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Info-Abend der CSU zur Landes- und Bezirkswahl

Drei Kandidaten in Bettenfeld im Fern-Duell mit der Fernseh-Wahlkampfmanege - 06.09.2013 10:52 Uhr

Kandidaten im Dialog mit Besuchern: Christina Reitelshöfer (links) und Jürgen Ströbel (stehend). © Düll


Bei aller geballten fachpolitischen Erfahrung konnte Ortsverbandsvorsitzender Dr. Wolfgang Scheurer nur ein sehr überschaubares Publikum, verstärkt von Rothenburger Stadträten und örtlichen Parteifreunden, begrüßen. Die neuesten Umfragen tragen wohl nicht gerade dazu bei, den Wahlkampf anzuheizen. Die Opposition in Bayern ist demnach in der Wählergunst weit abgeschlagen. Manche sehen bereits ein Debakel Christian Udes heraufdämmern. Eigentlich beste Voraussetzungen für die Christsozialen, um auf die Pauke zu hauen.

Das allerdings verkniffen sich die drei westmittelfränkischen Kandidaten bei ihrem Bettenfelder Auftritt. Sachlichkeit ist ihr Konzept. Nur Christine Reitelshöfer, Listenkandidatin für den Bezirk, markierte zwischendrin ihre Wut über die politische Konkurrenz mit verbalen Rauchwölkchen. Es sei eine „Unverschämtheit“, wie die Grünen auf dem Rücken der Bauern ihren Wahlkampf führten und versuchten, die konventionelle Landwirtschaft in Verruf zu bringen, schimpfte sie. Die 45-jährige Landwirtin aus Petersaurach betonte den Wert des weiblichen Blickwinkels. „In jedes Kommunalparlament gehört eine Frau“, sagt die Bezirksbäuerin.

Familienthemen im Fokus

Im Blick hat sie klassische Familienthemen wie die noch nicht ausreichend gerechte Ausgestaltung der Mütterrente. Handlungsbedarf sieht sie ebenso bei der Pflege. Alle Dienste arbeiteten defizitär, gab sie zu bedenken. Schnelle Internet-Anschlüsse auf dem Land sind ihr auch deshalb wichtig, weil diese bei einfachen medizinischen Überwachungen eine wertvolle Hilfe sein könnten. Eine Lanze bricht sie für die praktische Berufsausbildung. Nicht jedes Kind könne oder wolle studieren, sagt Chris­tine Reitelshöfer.

Vor einer Regierungsverantwortung der Linken und Grünen warnt sie wegen deren Hang zu „schleichenden Enteignungen“ und „Zwangsbeglückungen“ wie jüngst der Idee zu einem fleischfreien Tag. Erfolgsbilanz Ganz so kämpferisch beschäftigte sich CSU-MdL und Direktkandidat für den Landtag, Jürgen Ströbel, nicht mit dem politischen Gegner. Der Landwirtschaftsmeister aus Rügland engagiert sich seit Jahrzehnten in der Politik und beim Bayerischen Bauernverband (ehemals Vizepräsident). In seiner Rede beschrieb er die Erfolge bayerischer Regierungspolitik insbesondere zu Gunsten des ursprünglich strukturschwachen Westmittelfrankens.

Rekordergebnis beim kommunalen Finanzausgleich

„Wir stehen wirklich gut da“, sagte Ströbel und würdigte dies als Verdienst vor allem der Menschen, aber auch der Landespolitik, die die richtigen Rahmenbedingungen bereite. Ein Zeichen dafür sei das Rekordergebnis von 7,8 Milliarden Euro, die auf dem Wege des kommunalen Finanzausgleichs an die Bezirke, Landkreise, Städte und Gemeinden in Bayern gingen. Auch bei der inneren Sicherheit und bei der Bildung konstatiert Jürgen Ströbel Spitzenpositionen seines Landes. Bayern könne mit Abstand die niedrigste Kriminalität und die höchste Aufklärungsquote vorweisen. Beim so genannten G 8, der Verkürzung aufs achtjährige Gymnasium, sieht er die Probleme inzwischen ausgestanden.

Was die Grundschule angeht, so sprach er sich für den Erhalt kleiner Schulen mit Hilfe kombinierter Jahrgänge aus. Wie Ströbel stellte auch Bezirksrat Herbert Lindörfer aus Feuchtwangen die Investitionen ins Bildungswesen speziell in Westmittelfranken heraus. Dessen Hochschulen besuchten inzwischen 6000 Studenten. Wo es gut ausgebildete Arbeitskräfte gebe, da blieben die Unternehmen, und es siedelten sich neue an, sagte Lindörfer, der von Beruf technischer Leiter in einer Druckerei ist. In seiner Rede rückte er die Bedeutung des Regierungsbezirks ins Bewusstsein. Bei einem Budget für soziale Aufgaben von knapp 600 Millionen Euro im Jahr leis­te der mittelfränkische Verwaltungssprengel zum Beispiel Hilfe für Pflegebedürftige und kümmere sich um Menschen mit Behinderung (ein Lob gab’s dabei fürs Heim Gottesweg).

Selbst Vorsitzender eines Diakonievereines weiß Herbert Lindörfer am besten, wo der Schuh drückt und wo neue Rahmenbedingungen zu schaffen seien, wie er betonte. Ähnliches gelte für die Bezirkskliniken, die unterfinanziert seien. Auch bei der Pflege müsse etwas geschehen, so der Bezirksrat. Neben wirtschaftlichen und sozialen Aufgaben liegt ihm auch die Förderung von Kultureinrichtungen am Herzen. Dabei nannte er unter anderem das Toppler-Theater. In der heutigen globalisierten Welt sei die Identifikation mit der eigenen Kultur ganz wichtig, sagt er.

hd

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