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Mittwoch, 22.05.2019

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Abenberger Gewächshaus lädt zum Tag der offenen Tür

Die Arbeiten im Gewächshaus und der Biogasanlage in Abenberg sind fast fertig - 25.04.2019 17:52 Uhr

Seit März wird im Riesen-Gewächshaus schon wieder geerntet. Hier führt Bernd Drechsler (2.v.l.) Bauamtsleiterin Gudrun Leng, Enkelin Anna Drechsler, Ehefrau Erni Drechsler, Bürgermeister Bäuerlein sowie die Familie Thomas und Simone Arnold (mit Söhnchen Jona) durch die Pflanzreihen. Beim Tag der offenen Tür am 19. Mai kann man selbst einen Blick hinter die Kulissen werfen.


Drechsler wollte aber auch kein Frühstarter sein. "Erst wenn die Frauen in Stöckelschuhen unfallfrei in die Halle kommen", zitiert ihn seine Frau Erni, erst dann wolle er zu einem Tag der offenen Tür einladen, so, wie er es dem Abenberger Bürgermeister Werner Bäuerlein immer versprochen hat.

300 000 Kilogramm pro Jahr

Nun: Im Gewächshaus werden schon in der zweiten Saison die Tomaten geerntet, pro Jahr rund 300 000 Kilogramm. Der Büro-Anbau ist inzwischen fertig, die 15 Mitarbeiter-Apartments konnten Anfang des Jahres bezogen werden und die asphaltierte Straße führt inzwischen bis kurz vor das 230 mal 210 große Gewächshaus. Bis zum 19. Mai werden auch die restlichen Meter noch mit einer Schwarzdecke versehen sein, und dann, ja dann können Gäste theoretisch auch in High Heels durch Halle, Gewächshaus und Biogasanlage flanieren.

Praktischer ist es, sich an diesem Tag etwas bequemeres aus dem Schuhschrank zu holen, denn die Wege sind durchaus weit im Westen von Abenberg. Von 10 bis 16 Uhr gibt es die einmalige Chance, die in langen Reihen stehenden und bis ans Glasdach reichenden Tomatenpflanzen zu bestaunen. Schon seit Ende März wird wieder im Akkord geerntet. Jeden Tag ein ganzer Sattelschlepper voll.

Das letzte Stück Asphalt fehlt noch. Links das Haus mit den 15 Mitarbeiter-Apartments, hinter dem Wall die Biogasanlage, rechts der Eingang zur Verpackungshalle des Gewächshauses, das wiederum dahinter liegt. Am 19. Mai laden Gewächshaus und Biogasanlage zu einem Tag der offenen Tür ein.


Mitarbeiter stehen am Tag der offenen Tür bereit, um Pflanz- und Erntetechnik zu erklären und wie es gelingen kann, mithilfe von Nützlingen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu minimieren. Einmalig wird an diesem Tag auch direkt ab Halle verkauft.

In der benachbarten Biogasanlage werden in vergleichsweise kurzen Abständen Führungen angeboten, Anlagenbetreiber Thomas Arnold will auch eine kleine Maschinenausstellung organisieren. Damit der sonntägliche Ausflug für die ganze Familie interessant ist, gibt es Dinge wie Kinderschminken, Hüpfburg und eine Kindereisenbahn. Hungern und dürsten muss natürlich auch niemand.

Der Betrieb von Biogasanlage und Gewächshaus ist inzwischen ganz gut aufeinander eingespielt. Bürgermeister Werner Bäuerlein spricht von einer Win-Win-Situation. Anfänglich hatte die 2014 gebaute Biogasanlage, die pro Jahr rund sechs Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt und damit rechnerisch 1600 Haushalte versorgt, ja Probleme, ihr "Abfallprodukt" Wärme loszuwerden. Die Idee einer Hähnchenmast scheiterte an Protesten der Bürger, der Weg zu potenziellen Wärmeabnehmern in Abenberg oder Dürrenmungenau erwies sich als zu weit.

Das Mega-Gewächshaus kam da wie gerufen. Die Tomatenpflanzen benötigen vor allem im Winter und Frühjahr unglaublich viel Wärme, 60 bis 70 Prozent des Bedarf kann jetzt Arnolds Biogasanlage liefern. Der Rest wird mit herkömmlichem Gas erzeugt. Arnold hat seine Anlage auf die Erfordernisse des Gewächshauses abgestellt. "Wir fahren jetzt im Winterhalbjahr auf vollen Touren und drosseln im Sommerhalbjahr. Normalerweise ist es bei Biogasanlagen umgekehrt", erklärt Arnold.

Aus der Region, für die Region

Während der Planungsphase für das Gewächshaus hat es vereinzelt Kritik an der Dimension des Projekts gegeben. Doch der Abenberger Bürgermeister Werner Bäuerlein ist nach wie vor zu 100 Prozent davon überzeugt, dass sein Stadtrat zurecht den Weg freigemacht hat für die Multi-Millionen-Euro-Investition von Bernd Drechsler. Hier würden jetzt regional Lebensmittel erzeugt, wenn auch in industriellem Stil. "Lange Transportwege entfallen", sagt Bäuerlein.

Den Großteil der Ernte vermarktet Bernd Drechsler zwar über "Franken-Gemüse" in Nürnberg, einen Zwischenhändler, der die Ware wiederum an die bekannten Supermarkt- und Discounter-Ketten weiterreicht. Ein winzig kleiner Anteil wird – auf Vermittlung der Stadt – seit kurzem aber auch direkt in Abenberg verkauft – in Hofmanns Hofladen in der Güssübelstraße. Der ist seit jeher gut und problemlos z0u erreichen. Zur Not auch in Stöckelschuhen. 

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