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UN-Planspiel: Buchener Studentin darf nach New York

Die Schüler und Studenten nehmen die Rollen von Diplomaten ein - 06.02.2018 10:59 Uhr

Katja Dietze interessiert sich für globale Zusammenhänge und Auswirkungen.

06.02.2018 © privat


"Ich habe mich schon immer für alles Mögliche interessiert und auch sehr viel ausprobiert", sagt Katja Dietze. Deshalb hat sie sich sofort beworben, als sie gesehen hat, dass es an der Uni ein "United-Nations-Projekt" gibt. Schon während ihres Auslands-Schuljahres in Russland hat sie daran teilgenommen.

Das "National Model United Nations" zählt zu den größten UN-Simulationen der Welt und findet an unterschiedlichen Orten statt. Die jeweils zwei Konferenzblöcke in New York und Washington sind fest, andere wandern auf dem Globus. So fanden dieses Jahr Konferenzen in China oder auf Galapagos statt und nächstes Jahr wird die Uni Erfurt eine Konferenz beherbergen.

Kleiderordnung einhalten

Neben den großen Zusammenkünften veranstalten viele Universitäten oder Schulen kleinere Konferenzen. Die größte in Deutschland ist an der Uni Hamburg. Es geht dabei vor allem darum, dass interessierte junge Leute zusammenkommen, aktuelle Themen der internationalen Politik diskutieren, Positionen unterschiedlichs­ter Länder einnehmen und in die Rolle eines Diplomaten schlüpfen. Dabei vertritt in der Regel jeder Delegierte separat ein Land in einem bestimmten Komitee oder Organ der Vereinten Nationen.

Wichtig ist auch, dass die "Rules of Procedure" eingehalten werden, also dass man sich innerhalb der Formalien der UN bewegt. Das fängt bei der Kleiderordnung an, geht über die punktgenau einzuhaltende Redezeit bis hin zum diplomatischen Umgang mit den anderen Delegierten. Ein Ziel einer jeden Model-UN-Konferenz ist es eine Resolution zu schreiben, und ihre Ergebnisse im Komitee zusammenzufassen. Dabei versucht man die Interessen seines eigenen Landes möglichst intensiv einzubringen.

Mehr als hundert Staaten

Bei zum Teil mehr als hundert verschiedenen Staaten (die Generalversammlung hat 193 Mitgliedsstaaten) ist das alles andere als einfach. Schließlich findet das ganze meistens auch noch auf Englisch statt, zumindest auf Hochschulniveau. Manche Schulen veranstalten die Konferenzen auch auf Deutsch, um den Einstieg zu erleichtern.

Die Uni Würzburg nimmt seit 15 Jahren mit einer Delegation in New York teil. In diesem Jahr sind es zwanzig Studierende aus den Bereichen Medizin, Jura, Physik, Sozialpädagogik, BWL (genauer: China Buisiness and Economics), Philosophie und Psychologie. Beraten wird die Gruppe von drei Teilnehmern aus der letzten Delegation. In Würzburg dauert das ganze Projekt ein bis zwei Semester, im Wintersemester betreibt die Gruppe sehr intensiv die Vorbereitung. Im März findet dann die Konferenz statt und im Sommersemester wird die nächste Delegation ausgewählt.

Die Vorbereitung ist sehr umfangreich. Katja Dietze und die anderen Studenten treffen sich über das ganze Semester jeden Montagabend für drei Stunden. In dieser Zeit hat sich jeder einmal mit einem Thema der UN oder sich mit dem zugeteilten Land Afghanistan befasst und eine Präsentation gehalten. Zusätzlich zu den Treffen in Würzburg gehört zur Vorbereitung auch der Besuch von zwei kleineren Projekten in Europa. Katja Dietze war in Hamburg und Erfurt. Außerdem gab es eine gemeinsame Fahrt nach Berlin. Dort wurde die Afghanische Botschaft und verschiedene Bundesministerien besucht.

Spaß an Mathe

Vor der eigentlichen Konferenz in New York sind die Studenten zu einem Besuch der deutschen und afghanischen ständigen Vertretung eingeladen und bekommen eine Führung durch das UN-Hauptquartier. Afghanistan ist in der UN in zehn unterschiedlichen Komitees vertreten und so sind die Studenten auch in New York aufgeteilt. Die jungen Leute müssen alles selbst organisieren und finanzieren. "Nicht zuletzt hoffen wir auch, Stiftungen, Unternehmen oder Privatpersonen finden zu können, die uns finanziell etwas unterstützen könnten. Wie das mit Studenten so ist, es ist nie genug Geld da", räumt Katja Dietze ein.

2016 hat sie am Reichsstadt-Gymnasium Abitur gemacht und danach mit dem Physik-Studium begonnen. "Für die Naturwissenschaften konnte ich mich schon immer begeistern. So unverständlich das für manche klingen mag. ich hatte im Matheunterricht immer recht viel Spaß". Ihr grundsätzliches Interesse daran, wie die Welt funktioniert und "ein wirklich guter Physiklehrer" haben sie dann dazu gebracht, als Studienrichtung die Physik zu wählen.

Keine Sorgen um Zukunft

Diese Entscheidung hat sie seitdem nicht bereut, Wauch wenn einen die Klausurphasen am Konzept Studium manchmal zweifeln lassenW. Was sie später einmal machen möchte, hat Katja Dietze noch nicht entschieden. Sie ist erst im dritten Bachelor-Semester und da die Physik auf einen konsekutiven Master ausgelegt ist, hat sie auch noch einiges an Zeit.

Prinzipiell interessiert sich die junge Frau für eine Karriere in der Wissenschaft. Sie hat vor zu promovieren, aber leider ist so etwas eigentlich nicht mit Familie vereinbar, weshalb ich vermute, dass es mich auf Dauer doch irgendwie in die Industrie verschlagen wirdW. Laut ihrem Studienberater braucht sie sich keine Sorgen um die berufliche Zukunft zu machen, denn so etwas wie einen arbeitslosen Physiker gibt es seiner Meinung nach nicht.

sis

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