Freitag, 23.04.2021

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Rothenburger Sommer bietet Kunst und Kurioses

Pflanzen sowie nützliche und schöne Dinge gibt es zu bestaunen - 25.08.2011 22:14 Uhr

Schöne Gärten gibt es viele: aber nicht überall ist die Kunst so gegenwärtig wie in dieser Idylle.

25.08.2011 © Schäfer


Hinter der findigen Idee steckt die kreative Hausherrin Ingeborg Goebel. Die stellvertretende Vorsitzende und Pressereferentin des Kunstkreises Rothenburg veranstaltete mittlerweile zum vierten Mal zusammen mit befreundeten Mitgliedern des Vereins die Garten-Galerie, bei der Kunst unter freiem Himmel besichtigt und erworben werden kann. Dazu gibt es ein Angebot ausgesuchter Raritäten intakter Ge­gen­stände, die der beteiligte Kreis stilvoll bei einem dekorativen Garagen-Flohmarkt anbietet. Nicht nur Rothenburger sind in der Sommer-Galerie anzutreffen, sondern auch einheimische Taubertal-Spaziergänger und Touristen, die zufällig auf die Kunst im Grünen stoßen.

Heuer gehörten Rothenburg-Ausflügler aus dem Raum München dazu, die mit einem Kleinbus unterwegs waren und das einladend offene Tor der Pulvermühle entdeckten. Bei den Besuchern handelte es sich um Mitglieder eines Heimatvereins mit eigenem kleinen Museum, die von der Auswahl ganz begeistert waren und unter anderem ein Waschbrett für ihre Ausstellung erwarben. Früher wurde das Hilfsmittel in den Waschzuber gestellt und von Hand die dreckige Wäsche „gerubbelt“, als es noch keine Waschmaschine gab. Auch ein funktionstüchtiges antikes Grammophon mit Schellackplatten fand einen begeis­terten Käufer.

Immer im August öffnet Ingeborg Goebel den Garten der Pulvermühle über ein Wochenende der Öffentlichkeit. Früher wurde dort das Schießpulver für Treibladungen von Schusswaffen und Kanonen zur Verteidigung der Stadt hergestellt. Es gab einen unterirdischen Gang als Transportweg, der später zugeschüttet wurde. Von der alten Mühlentechnik ist nichts mehr vorhanden. Explosionen bei der Schwarzpulverherstellung und frühere Gebäude-Entkernungen haben dem Anwesen zugesetzt. Anfang der 80er Jahre erwarb die Familie Goebel die Pulvermühle.

Überdachter Bach durch den Garten

Der Mühlbach fließt mitten durch den Garten und war früher überdacht. Auf Höhe des Hauses läuft er unterirdisch weiter. Ehemalige Besitzer ließen ein Mühlrad anbringen. Es stammt aus der nicht mehr existierenden Hollermühle. Vor etwa zehn Jahren hat Ingeborg Goebel mit einer Ausbildung Freie Malerei bei der Akademie Faber-Castell in Stein begonnen und sich seitdem immer wieder in Kursen fortgebildet. Sie hat ein Händchen für Kunst und Gestaltung. Früher arbeitete sie als Innenarchitektin für namhafte Wohnraum-Magazine, plante und gestaltete Innenräume für betuchte Kunden, Darunter ein Großindustrieller, dem sie das Feriendomizil in Spanien einrichtete.

Auch Rothenburger Firmen und Hoteliers hat sie schon mit ihrer kunstvollen Dekoration beeindruckt. Im Kunstkreis gehört Ingeborg Goebel neben der Vorsitzenden Ruth Bücker zu den rührigsten Mitgliedern der 1990 gegründeten Künstlergemeinschaft mit 65 Aktiven. Momentan stellt sie Acryl- und Aquarell-Arbeiten in der Reitbahn in Ansbach und in einem Hersbrucker Geldinstitut aus, das Kunstschaffenden aus der Region seine großen Schaufenster zur Verfügung stellt.

Es laufen auch intensive Vorbereitungen für die neue Jahresausstellung des Kunstkreises im stimmungsvollen Rathausgewölbe, die längst eine feste Größe im städtischen Kulturprogramm ist. Sechzehn Kunstschaffende zeigen vom 10. September bis 3. Oktober ein Spektrum ihres Schaffens: Gemälde, Skulpturen, Grafiken und Keramik. Als Maler-Historiengruppe ist der Kunstkreis auch bei den Reichsstadttagen aktiv und bei seiner Reihe „Kunst an der Mauer“ am Klingentor. sis

sis

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