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Schlägereien und Diebstähle: Fränkische Polizei zieht Faschings-Bilanz

Versuchtes Tötungsdelikt nach Faschingsumzug im Landkreis Bamberg - 24.02.2020 17:50 Uhr

Jahr für Jahr sorgt der Fasching für Ausnahmezustände auf den Straßen. Davon können auch die Einsatzkräfte ein Lied singen. Pöbelnde, betrunkene und aggressive Feiernde beschäftigten Polizei und Rettungsdienst am Rande von Umzügen und Faschingsbällen. Fast immer mit im Spiel: erhebliche Mengen Alkohol. Dabei kam es teilweise auch zu ernsthaften Körperverletzungen.

Mann nach Faschingsumzug gewürgt

Im Bamberger Land ermittelt die Polizei nach einer Auseinandersetzung etwa wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Ein Mann geriet in Oberhaid nach dem dortigen Umzug mit zwei Männern in Streit. Die würgten den 26-Jährigen und verpassten ihm mehrere Faustschläge und Tritte, dann flüchteten sie. Die Polizei ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Ein weiterer Narr versuchte während des Umzuges volltrunken einen Anwohner zu schlagen - er verbrachte die Nacht daraufhin in der Ausnüchterungszelle.

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Wie vom anderen Stern: Alien-Alarm beim Faschingszug in Ornbau

In bunten Kostümen und mit bester Stimmung zogen die Teilnehmer des Faschingszugs in Orbaun am Sonntagnachmittag durch die Altmühlstadt im Landkreis Ansbach. Eine Gruppe stach dabei besonders heraus: Silber glänzende Aliens mit Nudelsieben auf dem Kopf. Doch auch die anderen Teilnehmer ließen ihrer Kreativität freien Lauf.


Bei einem Faschingsball in der Stadthalle in Ornbau (Landkreis Ansbach) entzündete sich ein Streit an einem Kostüm: Eine Besucherin hatte dort einen Teil ihrer Verkleidung verloren und entdeckte kurz darauf einen Mann, der das abhanden gekommene Stück an sich genommen hatte. Die 22-Jährige fackelte nicht lange und schlug dem 25-Jährigen zweimal mit der Faust auf die Nase, um das Teil zurückzuerobern. Der Faschingsball war damit allerdings für sie beendet, sie bekam einen Platzverweis.

Betrunken bis zur Bewusstlosigkeit

In der Faschingshochburg Stadtsteinach (Landkreis Kulmbach) brachte der Alkohol einen 14-jährigen Jungen ins Krankenhaus. Rettungskräften wollten den volltrunkenen Jugendlichen behandeln, der ließ sich allerdings weder anfassen noch beruhigen. Er wurde in die Kinderklinik nach Bayreuth gebracht.

In Allersberg wurde dagegen ein stark alkoholisierter 14-Jähriger noch während des Faschingszuges aufgegriffen. Bei ihm wurden 2,2 Promille gemessen, nach der Behandlung durch den Rettungsdienst wurde er von seinem Vater abgeholt. In Thalmässing griff die Polizei ebenfalls einen vollkommen hilflosen Betrunkenen auf.

Sanitäter angegriffen

In Stadtsteinach wurde am Sonntagabend schließlich ein Sanitäter Ziel der Aggressionen. Ein 24-Jähriger war dort gestürzt, wollte sich aber offensichtlich nicht helfen lassen: Er wehrte sich mit Schlägen gegen jede Behandlung und wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen. Die ließ ihn seinen Rausch auf der Wache ausschlafen. Den Mann erwartet nun laut Polizei eine saftige Rechnung für die "Übernachtungskosten".

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Garden, Hippies, Mini-Autos: Wilder Gaudiwurm zog durch Nürnberg

Ausnahmezustand herrschte am Sonntagnachmittag in Nürnberg. Zum traditionellen Gaudiwurm strömten rund 80.000 Narren in die Innenstadt und feierten eine wilde Faschingsfete. Neben zahlreichen Garden und kreativ kostümierten Besuchern sorgten eine Armada aus Mini-Autos sowie gruselige Perchten und Zauberer für Aufsehen. Hier kommen alle Bilder!


Darüber hinaus sorgten die ausgelassene Stimmung und der teils maßlose Alkoholkonsum immer wieder für kleinere Rangeleien und Schlägereien. In Hersbruck schlug ein 27-Jähriger einer 31-Jährigen am Sonntag etwa während einer Faschingsveranstaltung ins Gesicht. Die beiden waren allerdings so betrunken, dass die Polizei eine erneute Befragung für nötig hält - bei der Anzeigenerstattung vor Ort waren die Beteiligten nicht imstande, den Vorgang genau zu schildern.

In Emskirchen und Markt Bibart im Landkreis Neustadt-Aisch/Bad Windsheim mussten die Polizisten am Sonntag rund zehnmal ausrücken, da "einige feierwütige Faschingsfreunde deutlich alkoholisiert waren", wie die Polizei in einer Pressemitteilung schreibt. Die Einsätze konzentrierten sich vor allem auf die "Party-Arena", wo die Faschingsgesellschaft Prunklosia zur Sause geladen hatte. Vor dem Eingang gerieten mehrere Feiernde aneinander, ein 26-Jähriger wurde dabei am Kopf verletzt. Am Einlass kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen, andere aggressive Gäste erhielten Platzverweise. Auch hier war die Klärung der Tatbestände für die Beamten am selben Tag kaum möglich, da viele Beteiligte aufgrund ihres Alkoholkonsums kaum Angaben machen konnten. Ein 20-Jähriger Gast zerstörte außerdem die Toilette eines Lokals: Er hatte sich dort übergeben und dabei einen Teil des Inventars kaputt gemacht.

Männer rauben Bayreutherin aus

In Bayreuth nutzten schließlich fünf Männer den Fasching für einen Überfall: Sie kreisten eine Passantin ein, die dort zu Fuß unterwegs war. Einer der jungen Männer entriss der 62-Jährigen die Handtasche, so dass die Frau zu Boden stürzte. Dann schnappten sich die Täter ihre Geldbörse

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Würzburg Helau! Bilder vom größten Straßenkarneval Bayerns

Der Würzburger Faschingszug gilt mit mehr als 150 Gruppen und Musikkapellen als der größte Gaudiwurm Süddeutschlands. Rund 70.000 Menschen strömten am Sonntagnachmittag in die Innenstadt, um das Spektakel hautnah mitzuerleben. Wir haben die Bilder!


Auch in Forchheim schlugen einige Feiernde über die Stränge: Dort trafen sich zahlreiche Narren am Paradeplatz, um nach den offiziellen Faschingsveranstaltungen weiterzufeiern. Als die Stimmung zu ausgelassen wurde, sprachen die eingesetzten Streifen der Polizeiinspektion Forchheim gegen elf Personen Platzverweises aus und nahmen schließlich fünf besonders Unbelehrbare im Alter von 16 bis 32 Jahren in Gewahrsam. In Thalmässing wurde ein 20-Jähriger auf einem Supermarktparkplatz von einem Unbekannten verprügelt, zwei Frauen lieferten sich am Abend auf dem Marktplatz eine Schlägerei. In Allersberg bekam ein 16-Jähriger einen Faustschlag ab, am Abend rauften vor einer Gaststätte außerdem zwei Frauen miteinander, bis eine ihrer Kontrahentin ins Gesicht schlug.


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jru

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