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Ohrenbach: Freie Wählergemeinschaft erfolgreich am Zug

Große Resonanz - Unterstützung für den Bürgermeister-Kandidaten Hellenschmidt - 16.12.2013 11:10 Uhr

Die Resonanz stimmte: Die Freie Wählergemeinschaft Ohrenbach ist sich in Sachen Gemeinderat und Bürgermeister einig. © oh


Ein Ausdruck gelebter Demokratie erlebte die 608 Einwohner zählende kleinste Gemeinde im Landkreis mit zwei Nominierungsversammlungen innerhalb von zwei Tagen. Die neue Gruppierung „Unabhängige Wähler“ hatte mit der Nominierung ihres Favoriten Wolfgang Reich als Nachfolger für den langjährigen Bürgermeister Robert Karr vorgelegt (wir berichteten). Tags darauf zogen die Freien Wähler nach und schlugen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.

Unter der Versammlungsleitung von Gemeinderat Wilhelm Zink, der aus Altersgründen nicht mehr kandidiert, votierten siebzig Wahlberechtigte im Saal für die fünfzehn Kandidatinnen und Kandidaten (siehe Kasten) um das Amt des Gemeinderats. Es gab lediglich eine „Nein“-Stimme. Bürger aus dem Hauptort und den Ortsteilen stellen sich zur Wahl. Die Altersspanne reicht von 35 bis 58 Jahren.

Selbstständige, Beamte, Angestellte, Handwerksmeister und sechs Landwirte (wie der amtierende zweite Bürgermeister Jürgen Pfänder) kandidieren auf der Liste. Darunter auch zwei Frauen: Die bisherige Gemeinderätin Jutta Mittmann aus Habelsee und Ruth Böhm aus Reichardsroth, die, wie sie sagte, dazu beitragen möchte, die Frauenquote zu erhöhen im Ohrenbacher Gemeindeparlament. Drei von acht Gemeinderäten treten nicht mehr zur Wahl an.

Neben Wilhelm Zink, Norbert Huprich und Klaus Schmidt. Bürgermeister Robert Karr hat vor längerer Zeit angekündigt, dass er aus Altersgründen von einer weiteren Kandidatur absieht. Als 35-Jähriger wurde er zum ersten Mal in den Gemeinderat gewählt. Mit 41 Jahren trat er die Nachfolge von Bürgermeister Karl Stellwag an. Der mit seinen 92 Jahren rüstige Altbürgermeister verfolgt mit Ehefrau Irene noch immer aufmerksam die Entwicklungen in der Gemeinde.

Noch heute denkt Robert Karr dankbar zurück auf den vertrauensvollen Übergang beim damaligen Amtswechsel. In dieser angenehmen Art und Weise möchte er nun selbst den ­angekündigten Generationswechsel vollziehen. Das Gemeindeoberhaupt gehörte zu den Teilnehmern der Nominierungsversammlung, ebenso Pfarrer Karl-Heinz Gisbertz Zur großen Überraschung gibt es zwei Bewerber für das Bürgermeisteramt. Sowohl Wolfgang Reich als auch Johannes Hellenschmidt sind Neulinge auf diesem Gebiet, aber verfügen über genügend Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein, um sich die verantwortungsvolle Aufgabe zuzutrauen. Bei einer kurzen Vorstellung erläuterte der Kandidat der Freien Wählergemeinschaft seinen schulischen und beruflichen Werdegang mit Ausbildung zum tüchtigen Landwirt.

"Habe mich über das Vertrauen gefreut"

Der 30-Jährige bewirtschaftet mit seinen Eltern einen großen Hof in Gumpelshofen mit 200 Zuchtsauen, 800 Plätzen für Mastschweine und 35 Hektar Ackerfläche. Johannes Hellenschmidt ist mit einer Neusitzerin verheiratet. Seine Frau Bettina arbeitet als Chemielaborantin in einem Großunternehmen in der Region mit Drei-Schicht-Betrieb und befand sich noch im Job, als ihr Mann mit 63 von 68 abgegebenen Stimmen als Bürgermeisterkandidat nominiert wurde. Es gab zwei „Nein“-Stimmen, drei Stimmen waren ungültig.

Vor etwa einem Jahr war der junge Gemeindebürger nach eigenen Angaben als möglicher Bürgermeister-Bewerber angesprochen worden. „Ich habe mich über das Vertrauen sehr gefreut und mir die Sache lange überlegt.“ Nach reiflicher Erwägung und bestärkt von Eltern, Ehefrau und Vertrauensleuten der Freien Wählergemeinschaft Ohrenbach nimmt er nun die Herausforderung an. Neben einer guten Ausbildung könne er auch sonst einiges vorweisen, meinte der 30-Jährige.

Er verwies auf sein ehrenamtliches Engagement als Feuerwehrkommandant von Gumpelshofen mit seinen fünfzig Einwohnern und für die Kirchengemeinde Ohrenbach: als Kindergottesdienstmitarbeiter und seit neuestem als Kirchenvorstand mit der höchsten Stimmenzahl bei der jüngsten Wahl. Nicht nur meckern, sondern sich einbringen und handeln, nannte er als Devise. „Die Gemeinde ist auf einem guten Stand, schuldenfrei und hat gute Rücklagen. Ich wäre froh, wenn ich gewählt würde“. 

sis

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