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Schüler-Geschichtsprojekt "Historische 8" ausgezeichnet

Gymnasiasten erhalten Anerkennung und Preisgeld für Radwegtafeln - 09.02.2017 14:50 Uhr

Rührig und erfolgreich: das P-Seminar unter Studiendirektor Bernhard Heim (2. von links). © Weber


Es ist eine Schülerarbeit mit bemerkenswertem Effekt und auch mit hoffentlich bleibendem Nutzen - dieser geschichtliche Radrundweg. Über 79 Kilometer führt er durch das landschaftlich reizvolle Gebiet um den Anstieg der Frankenhöhe mit seinen Waldungen, Gewässern, Dörfern und Fluren. Insgesamt 16 Stationen laden auf der Strecke zum Innehalten und Verweilen ein. An 13 davon wird auf Tafeln näher zu irgendeiner Besonderheit informiert, die damit in Verbindung steht. Dabei geht es immer um Themen spezieller Art, sei es in historischer, in geologischer oder auch in klimatischer Hinsicht.

Ein Verbindungsweg führt durch die Mitte der Acht. Er ist rund 4 Kilometer lang und verknüpft die Nordschleife und die Südschleife miteinander. Sportliche anspruchsvollere Hürden sind nicht gelegt. Die Höhendifferenz der gesamten Strecke beträgt nur rund 219 Meter. Somit darf der Weg als familientauglich gelten.

Stationen befinden sich in Schillingsfürst, in Faulenberg, in Speierhof, in Neusitz, in Schweinsdorf, in Nordenberg, im Wald zwischen Nordenberg und Endsee, in Endsee, in Ohrenbach, in Windelsbach, in Ges­lau (800 Jahre und weiteres Thema), in Karrachmühle, in Colmberg, in Lauterbach und in Gastenfelden. Studiendirektor Bernhard Heim darf sich zurecht stolz zeigen auf die neue Attraktion, die seine Schüler unter seiner Betreuung umsetzten.

Radwegtafeln machen Geschichte der Region greifbar

Die ersten Anstöße für ein Seminar, das sich mit der Ausarbeitung eines solchen Vorhabens beschäftigt, waren im Herbst 2014 bei den Auftaktveranstaltungen zur Gründung der von 19 Gemeinden getragenen Leader-Region an der Romantischen Straße erfolgt. Die dabei vorgenommene Stärken-Schwächen-Analyse führte damals zu der Idee, in einem solchen Rahmen zusammen mit der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) einen geschichtlichen Radwanderweg zu konzipieren und auch zu realisieren.

Von Schillingsfürst bis Ohrenbach reicht die "Historische 8".


Der Radweg bereitet unter ande­rem besonders die Geschichte der Fürs­tentümer Hohenlohe-Schillingsfürst und Brandenburg-Ansbach sowie der Reichsstadt Rothenburg auf und erschließt historische Denkmale im Leader-Gebiet. Dadurch soll die Geschichte in der Region erhalten und für die Bevölkerung erlebbar gemacht werden. Ziel des Seminars ist es aber auch, das Interesse der Schüler­innen und Schüler zu wecken, sich an gemeindlichen Entscheidungspro­zessen zu beteiligen. Das Anbahnen des Pojektes in der LAG war in dieser Hinsicht eine wichtige Erfahrung, brachte grundlegende Einblicke in das Arbeiten kommunaler Gremien und in das ­Wesen des interkommunalen Zusam­menwirkens.

Für die Arbeit im Seminar ist ein Schülerprojektleiter gewählt worden, der die Koordination übernommen hat. Er führte eine Organisationsstruktur ein. Die verschiedenen Teams sind für Design, Öffentlichkeitsarbeit, Organisation, Recherche und Technik zuständig.

Projekt ohne Gegenstimme angenommen

Zunächst stellten Schüler das Projekt in einer Präsen­tation im Steuerkreis in Feuchtwangen vor. Als sogenanntes Startprojekt wurde es ohne Gegenstimme angenommen. In der Folgezeit stand die Recherchearbeit ganz oben. Außerdem muss­ten Entwürfe für die Radwegtafeln gestaltet und Spon­sorenmittel beschafft werden.

Diese können vor Antragstellung ohne Abschlag von der Fördersumme in das Projekt eingehen. Die Siniat GmbH und die Sparkassenstiftung haben sich jeweils mit 500 Euro beteiligt. Die Bayerischen Staatsforsten stifteten das Stammholz für die Informationstafeln. Ein lokales Sägewerk sorgte durch Vermittlung einer Schülerin für das kostenlose Bearbeiten.

Bei einer Sitzung mit dem Tourismusverband "Romantisches Franken" ging es um die Harmonisierung der Route der Historischen 8 und um die Einbindung in das Gesamtradwegenetz der Region. In Geschäftsführerin Regina Bremm hatte das Projekt eine engagierte Unterstützerin.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Uffenheim erließ an den offiziellen Projektträger, die Gemeinde Steinsfeld, den Zuwendungsbescheid über knapp 8000 Euro aus Leader-Mitteln. Den Rest von rund 5000 Euro tragen die beteiligten Gemeinden.

Inzwischen sind die Stationstafeln in Druck gegeben und auch die Stationstafelständer gingen in Auftrag. Die Gemeinde Steinsfeld hat die für die Station Lauterbach vorgesehene Wetterstation beschafft. Sie trägt an diesem Standort mit aktuellen Daten zum Thema "Historisches Klima und gegenwärtiges Wetter" bei.

Eröffnung des Wegs im Juni

Im Frühjahr werden die Bauhöfe der beteiligten Gemeinden die Tafeln an den vorgesehenen Standorten montieren. Eine Abschlussveranstaltung mit Eröffnung des Weges ist im Juni vorgesehen.

Die Schülerinnen und Schüler erhielten durch das Projekt neben der themenbezogenen Arbeit Einbli-cke in die Komplexität der ­Entscheidungsprozesse und -träger, die bei der Planung und Durchführung des Projektes notwendig sind (Gemeinden, Naturschutzbehörden, Tourismusverband, Grundstückseigentümer, LAG, etc.).

Zudem lernten sie damit umzugehen, dass es sich mehrmals als notwendig erwies, die Streckenführung des Radweges und der Radwegtafeln zu ändern. Kompromissbereitschaft und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit externen Stellen waren Voraussetzung für das Gelingen des Projektes.

Sehr hilfreich für eine professionelle Umsetzung sei die Unterstützung durch Geschäftsführerin Pia Grimmeißen-Haider von der LAG "Romantische Straße" gewesen, wird betont. Sie habe manche Tätigkeiten übernommen, die bei anderen Leader-Projekten, durch die Träger zu erledigen sind. 

ww

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