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Neues Bildungswerk: Vier Dekanate bündeln ihre Kräfte

Erfolgreiche Vereinsgründung - "Rasant verändernder Kirche" - 28.09.2018 13:42 Uhr

Arbeitsatmosphäre im Rokoko-Saal mit rund vierzig Teilnehmern der Gründungsversammlung. © diba


In der evangelischen Kirche hat man erkannt, dass in vielen Bildungswerken bestehende Strukturen "für die anstehenden Herausforderungen in einer sich rasant verändernden Kirche und Gesellschaft nicht mehr ausreichen", betonte der Leiter des Wildbads Dr. Wolfgang Schuhmacher, der zugleich der bisherige Vorsitzende des Bildungswerkes Bad Windsheim-Neustadt/Aisch-Uffenheim ist, während Maria Rummel dem Bildungswerk Rothenburg vorsteht. Man habe sich für den Weg eines Neuanfangs in einem Verein und nicht etwa zur Übernahme eines durch das andere Bildungswerk entschlossen. So wird es ab 2019 dann nicht mehr die beiden genannten, sondern im Gebiet der Dekanate Neustadt, Windsheim, Uffenheim und Rothenburg nur noch ein einziges Evangelisches Bildungswerk geben. Ohne den vom Dachverband der Bildungswerke angestossenen "Innovationsprozess 2017" hätte es wohl die Neubewertung der Arbeit und die Neuausrichtung so nicht gegeben, meinte Schuhmacher.

Hilfreich sei auch das Bildungspapier der Landeskirche "Horizonte weiten – Bildungslandschaften gestalten" gewesen. Man müsse über den eigenen Tellerrand hinausschauen, manche alte Struktur überwinden und zusammen mit verschiedenen Trägern "Ansprechpartner und Wegbegleiter für Menschen sein". In diesem Sinne ist es im Wildbad nach einer Satzungsdiskussion und Konzepterläuterung problemlos zur Gründung des neuen Vereins gekom­men. Dr. Wolfgang Schuhmacher bekam von der Versammlung das einstimmige Votum für das Amt des 1. Vorsitzenden. Ihm stehen die beiden gleichberechtigten Stellvertreterinnen Heidi Wolfsgruber aus Uffenheim und Maria Rummel aus Windelsbach zur Seite. In einem achtköpfigen Beirat sind die vier Dekanate jeweils mit zwei Sitzen vertreten.

"Profil und Konzentration"

Gewählt sind: Jürgen Hofmann und Karin Hüttel (De­kanat Windsheim), Manfred Lehnert und Prof. Dr. Peter Bubmann (Deka­nat Neustadt/Aisch), Thomas Glück und Prof. Dr. Gottfried Orth (Dekanat Rothenburg) sowie Alfred Schöwe und Markus Göring (Dekanat Uffenheim). Was nun folgt ist die formelle Auflösung der bestehenden Vereine, deren Vermögen in den neuen Kassenbestand übergeht. Außerdem soll, wie bisher nur in Rothenburg vorhanden, ein "Ideenrat" gebildet werden, der als kreatives Element zur Bildungsarbeit beitragen kann. Die zentrale Arbeit und das nötige Qualitätsmanagement werden einer Verwaltungskraft bedürfen, die ihren Dienstsitz im Wildbad hat.

"Profil und Konzentration" (PuK) heißt der von der Landessynode beschlossene Prozess, mit dem sich die Kirche auf vielen Ebenen neu und vor allem lebensnah ausrichten möchte. Auch dafür, so Dr. Schuhmacher, sei das neue regionale Bildungswerk hilfreich. Man hofft auf Zuspruch durch neue Mitglieder, denn neben Kirchengemeinden und anderen juristischen Personen können auch natürliche Personen dem Bildungswerk beitreten. Eine ausgewogene Beitragsordnung wurde bereits vorgelegt. Strengere Qualitätsvorgaben Der Verein trägt die Verantwortung für Veranstaltungen in seinem Bereich, initiiert, koordiniert und organisiert entsprechende Angebote und Projekte.

"Ressourcen bündeln"

Dabei unterstreicht der Vorsitzende, dass man von christlichem Verständnis und der unveräußerlichen Würde eines jeden Menschen ausgeht, es gehe auch um Fragen nach Formen der Verkündigung des Evangeliums. Den Bildungswerken wurde vom Staat ein Kriterienkatalog als Zuschuss-Voraussetzung vorgelegt. Das gehe nicht ohne entsprechenden Qualitätsanspruch. Als vorteilhaft sieht es Dr. Schumacher an, dass man in den beiden bestehenden Bildungswerken bereits mit den neuen Fragestellungen beschäftigt war. Wenn bisher noch das Evangelische Forum Westmittelfranken einen Teil der Bildungswerk-Aufgaben erledigt habe, so sei dies ab 2019 nicht mehr möglich.

Vor diesen verschiedenen Veränderungen sei erkannt worden, dass man "Ressourcen bündeln, die Verwaltung zusammenführen und die sich ergebenden Synergieeffekte für inhaltliche Arbeit nutzen muss", sagte Dr. Wolfgang Schuhmacher. Für das Wildbad als Anlaufort für viele Gruppen aus der Region ist die Etablierung der zentralen Bildungsarbeit auch ein wichtiges Signal – zumal letztes Jahr noch Verkaufsüberlegungen der Landeskirche im Gespräch waren. Dass sich alle Beteiligten "wohlwollend aufeinander eingelassen haben" und sich viele für die ehrenamtliche Arbeit einbringen, führe das Bildungswerk in eine gute Zukunft. Für den neuen Verein gibt es nun einiges an Arbeit, um neue Strukturen umzusetzen und Angebote zu planen.

diba

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