezeichnung her zur Tauberstadt, liegt aber auf Schweins­dorfer Gebiet.

„Seitens der Gemeinde sind die Verträge schon vorbereitet und abgesegnet,“ verrät Bürgermeister Glas. Während der Bauarbeiten muss besondere Rücksicht auf den Flugbetrieb genommen werden. Grund: Der auf dem Kläranlagen-Areal stehende Kran befindet sich nahe am An- und Abflugbereich. In Absprache mit dem Tower muss er zusätzlich mit Stahlseilen an eigens betonierten Ankerpunkten am Boden befestigt und so gesichert werden.

ww

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Schweinsdorf