Freitag, 22.11.2019

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Kunterbunter Hof-Flohmarkt in Schweinsdorf

Landwirtschaftliches Gerät und Hausrat im Angebot - 11.09.2012 15:15 Uhr

Ein Versuch: Zum ersten Mal hat Christian Steinberger (Mitte) einen Hof-Flohmarkt veranstaltet. © hap


Eine Frau aus Ermetzhof bei Marktbergel hat bald zwei alte Kerzenhalter aus Zinn bezie­hungsweise aus Blech ausgemacht, an denen sie Gefallen fin­det. Nun freut sie sich, dass sie die beiden Gegenstände zusammen auf ganze zwei Euro "runtergehandelt“ hat. "Das habe ich noch nie gemacht“, gesteht sie und entdeckt plötzlich noch ein Schaukelpferd aus Holz, das sie für zehn Euro hätte haben können.

"Ich weiß aber nicht, wo ich es hinstellen soll“, äußert sie und nimmt stattdessen am Ende noch einen schwe­ren Brunnenkopf aus Eisen für fünf Euro im Kofferraum ihres Autos mit nach Hause. Ob sie dafür Verwendung hat? Der Brunnenkopf soll seinen Platz auf einem vorhandenen Brunnenschachtdeckel im Garten bekommen, lässt sie uns wissen. Zwei Männer aus dem hiesigen Raum haben ein gerahmtes Bild entdeckt, auf dem sie unter anderem auch ein Foto mit Wilhelm Dammheimer erkennen, der ehemals Pfarrer in Schweinsdorf war. Es wird nun längere Zeit betrachtet. Ein anderes und größeres Bild gleich daneben hing – dem dargestellten Motiv nach zu schließen – wahrscheinlich einmal in einem Schlafzimmer über den Betten.

Auf der Suche nach Überraschungsfunden

Eine Frau (40) ist zusammen mit ihrer Tochter (14) aus Geslau angereist, um nach etwas ganz Bestimmten zu suchen. Und bald haben sie auch Erfolg. Sie haben eine größere Wanne und eine formschöne Gieß­kanne aus Blech "zur Gartendeko“ günstig erstanden und machen sich gleich wieder auf den Heimweg. "Bei mir muss es spontan sein“, sagt eine andere Frau. Wenn sie etwas Überraschendes sehe, nehme sie es, lässt sie wissen. Bis jetzt habe sie sich einfach umgesehen und das eine und andere betrachtet.

Einem Vogelkäfig unter den offerierten Sachen sieht man gar nicht an, dass er aus dem 18. Jahrhundert stammen soll. Ein Kohlebügeleisen aus früherer Zeit findet bei den Besuchern ebenso besonderes Interesse wie zwei ältere Nähmaschinen oder eine große Registrierkasse, wie man sie früher hatte. Zu sehen und zu erwerben war vor allem viel altes landwirtschaftliches Gerät, wie zum Beispiel Rechen und Sense, Milchkanne und Schrotmühle, Wagenrad und Schubkarre sowie der 30-PS-Schlepper mit seitlichem Mäh­werk.

Ein Paradies für Sammler

Eine "ganz interessante Ma­schine“ aus den 50-er Jahren hat Karlheinz Hofmann (51) aus Habelsee entdeckt. Über den Preis vom Prototyp industrieller Nähmaschinen müsse er aber noch handeln, verrät er. Seit dem zwölften Lebensjahr sammelt er technische Sachen. "We­niger sammeln sondern fuggere“ sei seine Leidenschaft, sagt Hofmann, der auch schon an Museen weiterverkauft hat, immer wieder vor allem Oldtimer-Märkte besucht und sich natürlich nun auch auf dem Flohmarkt in Schweinsdorf umgesehen hat.

Zum ersten Mal hat Christian Steinberger, der vor sechs Jahren in den Hof in Schweinsdorf einheiratete, einen solchen Flohmarkt veranstaltet. Der 51-Jährige ist von Beruf Baumaschinenschlosser, jetzt aber als Schrott- und Metallhändler beschäftigt. Das große Angebot an Flohmarktsachen habe er erst in den letzten Jahren gesammelt und aufgekauft, zum Teil auch bei Auflösungen von Haushalten und bei Abrissarbeiten von Gebäuden, lässt Steinberger wissen und kündigt für das nächste Jahr einen noch größeren Hof-Flohmarkt an, damit Schweinsdorf  "a weng ins Licht gehobn wird“. Sonst sei in dem Ort "wenig los“, sagt er.

hap

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