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"Mordopfer" beim Italiener gesehen

Die 15-jährige Nasila von Staudt hat einen besonderen Bezug zu Rothenburg und seiner Geschichte - 07.06.2019 12:09 Uhr

Arash Rahimian, Angelika von Staudt mit Kimiya und Nasila. © priv/sis


In der Geschichte bahnen sich verletzte Eitelkeit und Eifersucht einen Weg. Mittendrin eine taffe Ermittlerin, die selbst in Gefahr gerät. Nasila von Staudt schildert die Schauplätze detailgenau und ihre Figuren mit viel Empathie. Der Leser taucht ein ins Rothenburger Stadtleben und gerät mitten in die Pfingst-Festspiele. Zwei Cousinen, Maddy und Jenny, sind auf Rothenburg-Besuch und machen im Kriminalmuseum die grausige Entdeckung von dem getöteten Mann, der zum Festspiel gehörte, denn er trug ein weinrotes Gewand mit goldenen Knöpfen und darüber einen Mantel mit weißem Kragen und Fuchspelz.

Die Autorin lässt ihre beiden Prota­gonistinnen in die Rolle von Nachwuchs-Detektivinnen schlüpfen, die mit ihrem meisterlichen Spürsinn den kniffligen Fall lösen. Dabei haben sie ihre sympathischen Eigenheiten, die sie umso liebenswürdiger machen. Zuerst gerät der junge Staudt, der im Festspiel die Junge Schar anführt, in Verdacht und wird verhaftet.

Ein Irrtum, wie sich herausstellt. Ein Mitglied der Schweden-Gruppe entpuppt sich als Täter und schreckt nicht davor zurück die beiden Detektivinnen mundtod zu machen. In dieser Situation rettete ihnen der Nachtwächter mit seiner Lanze, die er als Verteidigungswaffe einsetzt, das Leben.

Der Buchtitel des Rothenburg-Krimis. © priv/sis


Der Rothenburg-Krimi ist kenntnisreich geschrieben. Nasila von Staudt entstammt dem letzten noch in Rothenburg verbliebenen Patriziergeschlecht. Der Staudthof in der Herrngasse 18 wird noch von der Familie bewohnt. Zwar nicht dauerhaft, aber mehrmals im Jahr nutzt Bankkauffrau Angelika von Staudt mit Mann Arash Rahimian, Maschinenbauingenieur von Beruf, und den Töchtern Nasila (15) und Kimiya (12) die Gelegenheit, dort eine Auszeit vom Alltag zu nehmen.

Die Familie lebt in Unna, wo Nasila von Staudt das Pestalozzi-Gymnasium besucht. Ihre Hobbys sind neben dem Schreiben auch das Lesen, aber auch Malen, Singen und Klavierspielen. Sie komponiert auch eigene Stücke und konnte mit ihrer Komposition "Das Ritterfest", auch inspiriert durch das Rothenburger Festspiel, auf dem Yamaha-Deutschlandkonzert für junge Komponisten 2013 teilnehmen. Ihr größter Erfolg war die Teilnahme beim Europakonzert für junge Komponisten 2016 in Monaco mit ihrem Stück "Cats on the roof".

Letztes Jahr war die Familie zu den Pfingstfestspielen in Rothenburg. Das alte Haus und das Flair der Stadt haben schon immer die Phantasie von Nasila und ihrer Schwester Kimiya angeregt. Rothenburg war und ist für die beiden Geschwister immer spannend. Die Familie hat gemeinsam das Festspiel im Kaisersaal des Rathauses angeschaut und später beim Historischen Feldlager mit einigen Darstellern gesprochen.

Das alles und die Tatsache, dass Nasilas Vorfahren im Festspiel eine Rolle spielen ("der alte Staudt" als Ratsherr und "der junge Staudt" als Anführer der Jungen Schar) hat die Gymnasiastin inspiriert, dieses Buch in den letzten Sommerferien zu schreiben. Den Einband hat sie selbst gezeichnet und farbig illus­triert. Bei ihrem letzten Rothenburg-Besuch hat sie sogar "ihr Mord­opfer" aus dem Buch beim Italiener gesehen. Es ist bereits ihr zweites Buch – und nur in der Buchhandlung Rupprecht erhältlich. Ihr Erstlingswerk mit dem Titel "Das Geheimnis des Nils" erzählt von Maddys und Jennys kriminalistischem Spürsinn während einer Nilkreuzfahrt.

Angelika von Staudt, die Mutter von Nasila, fühlt sich auch als Rothenburgerin, wie sie sagt. "Soweit ich weiß, hatten meine Eltern bei meiner Geburt einen zweiten Wohnsitz für mich in Rothenburg angemeldet", erzählt sie und fügt hinzu: "Bei meinen Kindern habe ich das aber bis jetzt versäumt."

sis

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