Sonntag, 15.12.2019

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Jessica wird die 31. Tauberzeller Weinprinzessin

Die vorherige Regentschaft von Lena I. ging sehr emotional zu Ende - 06.12.2016 15:36 Uhr

"Genieße einfach jede Sekunde, das Jahr geht so schnell vorbei", gab Lena (links) ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg. © mes


Die emotionalen Worte ihrer Vorgängerin Lena Schneider gaben der frischgebackenen Regentin einen lebendigen Eindruck, welch erfahrungsreiches und intensives Jahr ihr nun bevorsteht. "Die größte Ehre, die man einem Menschen antun kann, ist die, dass man zu ihm Vertrauen hat", zitierte Jessica I. in ihrer Antrittsrede den Dichter Matthias Claudius und dankte damit dem Tauberzeller Winzerverein für das Vertrauen, dass sie eine würdige Repräsentantin für den örtlichen Rebensaft sein wird.

Dass ihr dieses ehrenvolle Amt jetzt schon übertragen wird, sei für sie alles andere als selbstverständlich. Denn die 22-Jährige wohnt eigentlich erst seit Mai im Weinort Tauberzell. Mit dem Weinbau kam sie aber bereits vor drei Jahren das erste Mal in Berührung als sie ihren Freund Frank, Sohn der Tauberzeller Winzerfamilie Schneider/Giensch und Bruder von Lena Schneider, kennenlernte. Besonders beeindruckte sie, wie "sorgfältig und liebevoll" sich die Familie um den Weinberg kümmere.

Mädchen wollen Prinzessinnen werden

Zudem schwärmte ihre "Schwägerin in spe" so sehr von ihrer Amtszeit, dass auch Jessica bewusst wurde, dass sie selbst einmal das Tauberzeller Krönchen auf ihrem Haupt tragen möchte. "Als Mädchen hat man doch immer einmal diesen Traum Prinzessin zu werden", erklärt die Zahnmedizinische Fachangestellte freimütig. Nun wurde diese Vorstellung in der Tauberzeller Hirtenscheune, unter den Augen zahlreicher Familienmitglieder, Freunde und Ehrengäste, Wirklichkeit. Bereits vor ihrem großen Moment fuhren Jessicas Gefühle Achterbahn.

Denn zu der verständlichen Nervosität vor ihrem großen Moment mischte sich auch tiefe Rührung angesichts der herzlichen und persönlichen Rede ihrer Vorgängerin Lena, die selbst tapfer versuchte ihre Tränen dabei im Zaum zu halten. Als noch amtierende Weinhoheit nahm sie die Gäste mit auf eine bebilderte Reise durch ihr vergangenes Jahr mit rund 70 Terminen als gekrönte Repräsentantin. "Es waren 365 aufregende, lustige, aber auch emotionale Tage für mich", zog sie Bilanz.

Mit längstem Anfahrtsweg

Keinen einzigen Termin habe sie mit dem Gefühl angetreten "oh heute schon wieder, ich habe echt keine Lust", auch wenn man als Tauberzeller Weinprinzessin stets den längsten Anfahrtsweg von allen Weinhoheiten hat – viel zu besonders sei jeder einzelne Termin gewesen. Der Höhepunkt für Lena in ihrer Amtszeit war aber unangefochten ihr eigenes Weinfest in Tauberzell. In Amt und Würden verschlug es sie bis nach Berlin zur Grünen Woche, zur Wahl der Deutschen Weinkönigin nach Mainz und mit der Mittelfränkischen Bocksbeutelstraße ging es in die Heilbronner Gegend.

Weinprinzessin zu sein ist weit mehr als nur in einem schicken Dirndl stets nett zu lächeln – man sammelt vielfältige und einmalige Erfahrungen. "Es ist einfach schön wenn man solche besonderen Momente und vor allem Menschen nicht vergisst", hob Lena hörbar gerührt hervor. Zu diesen besonderen Menschen zählen nicht nur die vielen hochrangigen Politiker, die sie Dank ihrer Funktion treffen durfte. Gerade auch die anderen Weinhoheiten sind ihr ans Herz gewachsen. Durch die vielen gemeinsamen Termine und Stunden entstehen auch enge Freundschaften.

Die Prinzessinnen einschließlich Kaiserin Kunigunde verabschiedeten ihre Lena mit einer einfallsreichen und liebevollen Hommage an ihre gemeinsame Amtszeit im Stile einer Fußball-Gesprächsrunde. Sollte die begeisterte Kickerin trotz Prinzessinnen-Ruhestands ihrem Lieblingshobby doch nicht mehr so nachkommen können wie vor der Krönung, hilft ihr sicherlich die Playmobil Fußballarena von stellvertretenden Landrat Stefan Horndasch über den Fußball-Entzug hinweg.

"Genieße einfach jede Sekunde"

Lena dankte auch ihren Unterstützern in jedem Jahr, allen voran ihrer Mutter (die ehemalige Martina I.), die "vieles mitmachen musste" und sie immer an Krone, Autogrammkarten und ihr Weinglas erinnert hat. Auch ihr Vater stand ihr immer mit nützlichen Tipps zum Thema Wein zur Seite. Ihr Bruder Frank bekam für seine vielfältige Unterstützung ebenfalls eine Rose überreicht. "Genieße einfach jede Sekunde, das Jahr geht so schnell vorbei", gab Lena ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg.

In altbewährter Weise vollzog der Herriedener Altbürgermeister Werner Herzog die Abkrönung von Lena. Er übergab an den amtierenden Bürgermeister der Stadt an der Altmühl, Alfons Brandl, der aus der Zahnmedizinischen Fachangestellten Jessica I. machte. Bei den vorausgegangenen Grußworten wurde deutlich welchen gesellschaftlichen Stellenwert diese Krönungszeremonie im beschaulichen Tauberzell für die Gäste von nah und fern hat. Nicht nur, dass der Vorabend des zweiten Advents sowieso schon recht viele Pflichttermine bereithält.

Erste Amtshandlung

Ein paar der politisch engagierten Herren sagten zugunsten der netten jungen Damen sogar ihre sängerische Teilnahme am traditionellen Weihnachtskonzert des Bürgermeisterchores ab. Die kleine Besetzung des Musikvereins Tauberzell, unter der Leitung von Gerlinde Sponsel, sorgte mit fränkischer Blasmusik für einen gelungenen Auftakt des feierlichen Abends. Ehemalige Weinprinzessinnen kümmerten sich mit Brotzeit, Plätzchen und natürlich Wein um das leibliche Wohl der Gäste.

Fritz Körner bekam für seine langjährigen Dienste als Kassier des Tauberzeller Weinbauvereins einen Geschenkkorb überreicht. Die erste Amtshandlung von Jessica I. war natürlich der folgende Aufruf, gemeinsam das Glas, gefüllt mit bestem Tauberzeller Tropfen, zu erheben: "Nimmst du täglich deinen Tropfen, wird dein Herz stets freudig klopfen, wirst im Alter wie der Wein, stets begehrt und heiter sein."

 

mes

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